30. September 2019

Hörsturz: Wie Stress dein Gehör belasten kann

Es passiert ohne Ankündigung: Auf einmal hörst du auf einem Ohr schlechter, spürst vielleicht einen unangenehmen Druck im Gehörgang oder es piepst unerträglich. Kommt dir bekannt vor? Dann hattest du womöglich schon mal einen Hörsturz. Woran du einen Hörsturz erkennst und wie du diesen vorbeugen kannst, verraten wir hier.

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Nur noch 37 ungelesene Mails abarbeiten, dann die Telefonkonferenz mit Seattle vorbereiten und leiten, nachmittags noch das Mitarbeitergespräch mit dem Trainee führen, danach die Quartalszahlen durchgehen – und dann ist auch „schon“ Feierabend. Der ganz normale Wahnsinn eben. Stress im Büro ist für viele Menschen zum Dauerzustand geworden. Doch nicht immer macht der Körper diese anhaltende Belastung klaglos mit. Manchmal rebelliert der Bauch und ein Magengeschwür bildet sich, manchmal dröhnt der Kopf aufgrund von Migräne oder Spannungskopfschmerzen.


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Und manchmal macht das Innenohr schlapp. Einfach so. Wenn du auf einmal auf einem Ohr schlechter hörst, du ein Druckgefühl im Gehörgang verspürst, vielleicht sogar Ohrgeräusche, wie Pfeifen und Rauschen, dazukommen, hat es dich womöglich erwischt: Diese Symptome deuten auf einen Hörsturz hin, auch Ohrinfarkt genannt. Jedes Jahr leiden laut Deutscher Tinnitus-Liga etwa 150.000 Menschen daran.

Wie du einen Hörsturz erkennen kannst, welche Ursachen dahinterstecken können, wie eine mögliche Therapie aussieht und wie du einen solchen plötzlichen Hörverlust vermeiden kannst, liest du hier.

Anzeichen und Symptome für einen Hörsturz: Hörverlust auf einem Ohr

Wie erkennt man einen Hörsturz? Es fühlt sich an, als hätte dir jemand Watte ins Ohr gestopft: Geräusche klingen auf einmal gedämpft oder verzerrt, die Ohrmuschel scheint von einem seltsamen Pelz überzogen zu sein. Bei einem Hörsturz kommt es zu einer leichten bis schweren Hörminderung bis hin zur vollständigen Taubheit auf einem Ohr. Beide Ohren sind äußerst selten betroffen. Typisch für einen Hörsturz ist, dass es keine erkennbare Ursache für die Probleme gibt. Du warst also beispielsweise keinem lauten Knall ausgesetzt, bevor der plötzliche Hörverlust auf einem Ohr einsetzte. Zu den weiteren Symptomen bei einem Hörsturz können Schwindel, Tinnitus und eine Geräuschüberempfindlichkeit zählen. Schmerzen gehören normalerweise nicht dazu.

Was passiert bei einem Hörsturz in deinem Ohr?

Zunächst gelangt der Schall wie immer über den Gehörgang ins Mittelohr und wird dann mithilfe des Trommelfells und der Gehörknöchelchen zum Innenohr transportiert. Das Innenohr hat die Aufgabe, die akustischen Reize in elektrische Impulse umzuwandeln, die zum Gehirn geleitet werden – und das funktioniert bei Patienten mit einem Hörsturz nicht richtig. Warum das so ist, weiß man noch nicht genau. Wahrscheinlich ist eine Durchblutungsstörung schuld, vermuten Mediziner: Die Schnecke im Innenohr wird nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, sodass sie ihren Job – die Informationsübermittlung ans Gehirn – nicht richtig erledigen kann. Die Folge ist ein plötzlicher einseitiger Hörverlust.

Zeit ist Ohr: Schnell handeln bei schwerem Hörsturz

Und woher kommt diese Durchblutungsstörung? Es gibt verschiedene Grunderkrankungen, welche die Gefäße im Innenohr schädigen können. Beispielsweise Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Darüber hinaus werden Entzündungen, Bakterien- und Vireninfektionen als mögliche Ursachen diskutiert. Ein erhöhter Cholesterinspiegel, Übergewicht, Rauchen und psychische Belastung gelten ebenfalls als Risikofaktoren, die einen Hörsturz begünstigen können.


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Ein Hörsturz kann also auch durch Stress verursacht werden. Die Diagnose „Hörsturz“ stellt dein HNO-Arzt: Er sieht sich deinen Gehörgang und das Trommelfell genau an und führt einen Hörtest durch. Denn nicht immer ist ein Hörsturz die Ursache eines einseitigen Hörverlusts – manchmal blockieren ein Fremdkörper, Wasser im Ohr oder ein Pfropf aus Ohrenschmalz die Weiterleitung des Schalls. Außerdem können Verletzungen im Ohr zu Hörproblemen führen. 

