20. Februar 2020

Akklimatisieren: Vermeide Hitzeerschöpfung bei heißen Temperaturen!

30 Grad, Sonne und blauer Himmel – besser könnte es nicht sein. Doch Vorsicht: Wer sich ungeschützt in der Sonne aufhält, dem droht ein Sonnenstich, eine Hitzeerschöpfung oder im schlimmsten Fall sogar ein Hitzschlag. Wie du dich davor schützen kannst und deinen Körper beim Akklimatisieren unterstützen kannst.

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Kannst du es auch kaum erwarten, bis der Sommer endlich wieder so richtig loslegt? Wenn es aber plötzlich sehr heiß wird und die Temperaturunterschiede groß werden, muss sich vor allem unser Körper erst einmal daran gewöhnen. Wie die Hitze Gesundheit und Körper mit welchen Symptomen belasten kann und was du für eine schnelle Akklimatisierung tun kannst.

Akklimatisieren: Warum ist es für den Körper so wichtig?

Akklimatisieren dient dem Körper dazu, sich möglichst schonend an neue Bedingungen zu gewöhnen. Das kann Veränderungen der Temperaturen, der Luftfeuchtigkeit aber auch Höhenunterschiede betreffen. Dafür stellt der Körper viele seine Vorgänge um – nur wenn er dafür genug Zeit hat, kann er sichern, dass alle körperlichen Funktionen intakt bleiben.

Gerade, wenn du im Winter einen Urlaub in ein tropisches Traumziel planst, können die Temperaturunterschiede gerne mal bis zu 40 Grad betragen und die plötzliche Hitze kann deinen Körper schnell überfordern. Tatsächlich braucht dieser bis zu 14 Tage, bis er sich an Hitze gewöhnt hat.

Wenn der Körper bei hohen Temperaturen nicht über ausreichend Flüssigkeit und Salze verfügt, kann das körpereigene Kühlsystem überfordert sein und es drohen körperliche Erschöpfungserscheinungen. 

Symptome: Das passiert, wenn der Körper sich nicht akklimatisieren kann

Wenn die körpereigene Wärmeregulierung aussetzt, weil der Anpassungsvorgang an die Hitze nicht ausreichend funktioniert, reagiert unser Organismus darauf mit verschiedenen körperlichen Reaktionen. Die häufigsten Erkrankungen sind die Hitzeerschöpfung, der Sonnenstich oder im schlimmsten Fall ein Hitzschlag.


Folgende Symptome weisen darauf, dass dein Körper die Hitze nicht gut verträgt:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Wärmegefühl und leicht erhöhte Körpertemperatur
  • Trockene Schleimhäute, gerötete Haut und starkes Schwitzen
  • Durstgefühl
  • Flache Atmung und Atemnot
  • Krämpfe
  • Angeschwollene Beine


Sonnenstich, Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag?

Häufig liegt dann eine Hitzeerschöpfung oder ein Sonnenstich vor. Der Sonnenstich ist eine rein auf den Kopf begrenzte Störung, die durch die direkte Sonneneinstrahlung entsteht und zu Hirnhautreizungen führen.

Eine noch schwerere Form von Überhitzung, also die Steigerung des Sonnenstichs und der Hitzeerschöpfung ist der Hitzschlag. Hier steigt die Temperatur des Körpers auf über 40 Grad an. Die Haut wird gerötet, trocken und heiß. Der Puls ist erhöht. Außerdem können Erbrechen, Krämpfe und Kopfschmerzen auftreten. Im schlimmsten Fall kann der Kreislauf zusammenbrechen, Betroffene können taumeln und Bewusstlosigkeit kann eintreten. Bei Nichtbehandlung können Gehirn und Organe sogar bleibende Schäden davontragen.

So ein Hitzschlag kann auch ohne direkte Sonnenstrahlung entstehen, sondern durch einen Wärmestau ausgelöst werden. Die Hitzschlag-Dauer ist abhängig von der Ausprägung des Hitzschlags, in den meisten Fällen können Körpertemperatur und Flüssigkeitshaushalt schon nach wenigen Stunden normalisiert werden. Wenn der Hitzschlag unterschätzt wird, können aber vor allem Herz und das Gehirn Schaden nehmen – deswegen sollte unbedingt medizinischer Rat hinzugeholt werden.

Erste-Hilfe-Tipps: Was tun, wenn ein Hitzschlag auftritt?

Wenn jemand in deiner Umgebung einen Hitzschlag erleidet, solltest du die betroffene Person in eine kühle Umgebung bringen, die Beine dabei am besten nach oben legen. Lockere die Kleidung und versuche so die Körpertemperatur etwas zu senken. Das kann durch kalte Umschläge an Stirn, Nacken, Beinen und Armen unterstützt werden. Vorsicht: Keine Eiswürfel oder extrem kalte Umschläge zum Runterkühlen nutzen, das kann zu einer weiteren Erhöhung der Körpertemperatur führen. Zuletzt solltest du dafür gesorgt werden, dass der Betroffene genug trinkt. Ein Hitzschlag sollte unbedingt im Krankenhaus behandelt werden, denn er kann unter Umständen sehr gefährlich werden.


