CO2 sparen: Schritt für Schritt zu mehr Nachhaltigkeit

Du versuchst dein Leben möglichst nachhaltig zu gestalten – aber du weißt nicht, wo genau du anfangen sollst? Ein guter Schritt ist es, in deinem Alltag CO2 zu sparen und so deinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Diese 11 Maßnahmen kannst du in den verschiedensten Bereichen deines Lebens treffen.

Inhalt des Ratgebers

Der Wille und auch der gesellschaftliche Druck zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz spiegelt sich nicht nur in dem zunehmenden Umdenken in Politik und Wirtschaft und den lauten Forderungen von Jugendlichen und Erwachsenen im Rahmen von Bewegungen wie „Fridays for Future“ oder „Extinction Rebellion“ wider. Das Thema wird auch zunehmend Teil des täglichen Sprachgebrauchs: So finden neue Begriffe wie „Flugscham“, „Klimanotstand“ oder „Unverpacktladen“ nun sogar im Duden ihren Platz – ein Zeichen dafür, dass sie nicht so schnell wieder verschwinden werden.

CO2 zu sparen und nachhaltig zu leben ist nicht länger nur ein Thema für die Grünen, sondern eine dringliche Frage, die in der Gesellschaft mittlerweile eine breite Mehrheit findet. Denn Klimaschutz geht uns alle etwas an! Doch was kannst du in deinem Alltag eigentlich tun, um deine CO2-Bilanz zu verbessern? Wir haben zahlreiche CO2-Spartipps für dich gesammelt, mit denen du schon heute einen Unterschied machen kannst.

CO2 sparen ist wichtig – aber warum eigentlich?

Klar, CO2 zu sparen ist gut für die Umwelt. Das weiß heutzutage jedes Kind. Viele scheitern aber bereits an der Erklärung, warum das so ist. Deshalb hier eine kleine Auffrischung: 

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Gut zu wissen:

CO2 ist die chemische Formel für Kohlenstoffdioxid. Dieses Molekül entsteht bei vielerlei natürlicher Prozesse – zum Beispiel bei der Zellatmung. Aber auch bei der Verbrennung von Holz, Öl, Gas oder Kohle wird es freigesetzt und breitet sich in der Atmosphäre aus. Weil es sich nicht selbst wieder zersetzt, kann es nur durch Gewässer gespeichert oder mithilfe der Fotosynthese von Pflanzen gebunden werden.

Hauptsächlich bei der Energiegewinnung setzt der Mensch jedoch übermäßig viel CO2 frei, weshalb die natürlichen Mechanismen zur Bindung des Moleküls nicht mehr ausreichen. Der CO2-Anteil in der Atmosphäre steigt also an – seit den Fünfzigerjahren um etwa das Vierfache. Das CO2 in der Luft hat eine wichtige Aufgabe: Es strahlt die Wärme, die die Erde an die Atmosphäre abgibt, wieder zurück – daher auch der Begriff des Treibhauseffekts. Vereinfacht bedeutet das, dass der Anstieg von CO2 (neben dem anderer Treibhausgase) die Erderwärmung mitverantwortet. Das hat für die Umwelt katastrophale Folgen wie Temperaturveränderungen und steigende Meeresspiegel. Diese resultieren zum Beispiel in Hitzeperioden, Hunger- und Wasserkrisen, Naturkatastrophen, Verbreitung von Krankheitserregern und natürlich auch in extrem hohen wirtschaftlichen Kosten, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen.

CO2 sparen im Alltag: Hier gibt es Sparpotenzial

Wer CO2 sparen und nachhaltig leben möchte, der muss möglichst wenige und möglichst klimafreundliche Ressourcen nutzen – und zwar auch in den Lebensbereichen, die wir mit CO2-Ausstoß oft gar nicht in Verbindung bringen. Wir stellen dir vier Bereiche vor, in denen du besonders viel verändern kannst.

