Leistungsdruck am Arbeitsplatz: Ursachen, Folgen und Tipps

Du kennst es vielleicht selbst – Leistungsdruck am Arbeitsplatz ist allgegenwärtig und kann erhebliche Auswirkungen auf dein Wohlbefinden haben. Wenn du dich gerade in der Situation befindest, unter Leistungsdruck am Arbeitsplatz zu leiden, ist es wichtig zu wissen, dass du nicht allein bist. Dieser Ratgeber bietet dir Informationen über die Ursachen, zeigt dir mögliche Folgen auf und gibt praktische Tipps, wie du aktiv damit umgehen kannst und wie dich deine Krankenversicherung dabei unterstützen kann.

Medizinisch geprüft - Siegel
FACHLICH GEPRÜFT von Psychologin Sophie Schürmann

Inhaltsverzeichnis

Was ist Leistungsdruck?

Leistungsdruck ist der psychische Stress, der entsteht, wenn du das Gefühl hast, konstant Spitzenleistungen erbringen zu müssen. Dieser Druck kann sich in verschiedenen Lebensbereichen manifestieren, sei es in der Schule, an der Uni, im Job, beim Sport oder sogar im Privatleben.

Es ist wichtig zu verstehen, dass es normal ist, Herausforderungen am Arbeitsplatz zu haben, aber wenn der Druck überhandnimmt und dich ernsthaft beeinträchtigt, ist es ratsam, Unterstützung zu suchen. Es gibt verschiedene Strategien, um mit Leistungsdruck umzugehen, von der klaren Kommunikation mit Vorgesetzten bis hin zu Selbstfürsorge-Techniken.

Denke daran, du bist nicht allein. Viele Menschen haben mit Leistungsdruck zu kämpfen. Indem du dich über die Ursachen informierst und aktiv nach Lösungen suchst, kannst du einen Schritt in Richtung eines gesünderen Arbeitsumfelds und einer ausgewogenen Lebensweise machen.

Ursachen von Leistungsdruck

Für die Entstehung von Leistungsdruck am Arbeitsplatz gibt es verschiedene Gründe:

Es ist wichtig zu erkennen, dass diese Ursachen nicht immer in deiner Kontrolle liegen. Dennoch gibt es Strategien, um mit diesen Herausforderungen umzugehen und den Leistungsdruck zu reduzieren. Es lohnt sich, diese Faktoren genauer zu betrachten und nach individuellen Lösungen zu suchen, um eine gesündere Arbeitsumgebung zu schaffen.

Welche Auswirkungen hat Leistungsdruck am Arbeitsplatz?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Leistungsdruck im Arbeitsalltag können äußerst vielfältig und belastend sein.

  • Wenn der Körper permanent im Alarmzustand verharrt, wird Stress zu einer ernsthaften Bedrohung für das Wohlbefinden. Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Depressionen können die Folge sein.
  • Ebenso kann übermäßige Angst, die eigentlich als Schutzmechanismus dient, zu schwerwiegenden Problemen führen. Panikattacken, Phobien, Burn out und Depressionen können auftreten, wenn die Angst unangemessen stark wird.
  • Die anhaltende Furcht vor dem Versagen stellt eine weitere facettenreiche Belastung dar. Diese Sorge kann nicht nur zu einem erheblichen Leistungsabfall führen, sondern auch Motivationsverlust und letztendlich Depressionen auslösen.
  • Leistungsdruck führt oft zu Konzentrationsstörungen, die wiederum die Arbeitsleistung beeinträchtigen können. Der Verlust von Fokus kann einen negativen Kreislauf auslösen und die Stressbelastung weiter verstärken.
  • Die Motivationslosigkeit, die aus dem konstanten Druck resultiert, kann zu einem Gefühl der Demotivation und Erschöpfung führen. Langfristig kann dies die Arbeitsfreude erheblich beeinträchtigen.
  • Leistungsdruck zeigt sich nicht nur in psychischen, sondern auch in physischen Beschwerden. Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme, Rückenschmerzen und Schlafstörungen sind häufige körperliche Reaktionen auf den Druck.

