8. Januar 2020

Ayurveda – mit indischer Heilkunst durch deinen Alltag

Curry, Yoga, das Holi Festival – in deinem Alltag bist du bestimmt schon oft der indischen Kultur begegnet. Auch die Gesundheitslehre Ayurveda ist ein erfolgreicher Import. Wir erklären dir die wichtigsten Grundsätze, wie die Ayurveda Ernährung und ein fester Tagesablauf dir helfen können.

4 min.

„Seitdem ich regelmäßig Ayurveda Massagen mache, fühle ich mich toll – alle meine Blockaden sind gelöst und mein Stoffwechsel ist endlich wieder richtig in Fahrt.“ Wahrscheinlich hast du schon einmal Freunde oder Bekannte so von ihrer Ayurveda-Behandlung schwärmen hören. Das wohlklingende Wort lässt sofort an einen beruhigenden Spa-Tag mit entspannenden Massagen denken. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Die mehr als 3.000 Jahre alte indische Gesundheitslehre ist ein komplexes Konzept und umfasst weit mehr als bloße Wellness-Anwendungen. Zu der ganzheitlichen Lebensweise gehören folgende Teilbereiche:

  • Die Ayurveda Ernährung
  • Spezielle Yogapraktiken
  • Pflanzlich basierte Heilkunde
  • Massagen und Reinigungstechniken

Schon gewusst?

Das Wort „Ayurveda“ kommt aus dem Sanskrit und setzt sich zusammen aus „Ayur“ (Leben) und „Veda“ (Wissenschaft).

Vata, Pitta & Kapha: Die Typen im Überblick

Wer sich mit Ayurveda beschäftigt, der stolpert zuallererst über die drei Typen: Der Vata Typ, der Pitta Typ und der Kapha Typ. Diese entsprechen den drei Energien (Doshas), die sich in jedem Körper befinden und sich aus einem Wirkungssystem von fünf Elementen zusammenschließen. Jeder Mensch hat alle fünf Elemente in sich, das Verhältnis ist jedoch für jeden individuell. Je nachdem, welche Elemente dominieren, gehörst du Vata, Pitta oder Kapha an. Diese unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht – zum Beispiel im Körperbau, im Charakter, im Hauttyp, im Stoffwechsel und entsprechend auch in der idealen Ayurveda Ernährung.

Vata

Äther und Luft

  • Schlank und zierlich
  • Wechselhafter Charakter: mal Lebensfreude, mal Traurigkeit
  • Trockene Haut, kalte Füße und Hände


Pitta

Feuer und Wasser

  • Mittelschwer, muskulös
  • Körperlich aktiv, dynamisch
  • Guter Appetit und gute Verdauung


Kapha

Erde und Wasser

  • Schwer, oft übergewichtig
  • Ruhig und ausgeglichen, mit Hang zur Trägheit
  • Langsame Verdauung und Blässe

Während es zwar allgemeine Richtlinien für ein ayurvedisch ausgerichtetes Leben gibt, basieren die meisten tiefer gehenden Therapien auf deinem Typ. Wenn du sozusagen ein Prototyp des zierlichen Vata oder des schwerfälligen Kapha bist, kannst du das meist schon gut selbst einschätzen. Oftmals ist das jedoch nicht so eindeutig. Welche der drei Energien deiner entspricht, findest du am besten am Anfang einer Therapie mit der Hilfe eines ausgebildeten Ayurveda Heilpraktikers heraus. Auch im Internet gibt es Tests, mit welchen du deinen Typ bestimmen kannst.

Der perfekte Tag – Baue Ayurveda in deinen Alltag ein!

Mit der Umsetzung von nur wenigen Ritualen und Vorgehensweisen kannst du innere Ruhe in deinen Alltag bringen und deinem Stoffwechsel etwas Gutes tun. Das Ziel von Ayurveda ist es, den Körper auf eine gesunde Art und Weise ins Gleichgewicht zu bringen. Die Einhaltung der Prinzipien soll in positiven Effekten wie Gewichtsverlust, schönerer Haut und Haare, weniger Stress, niedrigerem Blutdruck und mehr resultieren.

