20. März 2020

Darmkrebsvorsorge ab 35 wichtig? Ja oder Nein?

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland, sowohl bei Frauen als auch Männern. Kaum eine Früherkennungsmaßnahme ist so erfolgreich wie die der Darmspiegelung. Woran das liegt und ab wann auch du diese nutzen solltest.

6 Min.

Rund 60.000 Menschen erkranken jährlich an Darmkrebs. Ein Grund mehr, wieso es so wichtig ist, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Gelingen kann das nur mit der richtigen Vorsorge. Bei einer frühen Diagnose könnten circa 90 % der Darmkrebspatienten geheilt werden, weswegen der Gesetzgeber die Möglichkeit zu Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen geschaffen hat. 

Was ist Darmkrebs genau?

Als Darmkrebs, in der Fachsprache kolorektales Karzinom genannt, wird ein bösartiger Tumor des Dick- oder Mastdarms bezeichnet. Es handelt sich dabei um die zweithäufigste Krebsart bei Frauen in Deutschland, bei Männern ist es die dritthäufigste. Die Ursachen für Darmkrebs liegen unter anderem in einer falschen Ernährung, die aus wenig Ballaststoffen und viel Fleisch und Fett besteht. Auch Übergewicht, Nikotin, Alkohol, genetische Faktoren, Diabetes und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen können mögliche Auslöser sein. Darmkrebs entsteht fast immer aus Darmpolypen – die meisten von ihnen bleiben klein und harmlos, doch manchmal wachsen sie über viele Jahre und werden bösartig. Gleichzeitig liegt die Entstehung fast ausschließlich im Dickdarm. 

Darmkrebs Vorsorge B@2X

Symptome & Anzeichen

Darmkrebs entwickelt sich langsam und oft lange Zeit ohne Beschwerden. 
Folgende Anzeichen können darauf hinweisen:

  • Blut im Stuhl
  • Veränderte Stuhlgewohnheiten
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Blutarmut
  • Bauchschmerzen
  • Müdigkeit und chronische Erschöpfung
  • Fieber
  • Gefühl weniger belastbar zu sein & gewohnte Arbeit fällt schwer

Behandelt wird die Erkrankung durch eine Operation, unterstützt durch Maßnahmen wie Chemotherapie und Immuntherapie. Die Heilungschancen sind dann besonders gut, wenn der Darmkrebs frühzeitig entdeckt wurde. Sind Metastasen vorhanden, verschlechtert dies die Prognose.

Untersuchungen: Welche Früherkennungsmaßnahmen gibt es?

Grundsätzlich zählen zur Darmkrebsvorsorge der Stuhltest und die noch zuverlässigere Darmspiegelung.


Darmkrebsvorsorge: Stuhltest

Der Stuhltest kann kleinste Mengen Blut im Stuhl nachweisen, selbst die, die nicht sichtbar sind. Blut im Stuhl kann wie oben erwähnt ein Hinweis auf einen Darmtumor oder Polypen sein. Du kannst den Test bei deinem Hausarzt, Urologen, Gynäkologen oder einem Arzt für Innere Medizin abholen. Denn das Praktische: Diesen Test kannst du ganz einfach zu Hause durchführen.

Wie funktioniert das Ganze?
Der Test besteht aus einem Röhrchen und einem integrierten Stick. Hiermit entnimmst du die Stuhlprobe, es liegt aber auch immer eine Beschreibung bei. Anschließend gibst du die Probe in der Praxis ab und das möglichst nicht später als einen Tag nach der Entnahme. Deine Probe wird dann zur Analyse an ein spezielles Labor geschickt. Wird Blut nachgewiesen, wirst du von deinem Arzt darüber informiert und aufgeklärt.


Darmkrebsvorsorge: Darmspiegelung

Die Darmspiegelung ist die zuverlässigere Methode und lässt sich ambulant durchführen. Damit die Schleimhaut im Inneren des Darms gut einsehbar ist, muss dein Darm vollständig leer sein. Zur Vorbereitung gehört deswegen auch Fasten und eine abführende Trinklösung. Eine Darmspiegelung tut in der Regel nicht weh, kann aber natürlich unangenehm sein. Es besteht deswegen die Möglichkeit, die Untersuchung in Kurznarkose durchführen zu lassen oder vorher ein Beruhigungsmittel einzunehmen.