Liegt bei dir tatsächlich ein Hörsturz vor, wird dich dein HNO-Arzt zur potenziellen Therapie beraten. In leichten Fällen ist es möglich, erst einmal abzuwarten, ob sich die Hörsturz-Symptome von selbst wieder zurückbilden. Ein leichter Hörsturz ist also kein Notfall. Ist der Hörverlust schwer, hast du bereits ein geschädigtes Ohr oder gesellen sich Schwindel und Gleichgewichtsstörungen zur akuten Hörminderung, sollest du jedoch schnell handeln.

Es gilt die goldene Regel: „Zeit ist Ohr“! Das heißt: Je eher du in so einem schweren Fall mit der Behandlung beginnst, desto besser – ansonsten können bleibende Schäden wie ein eingeschränktes Hörvermögen oder Ohrgeräusche zurückbleiben.

Behandlungsmethoden bei Hörsturz – Die beste Hörsturz-Therapie: Nur die Ruhe

Da die Probleme ohne erkennbare äußere Ursache auftreten, gibt es keine gezielte Therapie bei Hörsturz. Dennoch haben sich verschiedene Behandlungsansätze in der Praxis bewährt. Vermutet der Arzt eine Entzündung als Auslöser, kann er dir ein Kortison-Präparat verschreiben – das gibt es als Tablette, Infusion und als Spritze ins Ohr. Kortison wirkt entzündungshemmend und soll dabei helfen, eine etwaige Schwellung im Innenohr zu bekämpfen. Schlägt das Kortison nicht an, kann man eine Sauerstofftherapie versuchen: Dabei sitzt der Patient in einer speziellen Druckkammer und atmet reinen Sauerstoff ein. Das soll das Hörvermögen verbessern. Möglich ist auch eine Behandlung mit Betäubungsmitteln, welche sich positiv auf die Hör-Sinneszellen auswirken sollen. 

Wichtig: Jede Behandlungsmethode birgt ein gewisses Risiko für Nebenwirkungen, deshalb solltest du zusammen mit deinem HNO-Arzt abwägen, ob und welche Hörsturz-Therapie in deinem Fall die richtige ist. Leidest du an einer chronischen Krankheit wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck, muss diese entsprechend behandelt werden – dann besteht die Chance, dass sich auch dein Hörvermögen verbessert.

Da Stress eine wichtige Rolle bei der Entwicklung eines Hörsturzes zu spielen scheint, solltest du dir unbedingt Ruhe gönnen und dich auskurieren. Dein Arzt wird dich wahrscheinlich sowieso krankschreiben: „Nur mal kurz in die Mails schauen“ oder „die Präsentation für nächsten Mittwoch vorbereiten“ ist dann tabu für dich. Außerdem solltest du während deiner Genesung nicht rauchen.


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Hörsturz vorbeugen: Was du tun kannst

Wer schon mal einen Hörsturz hatte, hat ein Risiko von etwa 30% für einen Rückfall. Willst du einen (erneuten) Hörsturz vermeiden, solltest du beruflich und privat einen Gang runterschalten. Versuche, dem Hamsterrad im Job zu entkommen, indem du Aufgaben delegierst und dir genügend Zeit zur Entspannung nimmst. Verschiedene Techniken, wie Yoga, Meditation und Autogenes Training, können dir dabei helfen. Wurde bei dir Diabetes, Bluthochdruck oder ein erhöhter Cholesterinspiegel festgestellt, solltest du deine Werte regelmäßig checken lassen und die verordneten Medikamente gewissenhaft einnehmen, um das Risiko für einen Hörsturz zu verringern. 

Erwischt dich eine heftige Infektion, also zum Beispiel eine Grippe oder eine Mittelohrentzündung, sollest du unbedingt zum Arzt gehen und dich vollständig auskurieren, bevor du in den Job zurückkehrst. Dadurch verminderst du die Gefahr, Schäden im Ohr davonzutragen. Nicht zuletzt sollest du dein Rauchverhalten überdenken: Wenn du das Rauchen aufgibst, senkst du das Risiko für viele gesundheitliche Probleme – von Lungenkrebs über Impotenz bis hin zum Hörsturz. Du glaubst, du brauchst deine Zigarettenpausen, um dem Stress im Büro zu entkommen? Diese Ausrede lassen wir nicht gelten!

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