Moderne Bürokonzepte für die Arbeitswelt von morgen

Geteilter Arbeitsplatz, Think Tanks und ein flexibles Büro im eigenen Zuhause: Moderne Bürokonzepte passen sich an den Wandel der Arbeitswelt durch Digitalisierung und Globalisierung längst an. Was die Bürokonzepte der Zukunft alles können, liest du hier.

Inhalt des Ratgebers

Das klassische Einzelbüro stirbt aus – Unternehmen investieren immer mehr Geld in moderne und offene Bürokonzepte. Der Grund: Die Arbeitswelt ist im Wandel. Unsere zunehmend digitalisierte und globalisierte Welt beeinflusst längst wie wir heute arbeiten. New Work bedeutet smarte Bürokonzepte, die weniger ein klassisches Büro sind, sondern vielmehr ein Treffpunkt und Ort des sozialen Austausches. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Ausgestaltung der Büros: Jede Menge innovative Bürokonzepte, die auf diese neuen Begebenheiten angepasst sind, wie Think Tanks, Desk Sharing oder Open-Space-Büros, werden erprobt, um die Zusammenarbeit zu fördern. Gleichzeitig birgt das auch Nachteile – wir zeigen dir, welche das sind und welche neuen Büroformen es gibt – damit du genau weißt, welches Bürokonzept zu dir passt, sollte bei dir demnächst ein Bewerbungsgespräch anstehen.

Bürokonzepte der Zukunft: Welche neuen Arbeitsformen gibt es?

Grundsätzlich werden Büros immer flexibler, Unternehmen achten mehr darauf, dass sie ein sogenanntes reversibles Büro gestalten. Ein solches Büro kann je nach Bedingung schnell und einfach umgebaut und angepasst werden, wenn sich der Bedarf und die Anforderung ändern. Hier helfen beispielsweise Raumtrenner und verschiebbare Trennwände, um bei Teamzuwachs oder kleineren Konstellationen die Büros neu auszurichten. Neben den klassischen Einzelbüros oder Zwei- bis Dreier-Zellenbüros gibt es für solche flexiblen Bedürfnisse heute ganz neue moderne Bürokonzepte – wir stellen dir die gängigsten vor:

1. Großraumbüro oder Open-Space-Büro

Beim Thema Großraumbüros scheiden sich die Geister. Einerseits sorgen große, offene Räume für ein kreatives Arbeitsumfeld mit kurzen Wegen, die dadurch das Betriebsklima und die Produktivität fördern. Aber du kennst das sicher auch: In der Realität kann es aber auch schnell laut werden, wenn die Kollegen wieder laut telefonieren oder sich über das Fußballspiel des Vortags austauschen. So ein Großraumbüro beherbergt schon zehn oder mehr Kollegen, die an Gruppenschreibtischen sitzen und nur durch Büromöbel getrennt sind. Ganz so schlimm ist es dann aber doch nicht: Schallisolierende Teppiche und Wandverkleidungen sorgen für etwas mehr Ruhe. Open-Space-Lösungen eignen sich besonders für Abteilungen oder größere Teams, wenn untereinander rege Kommunikation notwendig ist. Wenn du also beispielsweise im Projektmanagement tätig bist und mit vielen verschiedenen Ansprechpartnern zu tun hast, kann so ein Open-Space-Büro für dich passend sein.

Nachteile

  • Open-Space-Büro-Nachteile müssen bereits bei Planung mitbedacht werden
  • Konzentriertes Arbeiten kann schwerer fallen, weil der Geräuschpegel meist höher ist
  • Flexibilität nötig, da man sich Büroutensilien und Ausstattung mit anderen teilt

Vorteile

  • Das Open-Space-Bürokonzept ist besonders flexibel in der Arbeitsplatzgestaltung
  • Neue Teammitglieder werden sofort integriert
  • Schnelle und flexible Kommunikation möglich
  • Besonders platzsparend: Viele Mitarbeiter können auf vergleichsweise wenig Raum untergebracht werden

2. Kombibüro

Das Kombibüro ist eine Kombination von Einzelbüros mit offenen Zonen wie Besprechungszonen, die gemeinschaftlich genutzt werden können. Meistens sind die Einzelbüros mit transparenten Wänden ausgestattet, um offen zu wirken. So soll eine gute Verbindung von konzentriertem Arbeiten am Schreibtisch und Kommunikation in den Gemeinschaftsräumen geschaffen werden. Wenn du also beispielsweise mit privaten Daten zu tun hast, gleichzeitig aber auch viel im Team arbeitest, kann so ein Kombibüro für dich passend sein.