Ablauf: Was passiert bei der Darmspiegelung?
Der Arzt untersucht bei der Koloskopie (so der Fachbegriff für die Darmspiegelung) deinen gesamten Dickdarm mithilfe eines Koloskops – ein Schlauch mit Licht, der biegsam und etwa fingerdick ist und am Ende eine Kamera besitzt. Dieser wird in den After eingeführt und Schritt für Schritt bis zum Dünndarm vorgeschoben. Beim Zurückziehen wird dann deine Schleimhaut auf Veränderungen und Auffälligkeiten untersucht.

Polypen - Vorstufe Darmkrebs
Entdeckt der Behandenlde Wucherungen – die Polypen – kann er diese direkt während der Darmspiegelung entfernen, sodass sich mögliche Krebsvorstufen nicht mehr zu bösartigen Tumoren entwickeln können.


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Wann zahlt die Krankenversicherung deine Darmkrebsvorsorge?

Als gesetzlich Versicherter hast du ab einem Alter von 50 Jahren Anspruch auf die Früherkennung.

  • Zwischen 50-54 Jahren: Stuhltest einmal pro Jahr
  • Frauen ab 55, Männer ab 50: Darmspiegelung zweimal alle zehn Jahre
  • Ab 55 Jahren: Stuhltest einmal alle zwei Jahre, wenn keine Darmspiegelung gemacht wurde

Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko einer Darmkrebserkrankung, weswegen Frauen ab 55 (und Männer ab 50) die Darmspiegelung dringend empfohlen wird. Wer davor zu viel Angst oder Scham empfindet, sollte zumindest den Stuhltest zur Vorsorge regelmäßig durchführen.

Übrigens: Wer ein erhöhtes Risiko hat, weil Verwandte ersten Grades an Darmkrebs erkrankt sind, bekommt die Darmspiegelung bereits früher bezahlt.

Darmkrebsvorsorge in der PKV

In der privaten Krankenversicherung kannst du in der Regel aus einem größeren Leistungsspektrum wählen. Sie übernehmen abhängig von deinem individuellen Versicherungstarif auch weitere Testverfahren, über die dich dein Arzt informieren kann.

Welche Check-Ups sind neben der Darmkrebsvorsorge ab 35 noch möglich?

Der allgemeine Gesundheitscheck, auf den gesetzlich Versicherte ab dem vollendeten 35. Lebensjahr alle drei Jahre ein Anrecht haben, dient der Früherkennung von Krankheiten, besonders Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes. Dabei werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Klinische Untersuchung (Ganzkörperstatus)
  • Abtasten des Bauchraums
  • Abhören von Herz und Lunge
  • Beurteilung von Bewegungsapparat, Haut und Sinnesorganen
  • Impfanamnese
  • Blut-Untersuchungen (Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyceride)
  • Urin-Untersuchungen (Eiweiß, Glukose, Nitrit, rote und weiße Blutkörperchen)

Der Arzt erstellt dein individuelles Risikoprofil, informiert über die Ergebnisse und gibt Hinweise für eine gesunde Lebensweise. Sollte der Verdacht oder eine Diagnose zu einer Erkrankung bestehen, gibt es weiterfolgende Untersuchungen.

Da Darmkrebs in der Regel erst im fortgeschrittenen Alter auftritt, gehört die Darmspiegelung zu dem Check-Up 35 nicht dazu.


Warum Vorsorge besser als Nachsorge ist:

So wichtig ist der Check-up 35! 


Gute Nachrichten

Durch die Vorsorgeuntersuchungen und dadurch, dass Behandler in der Lage sind, gutartige Polypen zu erkennen und entfernen, bevor sie zu bösartigen Tumoren werden, ist die Früherkennung ein wirksames Mittel gegen Darmkrebs.

Eine Analyse des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg hat ergeben, dass die Darmspiegelung in zehn Jahren circa 180.000 Personen vor Darmkrebs bewahrt hat. Bei weiteren 40.000 Menschen wurden die Tumore so frühzeitig entdeckt, dass die Heilungschancen noch sehr gut sind. Ein weiterer Vorteil der Darmspiegelung liegt darin, dass es nur selten Komplikationen gibt, dennoch nutzen noch zu wenig Menschen die Methode.

Kläre am besten frühzeitig dein für dich individuelles Darmkrebsrisiko ab und spreche bei Veränderungen im Stuhl direkt deinen Arzt an. Falls noch nicht geschehen, solltest du dich auch weitergehend über den Check-Up 35 informieren und diesen in Anspruch nehmen. Mit dem ottonova Vorsorgeplaner wirst du sogar ganz einfach an deine Vorsorgeuntersuchungen erinnert und kannst einen Termin dafür mit der ottonova App bei einem Spezialisten ausmachen.

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