Die schwerwiegendsten Folgen des langfristigen Leistungsdrucks sind psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und sogar Burn out. Wenn du das Gefühl hast, dem Druck nicht gewachsen zu sein, ist es entscheidend, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sprich mit deinem/deiner Vorgesetzten, einem Kollegen, einer Kollegin oder einem Therapeuten bzw. einer Therapeutin, um Unterstützung und Lösungen zu finden. Deine Gesundheit sollte stets an erster Stelle stehen, und es gibt Wege, den Druck zu bewältigen.

Wie kann ich mich dagegen absichern?

Falls man im Laufe des Berufslebens z.B. durch zu hohen Leistungsdruck am Arbeitsplatz an Burnout oder Depressionen erkrankt und deshalb nicht mehr arbeiten kann, ist es wichtig für diesen Fall vorzusorgen. Hierfür gibt es die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Diese sichert dich finanziell im Falle einer Berufsunfähigkeit ab. Wenn du länger als 6 Monate nicht arbeiten kannst aufgrund einer Erkrankung oder einem Unfall, greift die BU und du erhältst dann eine BU-Rente, die deinen Lebensunterhalt absichern soll. Insbesondere eine psychische Erkrankung kann jeden treffen, auch bei einem ,,normalen'' Bürojob, weshalb eine Berufsunfähigkeitsversicherung für jeden im Arbeitsleben so wichtig ist. Reminder: Je früher man eine BU-Versicherung abschließt, desto günstiger sind die Beiträge.

Für mehr Informationen zur Berufsunfähigkeitsversicherung in der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung, schaue dir gerne unseren Artikel hierzu an.

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Tipps für den Umgang mit Leistungsdruck am Arbeitsplatz

Wenn du dich am Arbeitsplatz unter Leistungsdruck fühlst, gibt es einige praktische Tipps und Methoden, die dir helfen können, besser damit umzugehen:

  1. Es ist zunächst wichtig, die Ursachen des Drucks zu identifizieren. Indem du dir Zeit nimmst, die Gründe zu verstehen, kannst du gezieltere Maßnahmen ergreifen, um den Leistungsdruck zu reduzieren.
  2. Setze dir realistische Ziele, um Überforderung und Stress zu vermeiden. Es ist entscheidend, Aufgaben abzulehnen, wenn du sie nicht übernehmen kannst, um eine Überlastung zu verhindern.
  3. Regelmäßige Pausen sind von großer Bedeutung, um zu entspannen und neue Energie zu tanken. Achte auch auf kleine Auszeiten während des Arbeitstages.
  4. Die Pflege einer ausgeglichenen Work-Life-Balance ist entscheidend. Achte darauf, auch außerhalb des Jobs Zeit für dich zu haben, um Erholung zu finden.
  5. Das Üben von Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung kann helfen, Stress abzubauen. Finde diejenige, die am besten zu dir passt.
  6. Wenn der Druck zu überwältigend wird, sei nicht allein damit. Sprich mit anderen darüber, suche professionelle Hilfe oder erwäge die Teilnahme an einem Stressbewältigungskurs.
  7. Zusätzlich sind positive Denkweise, Hobbys und Freizeitaktivitäten sowie die Beachtung von Ernährung und Schlaf entscheidende Faktoren für deine körperliche und psychische Gesundheit.


Die Integration dieser Tipps und Methoden in deinen Alltag kann dazu beitragen, den Leistungsdruck am Arbeitsplatz zu reduzieren und gleichzeitig deine Gesundheit zu schützen. Denke daran, dass du nicht allein bist, und es gibt Wege, besser mit dieser Herausforderung umzugehen.

Wie unterstützt dich deine Krankenversicherung bei Leistungsdruck?

Wenn du am Arbeitsplatz unter Leistungsdruck stehst und gesundheitliche Beschwerden entwickelst, ist es beruhigend zu wissen, dass deine Krankenversicherung Unterstützung bietet. Sie deckt die Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen, wenn diese aufgrund von Leistungsdruck am Arbeitsplatz entstehen.