Im Folgenden beschreiben wir dir einen idealen Ayurveda Tagesablauf. Natürlich musst du davon nicht alles umsetzten – überlege dir einfach, welche Angewohnheiten du am besten in deinen Alltag integrieren kannst.

2 - 6 Uhr

Der frühe Vogel fängt den Wurm – du solltest also sehr früh aus den Federn kommen. Gleich auf das Aufstehen folgen idealerweise einige Minuten der Meditation.

Ayurveda Morgenmeditation Double B

6 - 10 Uhr

Zeit für dich: in dieser Zeit solltest du dich um deinen Körper kümmern. Lass es langsam angehen – trinke ein Glas warmes Wasser, mache eine Yoga-Session und führe einmal in der Woche eine Selbstmassage mit Massageöl durch. Auch Ölziehen, Zungenreinigung oder Nasenspülung sollten morgens durchgeführt werden.


7 - 9 Uhr

Die beste Zeit, um zu Frühstücken! Am besten eine warme Mahlzeit wie zum Beispiel Porridge – das schont den Magen und regt den Stoffwechsel an. 


10 - 14 Uhr

Höchste Konzentration! Wenn du etwas Anspruchsvolles zu erledigen hast, solltest du das jetzt tun. Auch deine Konzentration ist nun an ihrem Höhepunkt angekommen. Genauso aktiv wie du ist in dieser Zeit deine Verdauung. Deine Hauptmahlzeit solltest du also in dieser Zeitspanne konsumieren. 


14 - 18 Uhr

Jetzt ist die Zeit für Routineaufgaben, die wenig Konzentration benötigen. Auch intuitive und kreative Aufgaben kannst du jetzt erledigen. Achte außerdem darauf, positive Gedanken zuzulassen und beuge dadurch automatisch Stress vor.


Less stress, more fun!

5 geniale Tipps zu Stressabbbau



18 - 22 Uhr

Zwischen 17:30 und 19:30 solltest du zum letzten Mal etwas essen – am besten eine leicht verdauliche Mahlzeit. Dann heißt es entspannen. Vielleicht mit einem Buch oder einem kleinen Spaziergang?

Die Ayurveda Ernährung

Wenn du deine Ernährung ayurvedisch ausrichten möchtest, dann ist es sehr hilfreich, deinen Typ zu kennen. Denn je nach Typ unterscheidet sich die ideale Ernährung. So ist es bei der Kapha Ernährung beispielsweise zu empfehlen, dass ab und an Fastentage eingelegt werden. Für den Vata Typ hingegen ist eine Einhaltung von regelmäßigen Mahlzeiten jeden Tag besonders wichtig. Dennoch gibt es einige allgemeine Tipps, von denen alle Typen profitieren können – ob Vata, Pitta oder Kapha:

  1. Esse sowohl morgens als auch abends etwas gut Verdauliches. Alles andere solltest du dir für die große Mahlzeit am Mittag vorbehalten.
  2. Höre auf dein Hungergefühl – zwar solltest du zu bestimmten Tageszeiten essen, allerdings nur, wenn du auch wirklich hungrig bist. Hältst du einen bestimmten Rhythmus ein, wird dein Körper sich daran gewöhnen und automatisch ein Hungergefühl auslösen.
  3. Beschränke dich auf 2-3 Mahlzeiten am Tag und versuche, Zwischenmahlzeiten zu vermeiden. Zwischen den Mahlzeiten sollten etwa 4-5 Stunden liegen.
  4. Benutze nur hochwertige, unbehandelte und frische Zutaten und koche im besten Fall selbst. Auch regionale Kräuter gehören zu einer guten Ayurveda Ernährung. Es muss nicht unbedingt exotisch sein.
  5. Lass dir Zeit beim Essen und kaue gut und lange. Konzentriere dich bei jeder Mahlzeit wirklich nur auf das Essen und lass dich nicht ablenken. Eine gute Atmosphäre im Raum hilft dabei.