Hausmittel wie Essig, Kamille oder Quark:

Was wirklich gegen Sonnenbrand hilft


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Temperaturunterschiede & Höhe: Wie dein Körper hier akklimatisiert

Nicht nur im Sommer oder bei tropischen Urlaubstemperaturen kann dein Körper plötzlich streiken. Auch Bei Temperaturunterschieden und Luftveränderungen in verschiedenen Höhen können körperliche Reaktionen und Symptome auftreten sowie das Akklimatisieren schwerfallen.

Da jeder Körper unterschiedlich ist, verläuft auch die Anpassung an Höhenunterschiede verschieden schnell. Die Akklimatisierung an Höhen bis 7.000 m geht vor allem mit beschleunigtem Puls, erhöhter Atemfrequenz, Herzklopfen aber auch Schlafstörungen, Albträumen und Kopfschmerzen einher.

Wer zu schnell große Höhenunterschiede vornimmt, der kann an der Höhenkrankheit leiden, die sich zuerst durch Schwindel und Kopfschmerzen zeigt. Der Grund: Je höher du kommst, desto weniger Sauerstoffmoleküle sind in der Luft. Wenn der Körper zu wenig Sauerstoff bekommt, verengen sich Gefäße in Gehirn und Lunge. Besser ist es daher, Höhenmeter langsam aufzusteigen: Experten raten, weniger als 1.500 Meter pro Tag zu bewältigen. Gleichzeitig ist es auch hier wichtig, ausreichend zu trinken.


Höhenkrankheit?

Wenn dir der Berg die Luft zum Atmen nimmt



Auch die Temperatur ändert sich, je höher du kommst. Mit zunehmender Höhe sinkt die Temperatur um etwa 6 Grad pro 1.000 Höhenmeter. Hier droht dem Körper statt eines Hitzschlags also eher eine Unterkühlung. Daher ist es wichtig, die Körperwärme zu halten, um Erfrierungen zu vermeiden. Trage deine atmungsaktive Kleidung am besten in Schichten und achte darauf, dass Jacke und Hose winddicht sind. Wenn die Klamotten feucht werden, unbedingt Wechselkleidung mitnehmen.

Tropische Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit: Auswirkungen Körper

Gerade in tropischen Urlaubsländern kann dich Luftfeuchtigkeit bis zu 70 % betragen. Das kann für den Körper neben der Hitze eine zusätzliche Belastung sein. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit kann der Körper nur wenig Wärme nach außen geben, dadurch wird er weniger belastbar. Vor allem bei starker körperlicher Belastung droht dem Organismus Schwächung.

Viele Menschen fühlen sich bei feuchtschwülem Wetter schlapp, müde und können sich schwer konzentrieren. Da du auch viel schwitzt, verlierst du noch mehr Nährstoffe als sonst, die du somit verstärkt wieder zuführen musst. Manche Menschen stellen dann Wassereinlagerungen im Körper fest.

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13 Tipps für das Akklimatisieren bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit

Wenn du planst, in den Urlaub zu fahren oder eine Hitzewelle bevorsteht, können diese Tipps helfen, von Anfang an einen kühlen Kopf zu bewahren.

  1. Da der Körper bei starker Schweißproduktion auch mehr Mineralstoffe braucht, sind isotonische Getränke gut geeignet, um den Mineralhaushalt wieder aufzufüllen.
  2. Trinke viel. Tees aus Brennnessel helfen deinem Körper bei der Entwässerung.
  3. Kaliumreiche Lebensmittel unterstützen die Regelung des Wasserhaushaltes. Auch die Zufuhr von Magnesium und Vitamin B6 ist hilfreich.
  4. Deine Klamotten sollten locker sitzen, luftig und schweißabsorbierend sein.
  5. Dusche auf keinen Fall kalt, sondern lieber lauwarm – ansonsten werden deine Poren zusätzlich zum Schwitzen angeregt.
  6. Verzichte auf schwere Gesichtscremes oder Make-up.
  7. Regelmäßiges körperliches Training hilft deinem Körper, sich auf Klimaveränderungen schneller einzustellen.
  8. Während starken Hitzeperioden solltest du Ruhephasen einplanen und zwischendurch immer wieder in den Schatten gehen.
  9. Wenn sich die Umgebungstemperatur erhöht, ändert sich auch die Zusammensetzung des Schweißes: Er wird dünner und enthält weniger Elektrolyte. Deswegen solltest du bei Hitze genug des richtigen Salzes zu dir nehmen, um den körpereigenen Salzhaushalt wieder auszugleichen. Meersalz eignet sich besonders gut dafür, Salz und Zucker in Fertigprodukten ist dagegen kontraproduktiv.
  10. Verzichte auf dicht anliegende und luftundurchlässige Kleidung, um Wärmestau zu vermeiden. Entscheide dich lieber für atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle und Leinen, am besten in hellen Farben.
  11. Trage eine Kopfbedeckung und bedecke deinen Nacken.
  12. Zum Abkühlen eignen sich kühle Armbäder oder Wassertreten.
  13. Klimaanlagen können die Akklimatisierung erschweren und sogar Sommergrippen begünstigen. Die Temperatur der Klimaanlage also lieber nicht zu kalt einstellen.

Jeder Mensch hat eine individuelle Hitzeempfindlichkeit und ein unterschiedliches Temperaturempfinden. Wenn die Temperaturen also bald wieder auf über 30 Grad klettern oder du einen Urlaub planst, denke daran, ganz genau auf deinen Körper zu hören und ihm genug Zeit zum Akklimatisieren zu geben – so bleibst du auch bei tropischen Temperaturen cool!

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