Dein erster Ansprechpartner in dieser Situation kann der Betriebsarzt bzw. die Betriebsärztin oder dein Hausarzt bzw. deine Hausärztin sein. Ein offenes Gespräch mit ihm oder ihr ermöglicht es, deine Situation zu besprechen und festzustellen, ob weitere medizinische Maßnahmen erforderlich sind. Sie können entscheiden, welche Behandlungen und Maßnahmen die nächsten notwendigen Schritte sind, um deine körperliche und psychische Gesundheit zu stabilisieren.

Aber auch Angebote deiner Krankenversicherung wie Stressbewältigungskurse können dabei helfen, Strategien zu finden mit Leistungsdruck umzugehen und Erkrankungen vorzubeugen. Eine private Krankenversicherung könnte dabei die bevorzugte Option sein, da diese oft umfassendere Leistungen in diesem Bereich anbieten, um die mentale Gesundheit zu unterstützten und die Versicherten dahingehend finanziell zu entlasten.

Bei ottonova besteht zum Beispiel die Möglichkeit unter bestimmten Voraussetzungen, die Dienstleistungen von unserem Kooperationspartner peers. zu nutzen. Wenn du unter Leistungsdruck und langanhaltendem Stress am Arbeitsplatz leidest, kann peers. ein innovatives Angebot sein, das schnelle psychologische Unterstützung ohne Rezept und lange Wartezeit bietet.

Falls du mit großem Stress, Niedergeschlagenheit, Einsamkeit oder unkontrollierbaren Ängsten zu kämpfen hast, kannst du an digitalen Kursen teilnehmen, die darauf abzielen, Symptome zu reduzieren und mehr Resilienz aufzubauen.

Hast du schon einmal über einen Wechsel in die PKV nachgedacht?

Neben vielen weiteren Vorteilen kannst du von Vorsorgeleistungen profitieren, die in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht (vollständig) übernommen werden:

Wie kommunizierst du Leistungsdruck am Arbeitsplatz?

Du stehst unter Leistungsdruck am Arbeitsplatz und fragst dich, wie du das Thema am besten kommunizieren sollst? Es ist wichtig, offen darüber zu sprechen, um den Druck zu mindern und gemeinsam Lösungen zu finden. Hier sind einige Tipps, wie du das am besten angehst:

Mit deinem/deiner Vorgesetzten: Wenn du mit deinem Vorgesetzten sprichst, überlege dir vorher, was du erreichen möchtest. Willst du den Druck reduzieren, eine andere Aufgabe übernehmen oder einfach nur deine Gefühle teilen? Bei der Druckreduktion solltest du konkrete Auswirkungen des Drucks auf deine Arbeit und Gesundheit ansprechen. Du kannst auch Vorschläge machen, wie der Druck gemildert werden kann. Wenn es um eine andere Aufgabe geht, überlege, welche Aufgaben für dich passen würden und warum. Bei einem einfachen Austausch sei ehrlich über deine Gefühle.

Mit Kollegen und Kolleginnen: Mit Kollegen und Kolleginnen zu sprechen, kann unterstützend sein. Gemeinsam könnt ihr Tipps austauschen, wie ihr mit dem Druck umgehen könnt. Eventuell könnt ihr auch gemeinsam mit dem Vorgesetzten sprechen, um Lösungen zu finden.

Mit Bekannten: Bei Bekannten kannst du dich einfach aussprechen und Unterstützung erhalten. Tipps von ihnen können auch helfen, besser mit dem Druck umzugehen.

Mit Therapeut oder Therapeutin: Ein Gespräch mit einem Therapeuten oder einer Therapeutin kann professionelle Hilfe bieten, um mit dem Druck umzugehen. Ein professionelles Gespräch kann dir helfen, die Ursachen des Drucks zu identifizieren und Strategien zu entwickeln, um den Druck zu reduzieren.

Allgemeine Kommunikationstipps:

  • Sei ehrlich und offen.
  • Vermeide Vorwürfe und Schuldzuweisungen.
  • Konzentriere dich auf konkrete Auswirkungen des Drucks.
  • Sei bereit, gemeinsam Lösungen zu finden.