CO2 sparen: Ernährung umstellen

1. Vegan oder vegetarisch ernähren

In der Tierhaltung, besonders in der Massentierhaltung, werden sehr viele Treibhausgase ausgestoßen. Der Ökologe Joseph Poore von der Oxford University hat berechnet, dass der durchschnittliche Deutsche den Ausstoß von rund elf Tonnen Treibhausgasen pro Jahr verursacht. Bei veganer Ernährung sind es jedoch bei gleichbleibendem Lebensstil durchschnittlich nur neun – denn Veganer können in Thema Ernährung mehr als 50 Prozent CO2 sparen. Zur Orientierung: ein Kilo Rindfleisch verursacht den Ausstoß von rund 13 Kilogramm Treibhausgasen, ein Kilo Butter 23 Kilo und ein Kilo Sahne oder Käse 7 bis 8 Kilo.


Vegan werden leicht gemacht

Unser Guide zum Einstieg in die vegane Lebensweise


2. Saisonal und lokal essen

Experten empfehlen zum CO2-Sparen eine Ernährung, die auf saisonalen und lokalen Produkten basiert. Dadurch fallen lange Transportwege sowie Kühlvorgänge weg, die importierte Lebensmittel benötigen.

3. Auf Frische achten

Wenn du nachhaltig leben möchtest, dann machst du mit frischen Lebensmitteln alles richtig. Denn aufwendig verarbeitete oder gekühlte Produkte verbrauchen in der Regel mehr Energie.

4. Mit Bio und Öko CO2 sparen

Bio- und Ökosiegel sind nicht nur ein Hinweis auf eine humanere Tierhaltung oder auf den Verzicht auf umweltschädliche Pestizide, sondern können auch ein Anhaltspunkt für einen besseren Klimaschutz sein. In der konventionellen Landwirtschaft wird nämlich oft auf Futter und Dünger gesetzt, die erst aus Südamerika importiert werden müssen.

Aber Achtung: Das Sparpotenzial gilt natürlich nicht für importierte Bioprodukte. Auch kann es sein, dass wegen niedrigeren Erträgen beim Anbau von Bioprodukten mehr Land genutzt werden muss. Alles in allem kommt es also auf das konkrete Lebensmittel an.


Was bedeutet Bio eigentlich?

Bio- und Ökosiegel im Überblick 


CO2-Spartipps für die Wohnung

1. Energie sparen durch richtiges Heizen und Lüften

Kleinere Wohnungen sind besser für die Umwelt, denn sie müssen weniger beheizt werden. Doch das ist beim Thema Energiesparen nicht der einzige Faktor. So haben ältere Häuser oft eine schlechtere CO2-Bilanz – unter anderem, weil sie schlechter gedämmt sind. Hier gibt es also viel Potenzial: Etwa 13 Prozent der Heizenergie kannst du mit der Dämmung der Außenwände sparen, neue Fenster und Türen tragen noch einmal neun Prozent bei. Die beste Investition ist jedoch der Wechsel zu einer modernen Heizung: Bis zu 40 Prozent Einsparpotenzial bietet sich hier.

Falls du in einer Mietwohnung lebst und bei solchen Baumaßnahmen kein großes Mitspracherecht hast, kannst du dennoch einiges tun. Zum Beispiel Stoßlüften anstatt die Fenster zu kippen. So sparst du bis zu 340 Kilo CO2 pro Jahr! Weitere 160 Kilo weniger sind es im besten Fall für jedes Grad, um das du deine Wohnungstemperatur reduzierst. Diese Zahlen hängen natürlich auch von deiner Wohnungsgröße ab – bei kleineren Wohnungen sparst du tendenziell weniger, aber auch dann lohnen sich diese Tipps natürlich.

CO2 Sparen Strom

2. Strom- und Gasanbieter wechseln

Wann hast du zum letzten Mal deinen Stromanbieter gewechselt? Wenn du deine CO2-Bilanz verbessern möchtest, könnte es mal wieder Zeit werden. Denn eine der wichtigsten Maßnahmen gegen CO2-Ausstoß ist der Umstieg auf erneuerbare Energien. Achte bei deinem Wechsel zu Ökostrom auf Gütesiegel wie das „OK-Power-Label" oder das „Grüner Strom Label“. Und mit einem Vorurteil müssen wir noch aufräumen: Der umweltfreundlichere Anbieter muss nicht teurer sein als dein bisheriger Versorger – je nach Tarif kannst du sogar auch in finanzieller Hinsicht sparen. Auch der Umstieg auf Biogas lohnt sich mit Blick auf die Nachhaltigkeit natürlich. Allerdings musst du dafür meist tiefer in die Tasche greifen.


