19. November 2019

Juckender Hautausschlag: Was steckt hinter Quaddeln, Pusteln und Co?

Die Haut ist das größte Organ unseres Körpers und sie schützt uns vor Krankheiten, Überhitzung und Wärmeverlust. Sie zeigt uns gleichzeitig aber auch, wenn etwas mit unserem Körper nicht stimmt: Lies hier, was hinter einem Hautausschlag steckt und was du dagegen tun kannst.

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Plötzlich juckt’s und die Haut verfärbt sich in kürzester Zeit feuerrot: Ein Hautausschlag kann jeden treffen und kommt meist überraschend. Die Ursachen können vielfältig sein. Die Haut als unser größtes Organ reagiert sowohl auf psychische als auch auf körperliche Prozesse. Und so ein Ausschlag kann ein wahrer Wandlungskünstler sein: Er verändert die Farbe, er wandert von Körperstelle zu Körperstelle und bleibt mal länger, mal ist er schnell wieder weg. Alles über die Ursachen und wie du mit einem Ausschlag am besten umgehst.

Warum entsteht ein Hautausschlag?

Wenn’s kribbelt, schuppt oder juckt, dann ist meist ein Ausschlag Schuld. Und schon stellt sich die Frage: Woher kommt dieser denn so plötzlich? Die Beantwortung ist meist gar nicht so leicht, denn „Hautausschlag“ ist ein sehr breit gefasster Begriff. Dahinter stehen über hundert Erkrankungen, die alle unterschiedliche Ursachen haben können. Ein Symptom eint sie aber alle: die Hautrötung. Wie diese entsteht, kann man grob in drei Ursachenkategorien einordnen.


Drei Ursachenkategorien für Hautausschläge:

Infekte: Es gibt verschiedene Infektionskrankheiten, die sich unter anderem in Form eines Ausschlages zeigen. Das können zum Beispiel Krankheiten wie Masern oder Röteln sein. Gründe dafür sind Erreger, gegen die sich der Körper mit einer Immunreaktion wehrt, die sich in Form einer Hautrötung zeigt.

Allergien: Ein Hautausschlag kann auch die Folge einer allergischen Reaktion sein. Hierbei muss man aber unterscheiden – eine Allergie zum Beispiel gegen Lebensmittel wird als Ausschlag bezeichnet, bei einer Kontaktallergie gegen Staub wird im Fachjargon dagegen von einem Ekzem gesprochen.

Hautkrankheiten: Hinter einem Hautausschlag können auch verschiedene Hautkrankheiten stecken, die nicht ansteckend sind. Dazu zählen beispielsweise Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte oder Rosazea.

Schon gewusst?

Die Haut gilt auch als Spiegel der Seele: Die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin (DGPM) gibt an, dass jede dritte Hautkrankheit gemeinsam mit psychischen Leiden auftritt. Rund 80 % der Bevölkerung hat mindestens einmal im Leben einen Ausschlag, besonders häufig kommt ein Hautausschlag im Gesicht, an den Armen und an den Beinen vor. Ein Hautausschlag kann den gesamten Körper (generalisiert), bestimme Körperbereiche (disseminiert) oder einzelne Hautstellen (solitär) betreffen.

Wie ist die Haut aufgebaut?

Aufbau der Haut

Die Haut ist ein Organ, welches die gesamte äußere Fläche unseres Körpers bedeckt. Sie schützt unseren Organismus vor der Außenwelt und damit vor Austrocknung und schädigenden Einflüssen wie Sonnenlicht oder Erregern. Unsere Haut ist in drei Schichten aufgebaut: die Epidermis (Oberhaut), die Dermis (Lederhaut) und die Subcutis (Unterhaut). Die Epidermis schützt uns durch fettartige Substanzen dabei vor allem nach außen gegen Krankheitserreger und schädliche Stoffe wie Sonnenlicht oder Chemikalien. Gleichzeitig bildet die Cutis nach innen Antikörper und ist so das köpereigene Abwehrsystem.

Wann sollte man bei einem Hautausschlag zum Arzt gehen?

Oft ist es schwierig, den Hautausschlag selbst zu diagnostizieren. Meist tritt dieser plötzlich als Hautrötung auf und ein direkter Auslöser ist nicht auszumachen. Viele Ausschläge gehen nach kurzer Zeit von alleine weg und sollten dich daher nicht beunruhigen. Wenn aber eines der folgenden Dinge auf deinen Ausschlag zutreffen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen:

  • Die Ursache kann nicht ausgemacht werden
  • Der Ausschlag bleibt über mehrere Tage bestehen oder tritt in Schüben auf
  • Der Juckreiz ist sehr stark
  • Es kommen weitere Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot oder Schwellungen hinzu
  • Der Ausschlag entwickelt sich schnell weiter und breitet sich aus

Rote Flecken können auch auf Hautkrebs hinweisen. Das sogenannte Basaliom oder das Plattenepithelkarzinom sorgt für rötliche Flecken. Deswegen ist es besonders wichtig, regelmäßig ein Hautscreening beim Arzt durchführen zu lassen. Dadurch können vor allem solche ernsthaften Erkrankungen sofort erkannt werden.