Es ist wichtig zu wissen, dass du nicht allein bist, und die Kommunikation mit anderen kann der erste Schritt zu einer gesünderen Arbeitsumgebung sein.

Unterstützung durch den Arbeitgeber

Um den Leistungsdruck am Arbeitsplatz zu mindern und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu fördern, liegt es auch in der Verantwortung der Arbeitgeber, proaktiv Maßnahmen zu ergreifen. Hier sind einige konkrete Schritte, die Arbeitgeber unternehmen können:

Schaffung guter Arbeitsbedingungen

Arbeitgeber sollten sicherstellen, dass ihre Mitarbeitenden über ausreichend Zeit und Ressourcen verfügen, um ihre Aufgaben zu bewältigen. Klare Aufgabenstellungen und realistische Ziele sind entscheidend, um unnötigen Druck zu vermeiden. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeitsbelastung und verfügbarer Zeit trägt zur Entlastung bei.

Förderung eines positiven Arbeitsklimas

Ein unterstützendes Arbeitsumfeld, geprägt von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung, ist essenziell. Arbeitgeber können dazu beitragen, ein Klima zu schaffen, in dem Mitarbeitende sich unterstützt und anerkannt fühlen. Teamarbeit, offene Kommunikation und die Möglichkeit zur Mitgestaltung tragen dazu bei, den Druck zu mindern.

Ermöglichen von Entlastungsmöglichkeiten

Pausen sind von großer Bedeutung, um den Arbeitsdruck zu unterbrechen. Arbeitgeber sollten sicherstellen, dass ihre Mitarbeitenden ausreichend Pausenzeit haben und die Möglichkeit erhalten, Berufliches und Privates voneinander zu trennen. Flexibilität bei Arbeitszeitmodellen und Homeoffice-Optionen können ebenfalls dazu beitragen.

Welche präventiven Maßnahmen gibt es gegen Leistungsdruck?

Zusätzlich zu reaktiven Ansätzen können Arbeitgeber präventive Maßnahmen ergreifen, um Leistungsdruck von vornherein zu reduzieren.

Schulungen für Führungskräfte

Führungskräfte spielen eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung des Arbeitsumfelds. Schulungen sollten sie darin unterstützen, Anzeichen von Leistungsdruck zu erkennen und effektive Strategien zur Druckreduktion zu implementieren. Eine sensibilisierte Führungsebene schafft ein unterstützendes Umfeld.

Coaching und Beratung für Angestellte

Mitarbeitende sollten Zugang zu Coaching und Beratung haben, um sie bei der Bewältigung von Leistungsdruck zu unterstützen. Diese Ressourcen bieten individuelle Hilfe und Strategien zur Stressbewältigung, um die psychische Gesundheit zu fördern.

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Sophie Schürmann
HIER SCHREIBT Sophie Schürmann

Sophie ist Psychologin und Digital Health Enthusiastin. Nach ihrem Master in Business Psychology und verschiedenen Stationen in der Forschung und in der freien Wirtschaft, gründete sie gemeinsam mit Julia Maria Rüttgers und Maximilian Kirschning das Health Start-ups peers. peers. ist eine digitale Plattform, die Menschen den Zugang zu professioneller psychologischer Unterstützung vereinfachen möchte. In Gruppensitzungen werden Menschen in ähnlichen Lebenssituationen mit ähnlichen Hürden unter der Anleitung von Psychologen und Psychologinnen zusammengebracht. Die Inhalte und exklusive Lernmaterialien, die zur Verfügung gestellt werden, basieren auf der kognitiven Verhaltenstherapie.

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Marie-Theres Rüttiger
HIER SCHREIBT Marie-Theres Rüttiger

Marie-Theres ist Online Redakteurin für Gesundheits- und Versicherungsthemen bei ottonova. Sie recherchiert und schreibt vor allem über Krankenversicherung, (E-)Health und digitale Innovation, die das Leben besser machen.

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