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9. März 2020

Hautscreening: Hautkrebs rechtzeitig erkennen

Hautkrebs ist mit mehr als 200.000 Neuerkrankungen im Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Doch ein Hautscreening beim Arzt nehmen vergleichsweise nur wenige Menschen wahr. Wie der Hautkrebs-Check Schritt für Schritt abläuft, erfährst du hier.

4 min

Du bist 35 oder älter? Dann hast du einen Anspruch auf die „Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs“. Hierbei geht es darum, frühzeitig zu entdecken, ob du eine der folgenden Krebserkrankungen hast:

  • Malignes Melanom
  • Basalzellkarzinom
  • Spinozelluläres Karzinom

Die Früherkennung ist wichtig: Denn immer mehr Menschen erkranken in Deutschland an Hautkrebs – jede dritte Krebsdiagnose gehört dazu.

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In den seltensten Fällen ist dies lebensbedrohlich, da es sich dabei vor allem um den weißen Hautkrebs handelt, das sogenannte Basalzellkarzinom. Als malignes und damit bösartiges Melanom wird hingegen der schwarze Hautkrebs bezeichnet.

Durchgeführt wird die Untersuchung von einem Facharzt, der übrigens nicht immer Dermatologe sein muss. Auch Fachärzte der Allgemeinmedizin, für Innere Medizin, für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Ärzte ohne Gebietsbezeichnung und praktische Ärzte dürfen das Hautscreening durchführen, solange sie die entsprechende Genehmigung und an einem Fortbildungsprogramm teilgenommen haben.

Was deckt der Hautkrebs-Check ab?

  • die Anamnese
  • eine visuelle Ganzkörperinspektion der gesamten Haut einschließlich des behaarten Kopfes sowie aller Körperfalten
  • die Befundmitteilung und eine Beratung
  • die Dokumentation

Anamnese:

Die Früherkennung startet immer mit der Anamnese. Hier wirst du unter anderem nach Hautkrebserkrankungen in der Familie und Beschwerden oder Auffälligkeiten, sowie zu deinem Umgang mit natürlicher und künstlicher UV-Strahlung befragt.

Untersuchung: 

Bei der Untersuchung wird dein ganzer Körper – inklusive Körperfalten und Kopf – nach einem bestimmten Schema und mit dem bloßen Auge auf Hautaufälligkeiten abgesucht, die auf ein malignes Melanom, ein Basalzellkarzinom oder Spinozelluläres Karzinom hindeuten könnten. Du solltest am Untersuchungstag also auf Make-up, Körperschmuck, Nagellack und aufwendige Frisuren verzichten. Die Muttermalentfernung ist kein Bestandteil des Screenings.

Befundmitteilung und Beratung: 

Du erhältst von deinem Arzt das Ergebnis der Untersuchung und wirst über dein individuelles Hautkrebsrisiko informiert. Zusätzlich werden dir Tipps gegeben, wie du dich und deine Haut schützen kannst. Sollte ein auffälliger Befund festgestellt werden, bekommst du eine Überweisung für eine Zweituntersuchung, zum Beispiel bei deinem Hautarzt. Von diesem wirst du erneut untersucht, gegebenenfalls wird für eine Diagnosesicherung auch eine Gewebeprobe entnommen. 

Dokumentation: 

Am Ende werden die Daten an die Krankenversicherung übermittelt. Dokumentiert wird zum Beispiel eine Verdachtsdiagnose.

Wie oft solltest du zum Hautkrebs-Screening gehen?

Die Untersuchung kann alle zwei Jahre wiederholt werden. Doch nach den Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung nutzen nur circa 30 % das Angebot des Hautscreenings.

Die Früherkennung ist aber wichtig, da nur so Hautkrebs oder seine Vorstufen rechtzeitig entdeckt werden können. Ziel ist es, Hautkrebs vorzubeugen und die Heilungschancen zu erhöhen sowie schwere Komplikationen zu vermeiden.


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Was kostet ein Hautscreening?

Hautscreening-Kosten fallen für dich ab 35 als gesetzlich Versicherter keine an, denn die Untersuchung darf nicht als individuelle Gesundheitsleistung (Igel) abgerechnet werden. Privat Versicherte können sich bei ihrer Krankenversicherung nach einer Übernahme der Kosten informieren. Die Verwendung eines Auflichtmikroskops, auch Dermatoskop genannt, gehört nicht zu dem normalen Hautscreening dazu. Die Kosten hierfür werden nur dann übernommen, wenn damit gezielt eine verdächtige Stelle untersucht wird. Ansonsten handelt es sich um eine IGe-Leistung, die selbst gezahlt werden muss.

