Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz

Die mentale Gesundheit ist ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen. Wenn sich Beschäftigte am Arbeitsplatz psychisch belastet fühlen, kann das negative Folgen für ihre Gesundheit, ihre Arbeitsleistung und ihr Privatleben haben. Im folgenden Ratgeber erhältst du wertvolle Hinweise zur Förderung deiner mentalen Gesundheit in der Arbeitswelt.

Was ist mentale Gesundheit?

Mentale Gesundheit bedeutet, sich in einem Zustand des Wohlbefindens zu befinden, in dem du in der Lage bist, deine eigenen Fähigkeiten zu entfalten, die Herausforderungen des Lebens zu bewältigen und den normalen Belastungen des Alltags standzuhalten. Sie geht über die bloße Abwesenheit von psychischen Erkrankungen hinaus und umfasst die Fähigkeit zur emotionalen, kognitiven und sozialen Entfaltung.

Wodurch äußert sich mentales Wohlbefinden?

  1. Selbstakzeptanz und Zufriedenheit: Du fühlst dich wohl in deiner Haut und bist mit dir selbst zufrieden. Dies schafft eine positive Grundlage für dein mentales Wohlbefinden.
  2. Emotionale Regulation: Du kannst deine Gefühle und Gedanken effektiv regulieren. Dies bedeutet, dass du in der Lage bist, mit unterschiedlichen Emotionen umzugehen, ohne von ihnen überwältigt zu werden.
  3. Positives Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen: Du besitzt ein gesundes Selbstwertgefühl und Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten. Dies stärkt dein Selbstvertrauen und deine Resilienz gegenüber Herausforderungen.
  4. Konzentrationsfähigkeit und Aufgabenerledigung: Du kannst dich gut konzentrieren und Aufgaben erfolgreich bewältigen. Eine gute mentale Gesundheit trägt dazu bei, dass du effizient und fokussiert arbeiten kannst.
  5. Starkes soziales Netzwerk: Ein bedeutender Aspekt ist ein unterstützendes soziales Netzwerk. Ein Gefühl der Verbundenheit und Unterstützung durch andere fördert die mentale Gesundheit.

Risiken für die mentale Gesundheit am Arbeitsplatz

Die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz bildet das Fundament für dein persönliches Wohlbefinden und deine Leistungsfähigkeit. In der hektischen Arbeitswelt können jedoch verschiedene Faktoren die mentale Gesundheit beeinträchtigen. Es ist wichtig, diese Risiken zu erkennen und proaktiv dagegen anzugehen.

Stress ist eine natürliche Reaktion auf Herausforderungen im Berufsleben. Wenn dieser jedoch überhandnimmt oder sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, kann er sich negativ auf deine Gesundheit auswirken. Ein weiteres ernstes Risiko ist der Burnout, eine psychische Erkrankung, die durch chronischen Stress am Arbeitsplatz verursacht wird. Symptome wie Erschöpfung, Schlafstörungen und emotionale Distanz sollten als Warnsignale ernst genommen werden.

Mobbing und Gewalt am Arbeitsplatz können zu ernsthaften psychischen Problemen führen, darunter Angst, Unsicherheit und Depressionen. Wenn die Zufriedenheit mit der Arbeit abnimmt, können Frustration, Niedergeschlagenheit und Motivationsverlust die Folge sein. Unzureichende Arbeitsbedingungen, wie lange Arbeitszeiten oder unzureichende Pausen, können zu Überlastung und Erschöpfung führen.

Wenn du feststellst, dass eines dieser Risiken auf dich zutrifft, ist es entscheidend, aktiv zu werden. Sprich mit deinem Vorgesetzten, einem Kollegen, einer Freundin oder einem Familienmitglied über deine Herausforderungen. Nutze auch professionelle Beratungsangebote, die dir beim Umgang mit Stress und Belastung helfen können.

Neben externer Unterstützung kannst du auch selbst viel für deine psychische Gesundheit tun. Achte auf eine ausgewogene Lebensweise, pflege soziale Kontakte und versuche außerhalb der Arbeit Möglichkeiten zur Entspannung und zum Ausgleich wie zum Beispiel Sport, Meditation oder ein kreatives Hobby zu finden. Welche Aktivität das sein kann, ist ganz individuell. Deine mentale Gesundheit ist ein kostbares Gut, das es zu schützen gilt.

Wie kann der Arbeitgeber die mentale Gesundheit am Arbeitsplatz fördern?

Dein Arbeitgeber trägt eine erhebliche Verantwortung für die mentale Gesundheit der Mitarbeitenden. Es ist nicht nur im Interesse des Unternehmens, sondern auch dessen Pflicht, Schutzmaßnahmen zu ergreifen und die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern.