Ein Wechsel lohnt sich auch bei deiner Krankenversicherung

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3. Elektrogeräte unter die Lupe nehmen

Wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht, dann sind Elektrogeräte ein zweischneidiges Schwert. Denn gerade alte Geräte brauchen sehr viel Energie – ein neues, energieeffizienteres Modell zu kaufen, ist aber oft nicht die umweltfreundlichste Option, weil dieses auch erst einmal unter hoher Energieaufwendung hergestellt werden muss. Deshalb solltest du in der Regel alte Haushaltsgeräte, aber auch dein Handy oder den Laptop erst austauschen, wenn diese kaputt sind. Bei besonders alten Geräten kann sich der Tausch dennoch lohnen. Für den Kühlschrank (oftmals der größte Stromfresser im Haus) empfehlen Experten, Modelle ab rund zehn bis zwölf Jahren auszutauschen. Jüngere Modelle solltest du lieber noch weiter benutzen. Für alle Geräte gilt: nachts den Standby-Modus ausschalten!

Ob Kühlschrank oder Waschmaschine, wenn du dir ein neues Gerät anschaffen musst, dann solltest du dabei zuerst an die Energieeffizienzklasse denken. Denn diese verrät, wie du Energie sparen und damit auch den CO2-Ausstoß verringern kannst. Die Klassen reichen von G bis A+++. Für jede Art von Gerät, also Fernseher, Spülmaschine und Co., gibt es jeweils ein fiktives Vergleichsgerät, auf das sich das Einsparpotenzial bezieht. Mit einem Kühlschrank der Klasse A+++ sparst du zum Beispiel mindestens 79 Prozent gegenüber diesem Vergleichsgerät, wählst du lediglich die Klasse A, sind es nur noch 45 Prozent.

CO2-Bilanz verbessern beim Reisen und Transport

1. Für den Klimaschutz aufs Fliegen verzichten

Du hast es wahrscheinlich schon befürchtet: Aber einer der größten Klimakiller ist nun einmal das Flugzeug. Vor allem auf Kurzstrecken gibt es jedoch allerlei Alternativen. Die schlechteste ist das Auto, vor allem dann, wenn du allein fährst. Ist das Auto voll, verringert sich der CO2-Ausstoß pro Person natürlich. Sinnvoll ist das aber nur dann, wenn die anderen Personen sonst selbst gefahren wären. Besser sieht es bei der Bahn aus – auch auf dem Arbeitsweg kannst du mit S-Bahn und Co. CO2 sparen. Die umweltfreundlichste Alternative auf kürzeren Strecken ist allerdings der Fernbus. 

Muss es doch einmal die Fernreise sein, dann kannst du mit Unternehmen wie atmosfair deinen CO2-Verbrauch kompensieren. Diesen Organisationen bezahlst du je nach Flugdauer eine bestimmte Summe, welche dann in Projekte gesteckt wird, die sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzen. Besser ist es allerdings trotzdem, auf den Flug zu verzichten.

CO2 Sparen Zugfahren

2. Weniger Sterne-Hotels

Bei vielen heißt es im Urlaub: mehr ist mehr! Luxushotels mit Pool, Klimaanlage, Wellnessbereich und jeden Tag neuer Bettwäsche haben natürlich ihren Reiz. Allerdings gilt auch: umso mehr Luxus, desto mehr CO2. Denn all diese Leistungen verbrauchen viel Energie. Pro Übernachtung in einem 1-Sterne-Hotel kannst du im Vergleich zu einem 5-Sterne-Hotel in Großbritannien laut Verband des Deutschen Reisemanagements schon einmal 9 Kilo CO2 sparen. Vielleicht treffen sich dein Umweltgewissen und dein Luxusbedürfnis einfach in der Mitte?