Nachteile

  • Hoher Flächenbedarf im Verhältnis zu Arbeitsplätzen
  • Mitarbeiter können durch die Glaswände, die zur Abtrennung vor Gemeinschaftszonen dienen, schneller abgelenkt werden

Vorteile

  • Leichter Wechsel zwischen konzentriertem Arbeiten und Teamarbeit
  • Privatsphäre bleibt gewährleistet
  • Mitarbeiter können in den Einzelbüros Beleuchtung und Klima selbst regeln

3. Desk Sharing oder freie Platzwahl

Beim sogenannten Desk Sharing hat kein Mitarbeiter mehr einen festen Schreibtisch, sondern alle teilen sich eine gewisse Anzahl an verfügbaren Arbeitsplätzen. So soll verhindert werden, dass ein Großteil der Arbeitsplätze aufgrund von Urlaub oder Abwesenheit ungenutzt bleibt. Solch ein Multi-Space-Büro ist also eine offen gestaltete Arbeitsumgebung, in der den Mitarbeitern verschiedene Arbeitsorte zur individuellen Arbeitsgestaltung zur Verfügung stehen: zum Beispiel ruhige Einzelzimmer für konzentriertes Arbeiten, Telefonzellen für lange Gespräche oder Räumlichkeiten, in denen gemeinsam mit Kollegen kollaborativ gearbeitet werden kann. Achtung: Hier herrscht normalerweise eine Clean Desk Policy, das heißt, all deine persönlichen Dinge verschwinden abends in Schließfächern oder Rollcontainern.

Nachteile

  • Desk-Sharing-Nachteile: Man verliert seinen persönlichen Arbeitsplatz und muss gewisse Infrastruktur mit anderen teilen
  • Man sitzt nicht immer am Lieblingsplatz und muss sich immer wieder flexibel auf eine neue Umgebung einstellen
  • Wer früher kommt, bekommt vermeintlich die besten Plätze: Das kann beim Mitarbeiter Stress verursachen
  • Man weiß nicht immer, wo man Mitarbeiter und Kollegen findet

Vorteile

  • Desk-Sharing-Vorteile liegen auf der Hand: Ratio von Arbeitsplätzen zu Mitarbeitern ist meist kleiner als eins, wodurch man als Unternehmen Platz spart
  • Raumverteilung kann effizienter gestaltet werden
  • Flexible Office: Arbeitnehmer hat mehr Raum für Umgebungen, die zum Beispiel für gemeinschaftliche Aktivitäten genutzt werden können
  • Schnelle und flexible Kommunikation
  • Man kann sich je nach derzeitiger Teamzusammenarbeit gruppieren

4. Non-Territoriales Büro

Heutzutage arbeiten immer mehr Arbeitnehmer von zu Hause, aus Cafés oder von unterwegs. Ein fester Arbeitsplatz ist gar nicht mehr zwingend nötig, stattdessen setzen viele Unternehmen auf ein flexibles Büro. Solche non-territorialen Arbeitsplätze können dann eben beispielsweise Home Office oder Telearbeit sein, bei denen man zu Meetings dann im Büro zusammenkommt.

Nachteile

  • Wenn man viel von zu Hause oder nicht büroähnlichen Umgebungen aus arbeitet, kann die Grenze zwischen Freizeit und Arbeit schnell verschwimmen
  • Man neigt oft dazu, mehr zu arbeiten oder auch am Wochenende den Computer aufzuklappen
  • Hohes Maß an Selbstdisziplin notwendig

Vorteile

  • Arbeit außerhalb des Bürogebäudes bietet viel Flexibilität
  • Man spart sich oft den zeitintensiven Weg ins Büro
OpenSpace Büro

Bei großen Unternehmen wie Microsoft, Google oder Adidas sind solche modernen Bürokomplexe längst fester Bestandteil der Firmenkultur. Microsoft beispielsweise hat schon seit mehreren Jahren keine festen Sitzplätze mehr und fördert aktiv die Home Office Option. Adidas setzt auf verstellbare Tische und Relax-Oasen. Im Internet findest du jede Menge spannende Konzepte. Neben den neuen Büroaufteilungen gewinnt auch das Arbeiten von zu Hause aus immer mehr an Bedeutung. Wir haben Tipps für dich, damit du in den eigenen vier Wänden maximal produktiv sein kannst.

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