Eine wichtige Maßnahme hierfür ist die regelmäßige Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen. Dabei können der Betriebsarzt bzw. die Betriebsärztin oder externe Berater und Beraterinnen unterstützend tätig werden. Basierend auf den Ergebnissen dieser Bewertung sollten gezielte Maßnahmen ergriffen werden.

Dazu gehören:

Ein weiterer entscheidender Schritt ist die Kommunikation und Sensibilisierung der Mitarbeitenden für das Thema psychische Gesundheit. Hierbei können Informationsveranstaltungen, Workshops und Beratungsangebote eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus können Angebote zur Gesundheitsförderung und Prävention, wie Kurse zur Stressbewältigung oder gesunden Ernährung, implementiert werden. Die Förderung offener Kommunikation über Belastungen und die Bereitstellung von Unterstützungsressourcen sind ebenfalls von großer Bedeutung.

Durch die konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen leistet dein Unternehmen einen bedeutenden Beitrag zur mentalen Gesundheit der Mitarbeiter. Es entsteht nicht nur ein produktiver Arbeitsplatz, sondern auch ein Umfeld, das das Wohlbefinden fördert.

Wie kann ich meine mentale Gesundheit am Arbeitsplatz selbst fördern?

Die Wahrung deiner mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz ist essenziell für dein persönliches Wohlbefinden und deine Leistungsfähigkeit. Es stehen verschiedene Wege offen, die du selbst aktiv beschreiten kannst, um eine positive Arbeitsumgebung zu gestalten.

Bewusste Lebensweise:

Beginne mit einer bewussten Pflege deiner Lebensweise. Nimm dir Zeit für eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung und Momente der Entspannung. Dies sind grundlegende Schritte, um deinem Körper die notwendige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Grenzen setzen:

Ein weiterer Schritt besteht darin, klare Grenzen zu setzen und zu lernen, Nein zu sagen, um deine eigenen Bedürfnisse zu respektieren. Es ist völlig akzeptabel, Grenzen zu definieren, um deine mentale Gesundheit zu schützen.

Soziale Kontakte pflegen:

Pflege soziale Kontakte, um dich mit unterstützenden Menschen zu umgeben. Der Austausch mit Kollegen, Freunden und Familie kann eine bedeutende emotionale Stütze bieten. Diese Beziehungen können einen positiven Einfluss auf dein Arbeitsumfeld haben.

Ausgleich suchen:

Suche nach Möglichkeiten außerhalb der Arbeit, die dir Freude bereiten und dir helfen, vom Arbeitsalltag abzuschalten. Ob es sich dabei um Sport, Kunst, Musik oder Zeit in der Natur handelt, finde Aktivitäten, die deinen Geist entspannen.

Unterstützung annehmen:

Nutze aktiv die Unterstützungsangebote deines Unternehmens, wie beispielsweise Kurse zur Stressbewältigung oder Entspannungsübungen. Diese Programme sind speziell dazu konzipiert, die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern.

Konkrete Maßnahmen, wie das Setzen realistischer Ziele, das Erlernen von Stressbewältigungstechniken und die Pflege guter Beziehungen zu Kollegen, können zusätzlich einen positiven Beitrag zur Förderung deiner mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz leisten. Indem du diese individuellen Schritte in deinen Arbeitsalltag integrierst, schaffst du aktiv eine Umgebung, die dein Wohlbefinden unterstützt.

ottonova Mentale Selbstfürsorge
Diese Liste hilft dir dich selbst zu checken!

Lade dir unsere Checkliste zur Selbstfürsorge herunter und lerne, wie du dich in stressigen Zeiten um dich selber kümmerst.

Unterstützung der mentalen Gesundheit durch die Krankenversicherung

Wie kann deine Krankenversicherung dazu beitragen, deine mentale Gesundheit am Arbeitsplatz zu unterstützen?

Als gesetzlich Krankenversicherter stehen dir verschiedene Leistungen zur Behandlung psychischer Erkrankungen zu, die deine Krankenkasse übernimmt. Dazu gehören beispielsweise Psychotherapie, psychosomatische Behandlungen und Medikamente. Diese werden im Rahmen deines Versicherungsschutzes abgedeckt.

Darüber hinaus engagieren sich viele Krankenkassen in der Prävention, um die psychische Gesundheit zu stärken. Das umfasst Angebote wie Kurse zur Stressbewältigung, Entspannung und gesunden Ernährung. Beachte, dass die Kosten für diese präventiven Maßnahmen teilweise oder vollständig von deiner Krankenkasse übernommen werden können.

Wenn du privat krankenversichert bist, stehen dir ebenfalls Leistungen wie Therapie oder Medikamente zur Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen zu. Die genaue Deckung variiert je nach Tarif.