Nachhaltig leben: Weniger Konsum und bewusst Geld anlegen

1. Konsumverhalten überdenken

Möchtest du CO2 sparen, dann hilft es auf jeden Fall, einen Blick auf den Konsumverhalten zu werfen. Fast alles, was du kaufst, muss unter Energieaufwendung produziert werden. Ein sehr großer Klimasünder ist zum Beispiel die Textilindustrie. Laut WWF verursacht diese pro Jahr einen CO2-Ausstoß von rund 1,7 Milliarden Tonnen. Kleidung – sowie Möbel oder Elektrogeräte – kaufst du also am besten aus zweiter Hand oder achtest zumindest auf Qualität statt Quantität. Auch der Blick auf das Material kann sich lohnen. So sparst du beim Kauf von Bio-Baumwolle etwa 50 Prozent CO2.

CO2 Sparen Konsumverhalten

2. Nachhaltige Geldanlagen wählen

Wusstest du, dass du vielleicht gerade im Moment klimaschädliche Branchen mit deinem Ersparten finanzieren könntest? Wenn dein Geld bei einer Bank liegt, dann investiert diese es natürlich weiter, um Gewinne zu machen. Dass das Klima dort in der Regel nicht an erster Stelle steht, überrascht dich vermutlich nicht. Viele Banken investieren zum Beispiel in die Erdöl- oder Braunkohle-Förderung.

Damit du mit deinem Geld keine Klimasünder (oder auch Branchen wie die Waffenindustrie oder Atomenergie) unterstützt, kannst du auf eine Bank umsteigen, die sich auf nachhaltige Anlagen spezialisiert hat. Dazu gehören zum Beispiel Triodos, die GLS Bank oder EthikBank. Auch mit Investitionen in nachhaltige ETF oder zum Beispiel Erneuerbare Energien-Projekte kannst du nicht nur deinem Geldbeutel etwas Gutes tun.


Nachhaltiges Investment für Einsteiger

Alles zu Kriterien und Kritik


CO2 sparen per App: Diese CO2-Rechner eignen sich

Mit mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit ist das CO2-Sparen im Alltag gar nicht so schwer. Damit du weißt, wie klimafreundlich du bereits lebst, empfehlen wir dir, einmal deine persönliche CO2-Bilanz zu berechnen. Das kannst du zum Beispiel mit dem CO2-Rechner des Bundesumweltamts tun. Hier überprüfst du in einem kurzen Schnellcheck, wie du im Vergleich zum Durchschnittshaushalt dastehst, kannst aber auch ein sehr detailliertes Bild über deinen CO2-Ausstoß erhalten. Interessant ist auch das CO2-Szenario, mit dem du überprüfen kannst, was du mit bestimmten Änderungen in deinem Leben einsparen kannst.

Du wünschst dir tägliche Unterstützung bei deinem Beitrag für das Klima? Dann empfehlen wir dir das CO2-Sparen per App. Eine solche gibt es zum Beispiel von Earth Hero, welche es dir erlaubt, deinen ökologischen Fußabdruck zu berechnen und dir konkrete Ideen vorschlägt, wie du diesen noch weiter verkleinern kannst. Ebenfalls geeignet ist die App Klima: Auch mit dieser kannst du deinen CO2-Ausstoß berechnen und mithilfe von Spenden an nachhaltige Projekte wieder ausgleichen – ganz unkompliziert. Das Ergebnis deines Beitrags lässt sich anschließend in Echtzeit verfolgen. Auch diese App gibt dir nützliche Tipps, wie du im Alltag CO2 sparen kannst.

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Du möchtest sofort anfangen, unsere Maßnahmen gegen CO2-Ausstoß umzusetzen? Dann fang doch gleich mal bei deinem nächsten Gang zum Supermarkt damit an. Wir unterstützen dich mit Tipps zur klimafreundlichen Ernährung:

Marie-Theres Rüttiger
HIER SCHREIBT Marie-Theres Rüttiger

Marie-Theres ist Online Redakteurin für Gesundheits- und Versicherungsthemen bei ottonova. Sie konzipiert den Redaktionsplan, recherchiert und schreibt vor allem über (E-)Health und Innovation, die das Leben besser machen.

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