Ayurveda: Krankenversicherung & Behandlung

Um mehr darüber herauszufinden, ob du dem Kapha Typ, dem Vata Typ oder dem Pitta Typ entsprichst und wie du dich dementsprechend ernähren oder verhalten solltest, ist es ratsam, einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen, der sich auf ayurvedische Behandlungen spezialisiert und entsprechende Weiterbildungen vorzuweisen hat. Dieser kann dann neben der Beratung auch therapeutische Maßnahmen wie spezielle Massagen oder Reinigungskuren durchführen oder verschreiben. Allerdings kann eine solche Behandlung schnell sehr teuer werden. Es stellt sich also die Frage, ob die Leistungen von der privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden oder ob du selbst in die Tasche greifen musst. Vorneweg: Pauschal lässt sich das nicht sagen – der sicherste Weg ist immer die direkte Ansprache deiner Krankenversicherung. Natürlich, bevor eine Behandlung begonnen wurde.

Gesetzliche Krankenversicherung

Ayurveda und Krankenkasse ist ein etwas schwierigeres Thema – besonders, wenn es um gesetzliche Anbieter geht. Bis auf wenige Ausnahmen, bei denen ein kleiner Teil der Kosten gezahlt wird, ist die Erstattung einer ayurvedisch basierten Behandlung hier in der Regel nicht möglich. Wie auch einige andere Naturheilverfahren, hat es die indische Gesundheitslehre schwer, von den gesetzlichen Kassen anerkannt zu werden. Wer bei einer solchen versichert ist, muss also oft auf die Leistung verzichten, wenn er nicht selbst für die Kosten aufkommen möchte oder kann.

Eine Möglichkeit gibt es jedoch für Mitglieder in gesetzlichen Krankenkassen: mithilfe einer privaten Zusatzversicherung können sie auch alternative Heilmethoden abdecken, beispielsweise Naturheilverfahren wie Ayurveda. Nicht immer sind hier jedoch alle Behandlungen enthalten – das ist abhängig vom individuellen Vertrag. Wenn man eine Zusatzversicherung abschließt, sollte man also darauf achten, dass Ayurveda im Leistungsspektrum inkludiert ist.

Private Krankenversicherung

Anders sieht es bei privaten Anbietern aus. Abhängig vom gewählten Tarif sind Naturheilverfahren hier anerkannt und werden erstattet – je nach Vertrag übernimmt die PKV mal bis zu einem bestimmten Betrag oder einem bestimmten Prozentsatz, mal bis zu 100 % der Kosten. Dazu ist es aber wichtig, dass der ausführende Arzt oder Heilpraktiker über eine anerkannte Ausbildung verfügt. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 bekamen Privatversicherte 1.554 Mio. Euro für Heilmittel erstattet – bei gesetzlichen Kassen lag der Betrag hingegen bei nur 618 Mio.


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Behandlung im Ausland

Natürlich ist es auch möglich, im Ausland eine Ayurveda Kur zu machen. Diese wird in der Regel von den Krankenversicherungen nicht erstattet und kann – allein schon durch die Reisekosten – sehr ins Geld gehen. Am besten eignen sich die Länder Indien und Sri Lanka, also die Region, in denen die Heilmethoden ihren Ursprung haben. Hier gibt es eine Vielzahl an Anbietern, die Kuren in verschiedener Länge und Intensität anbieten. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: „Ayurveda Arzt“ ist kein geschützter Begriff und die Bezeichnung wird oft missbraucht. So sollte man sich gut informieren, bevor man eine entsprechende Kur bucht. Wer es mit der Behandlung ernst meint, sollte darüber hinaus erstens ein paar Wochen Zeit einplanen und sich zweitens bewusst machen, dass eine richtige Ayurveda Kur kein Wellness-Aufenthalt, sondern eine medizinische Behandlung ist. Komfort und Entspannung können, müssen aber nicht Teil der Kur sein.

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