Private Krankenversicherungen bieten oft zusätzliche Leistungen zur Förderung der psychischen Gesundheit an, wie zum Beispiel die Kostenübernahme für Stressbewältigungskurse, alternative Behandlungsmethoden, die Behandlung durch einen Therapeuten oder eine Therapeutin deiner Wahl (inkl. Privatärzte und Privatärztinnen) oder Wahlleistungen wie Chefarztbehandlung oder Einbett- bzw. Zweibettzimmer bei einer stationären Behandlung (inkl. Privatkliniken). Es ist wichtig, die Details deines Versicherungsvertrags sorgfältig zu prüfen, um die angebotenen Leistungen zu verstehen.

ottonova legt großen Wert auf die ganzheitliche Gesundheit unserer Kunden und Kundinnen. Deshalb gibt es in Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner peers. ein Angebot, das dir schnelle psychologische Unterstützung bietet. Wenn du unter Stress, Niedergeschlagenheit, Einsamkeit oder unkontrollierbaren Ängsten leidest, stehen dir unter bestimmten Bedingungen digitale Kurse zur Verfügung, ohne dass du ein Rezept benötigst oder lange Wartezeiten in Kauf nehmen musst.

Mentale Belastung am Arbeitsplatz ist ein Zustand, in dem sich ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin psychisch beansprucht fühlt. Sie kann durch Faktoren wie Stress, Mobbing oder unzureichende Arbeitsbedingungen verursacht werden.

Anzeichen für eine mentale Belastung am Arbeitsplatz können sich in verschiedenen Bereichen zeigen. Veränderungen im Verhalten sind häufige Indikatoren, darunter Reizbarkeit, Aggressivität, sozialer Rückzug und Übermüdung. Auch Änderungen in der Arbeitsleistung sind bemerkbar, beispielsweise durch häufige Fehler, Unkonzentriertheit und einen spürbaren Verlust an Motivation.

Neben Verhaltens- und Leistungsänderungen können sich auch körperliche Symptome manifestieren. Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Magen-Darm-Probleme können Anzeichen für eine mentale Belastung sein. Es ist wichtig, auf solche Signale zu achten, da sie auf eine übermäßige psychische Beanspruchung am Arbeitsplatz hinweisen können.

Eine offene Kommunikation ist entscheidend. Zeige Interesse, höre zu und biete Unterstützung an. Teile Informationen über vorhandene Ressourcen, wie zum Beispiel betriebliche Unterstützungsangebote oder externe Beratungsdienste.

Achte auf anhaltende Symptome wie anhaltende Traurigkeit, Schlafstörungen, Energiemangel oder starke Angstzustände. Wenn diese Anzeichen deine Lebensqualität beeinträchtigen, ist es ratsam, professionelle Hilfe von einem Psychologen oder Therapeuten in Anspruch zu nehmen.

Regelmäßige Pausen sind entscheidend, um Energie zu tanken und Stress abzubauen. Sie fördern die Konzentration, Kreativität und Leistungsfähigkeit. Arbeitgeber sollten ein Umfeld schaffen, das die Wichtigkeit von Pausen betont und Mitarbeitern ermöglicht, sich in ihrer Arbeitszeit zu erholen.

Ja, eine ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die mentale Gesundheit. Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe haben nachweislich positive Auswirkungen. Es ist ratsam, auf eine abwechslungsreiche Ernährung mit frischen Lebensmitteln zu achten.

Flexible Arbeitsmodelle, wie Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten, können die Work-Life-Balance verbessern und Stress reduzieren. Sie ermöglichen eine individuelle Anpassung der Arbeit an die Bedürfnisse der Mitarbeiter und fördern dadurch die mentale Gesundheit am Arbeitsplatz.

Die Bedeutung von Sport und Bewegung für die mentale Gesundheit ist nicht zu unterschätzen. Regelmäßige körperliche Aktivität trägt dazu bei, Stress abzubauen, die Stimmung zu verbessern und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Durch die Freisetzung von Endorphinen, den sogenannten Glückshormonen, wird nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale Verfassung positiv beeinflusst. Sport kann zudem dazu beitragen, Spannungen zu lösen, den Schlaf zu verbessern und das Selbstbewusstsein zu stärken.

Marie-Theres Rüttiger
HIER SCHREIBT Marie-Theres Rüttiger

Marie-Theres ist Online Redakteurin für Gesundheits- und Versicherungsthemen bei ottonova. Sie recherchiert und schreibt vor allem über Krankenversicherung, (E-)Health und digitale Innovation, die das Leben besser machen.

Weitere Artikel finden

Weitere Artikel