Gut zu wissen:

Zahlreiche Krankenkassen haben Sonderverträge mit dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen abgeschlossen im Rahmen derer teilnehmende Hautärzte auch Versicherten, die jünger als 35 sind, ein kostenloses Screening anbieten können.

Pros und Cons des Hautscreenings

2008 wurde ein deutschlandweites, standardisiertes Hautkrebs-Früherkennungsprogramm gestartet: das Hautkrebsscreening. Die Untersuchung ist freiwillig und richtet sich an Versicherte ab 35 Jahre und kann sowohl Vor- als auch Nachteile haben. Es ist bisher nicht sicher belegt, dass durch das Programm tatsächlich weniger Menschen an Hautkrebs sterben. Hier besteht also definitiv noch Forschungsbedarf.

Trotz aller Sorgfalt kann es dennoch vorkommen, dass Hautkrebs bei einem Screening nicht erkannt wird, da das Ganze rein visuell stattfindet. Außerdem schützt das Hautscreening nicht automatisch vor Hautkrebs, da es nur den aktuellen Stand abbildet und schnell wachsende Tumore auch zwischen zwei Untersuchungen entstehen können.

Außerdem ist es denkbar, dass es zu einer Überdiagnose oder Übertherapie kommt und eine Hautkrebserkrankung bei einem Patienten behandelt wird, die dem Betroffenen nie Probleme bereitet hätte. Es kommt auch vor, dass krebsverdächtige Hautstellen entfernt werden, bei denen die anschließende Gewebeuntersuchung zeigt, dass es sich gar nicht um Krebs handelte. Bei Betroffenen entstehen so möglicherweise Sorgen und Ängste, sowie eine kleine Narbe.

Risiko-Check: Wie hoch ist dein persönliches Risiko für Hautkrebs?

Der mögliche Nutzen der Früherkennung hängt vor allem davon ab, wie hoch das persönliche Risiko ist, an Hautkrebs zu erkranken und zu sterben. Statistiken geben Auskunft darüber, wie das Risiko von Alter und Geschlecht abhängt. Das höchste Risiko haben demnach ältere Männer. Das individuelle Erkrankungsrisiko gilt als erhöht, wenn:

  • du in deiner Kindheit, Jugend und als Erwachsener häufig UV-Strahlung ausgesetzt warst

    Es sind die größten Risikofaktoren überhaupt: UV-Bestrahlung durch Sonne und Solarium sowie Sonnenbrände in jungen Jahren. Eine immer wiederkehrende UV-Belastung löst vor allem das maligne Melanom aus, eine dauerhafte UV-Bestrahlung das Spinaliom. Für das Basalzellkarzinom sind sowohl die wechselnde, als auch die dauerhafte Bestrahlung verantwortlich.

  • du viele Muttermale hast

    Mit der Anzahl von Leberflecken und Muttermalen nimmt auch das Risiko an einem malignen Melanom zu erkranken, zu. Es wird vermutet, dass ab 40 bis 50 Muttermalen das Risiko um den Faktor 4,5 steigt.

  • du einen hellen Hauttyp hast

    Wer eine helle bis sehr helle Haut hat, Sommersprossen, blondes oder rotes Haar, sowie grüne oder blaue Augen, ist besonders gefährdet – die Haut reagiert empfindlicher auf UV-Strahlung.

  • du einen Verwandten hast, der an Hautkrebs erkrankt ist

    Wenn du einen Verwandten ersten Grades hast, also deine Mutter oder Vater, bereits an Hautkrebs erkrankt ist, ist auch dein Risiko für schwarzen Hautkrebs erhöht. Das kann entweder an den Erbanlagen liegen oder aber an ähnlichen Umständen und äußeren Einflüssen.

Ob ein Hautscreening sinnvoll und wie hoch der Nutzen ist, ist also vor allem abhängig von deinem individuellen Risiko. Sollten oben genannte Punkte auf dich zutreffen oder du über 35 Jahre sein, solltest du auf jeden Fall mit deinem Arzt über die Hautkrebsvorsorge und Früherkennung sprechen.

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