Du bist dir unsicher, wie schlimm dein Hautausschlag wirklich ist?

Bei diesen Krebs-Anzeichen solltest du zum Arzt gehen.


Welche unterschiedlichen Hauttypen gibt es und welche sind dabei besonders empfindlich?

Grundsätzlich unterscheidet man fünf Hauttypen:

Normale Haut: Eine normale Haut bedeutet, über ein ausgeglichenes Hautbild zu verfügen. Die normale Haut ist weder zu trocken noch zu feuchtigkeitsarm. Die Haut ist gut durchblutet, zart und frisch. Sie neigt eher selten zur Empfindlichkeit.

Trockene Haut: Bei diesem Hauttyp wird weniger Talg produziert als bei normaler Haut. Daher fehlen diesem Hauttyp oft Lipide, die den Feuchtigkeitsverlust verhindern. Trockene Haut ist oft sehr feinporig, zart und feuchtigkeitsarm. Menschen mit trockener Haut leiden häufiger unter Hautausschlägen.

Fettige Haut: Diese Haut hat eine verstärkte Talgproduktion, ausgelöst durch genetische Faktoren, Hormonveränderungen, Medikamente oder Stress. Die fettige Haut ist eher dick, grobporig und glänzend. Wer eine fettige Haut hat, leidet häufiger unter Hautunreinheiten und Akne.

Empfindliche Haut: Die empfindliche oder sensible Haut ist meist trocken und neigt zu Rötungen. Sie ist feinporig und reagiert schnell auf äußere Einflüsse mit Juckreiz, Hautausschlag und Entzündungen.

Mischhaut: Die Mischhaut hat eine fettige T-Zone (Stirn, Nase und Kinn) mit einer trockenen Wangenpartie.


Vor allem, wenn trockene Haut Gesicht und Körper dominiert, sind Menschen besonders empfindlich für äußere Einflüsse.

Hautauschlag Gesicht: Ein lästiges Übel

Gerade ein Hautauschlag im Gesicht ist für Betroffene besonders unangenehm. Die roten Quaddeln, Pusteln, Flecken oder Bläschen lassen sich kaum verstecken oder überdecken. Häufig kann so ein Ausschlag eine unmittelbare Reaktion auf ein verwendetes Hautprodukt sein und verschwindet dann recht schnell wieder. Neben dem Kontaktekzem durch Pflegeprodukte gibt es aber auch andere Hauterkrankungen, die Rötungen im Gesicht verursachen:

  • Herpes zeigt sich durch Bläschen und Rötungen
  • Eine Sonnenallergie (Sonnenekzem) zeigt sich durch Hitzepickel, Rötungen und Bläschen
  • Rosazea äußert sich durch rötlich gereizte Haut
  • Eine Mundrose (rote Flecken und Bläschen) entsteht an Mund, Wangen, Kinn und Nase durch übermäßige Pflege
  • Das Seborrhoische Ekzem sind Schuppen und rote Flecken im Gesicht, von denen vor allem Männer und Säuglinge betroffen sind

Wenn bei dir ein solcher Hautausschlag im Gesicht auftritt, konsultiere am besten einen Arzt, um die richtige Behandlungsmethode zu erfahren.


Du hast das Gefühl, dein Hautausschlag ist eine allergische Reaktion?

Die häufigsten Allergien im Überblick.


Wenn ein Hautausschlag plötzlich auftritt: 5 Tipps, die du beachten solltest

  1. Zuviel Hitze und Schweiß können den Hautausschlag verschlimmern. Bei einer akuten Rötung daher möglichst auf Anstrengung und Sport verzichten und die Sauna meiden.
  2. Bei einer entzündeten Haut möglichst synthetische Materialien vermeiden. Hier staut sich die Körperwärme und das belastet die Haut. Lieber auf Baumwolle oder Leinen setzen.
  3. Vermeide Weichspüler oder andere Zusätze, diese können die Haut zusätzlich reizen.
  4. Verwende bei einem Hautausschlag wenig bis gar keine Seife oder Duschgel und wenn möglich Produkte, die ph-neutral und parfümfrei sind.
  5. Um deine Haut bei der Heilung zu unterstützen, trinke mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag.
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