Future Food: Insekten als Energiequelle

Food der Zukunft? Du wirst überrascht sein, welche Vorteile Insekten als Ersatz für Fleisch bieten. Dabei geht es nicht nur darum, dass sie eine hervorragende Proteinquelle sind, sondern auch darum, dass sie wahrscheinlich so effizient sind wie kein anderes Nahrungsmittel.

Wusstest du, dass für circa ein Drittel der Weltbevölkerung Insekten einen natürlichen Bestandteil ihrer Ernährung darstellen? Du wirst jetzt sicher überrascht sein und denken, dass es sich hierbei um Länder handeln muss, die weit entfernt von Deutschland liegen, doch der Insekten-Food-Trend schwappt mittlerweile auch nach Europa über.

Die Novel-Food-Verordnung

Seit 2018 gilt in Bezug auf essbare Insekten eine einheitliche EU-Verordnung, nach der diese als neuartige Lebensmittel aufgefasst werden. Mit der Verordnung wird geregelt, wie aus Insekten hergestellte Produkte in den Handel gebracht werden.

Seit Mai 2021 sind auch Mehlwürmer in der EU offiziell als Lebensmittel zugelassen und dürfen in Produkten zum Verzehr verarbeitet werden.

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Übrigens:

Unter Novel Food oder neuartigen Lebensmitteln versteht man Zutaten oder Nahrung, die bisher in der EU nicht auf den Speiseplänen standen. Insekten oder insektenhaltige Produkte müssen – so besagt es die neue Verordnung –  vorab gesundheitlich bewertet und zugelassen werden.


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Warum werden Insekten gegessen?

Zugegeben, in westlichen Industrienationen wie Deutschland gelten Insekten auf dem Teller eher als Exoten. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung, kurz BfR, kann sich nur jeder zehnte Deutsche (der noch keine Insekten gegessen hat) vorstellen, diese in seinen Speiseplan aufzunehmen. Nur zehn Prozent haben sie bisher probiert, 30 % würden sie probieren und 60 % lehnen dies vor allem aus Ekel ab.

Doch wirft man einen Blick auf die Nährstoffe von Insekten, entpuppen sich diese schnell als geheimes Superfood – das auch noch leicht und ressourcenschonend in großen Mengen gezüchtet werden kann. Nahrungsmittel aus Insekten können vergleichbare aus Fisch oder Fleisch in ihrer Nährstoffbilanz bei weitem überbieten. 

Welche Nährstoffe stecken in Insekten?

Insekten sind vor allem reich an hochwertigen Proteinen (worüber sich jeder Sportler freuen wird) – einige Insektenarten verfügen über ganze 80 % Protein. Sie haben einen durchschnittlichen Fettgehalt von 13 %-33 % und ihr Energiewert ist vergleichbar mit dem von Fisch. Sie enthalten Ballaststoffe und sind je nach Spezies reich an Vitaminen und Mikronährstoffen.

Mit 100 Gramm Raupen würdest du beispielsweise bereits 76 % deines täglichen Eiweißbedarfs und 100 % deines Vitaminbedarfs decken.

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Welche Insekten kann man essen?

Ganze 1900 Insektenarten sind circa essbar. Am häufigsten stehen Käfer, ihre Larven, Schmetterlinge, Bienen, Wespen und Hummeln auf dem Menü. Weitere essbare Insekten, die sich für den Verzehr eignen, sind: Heuschrecken, Termiten, Fliegen oder Mücken.

Wie werden Insekten gegessen?

Auf dem Lebensmittelmarkt scheinen vor allem aus Insekten verarbeitete Produkte eine Chance zu haben – zum Beispiel Nudeln aus gemahlenen Mehlwürmern. Ganze Insekten, bei denen sich noch die Beine erkennen lassen, erhöhen die Barriere. Die Zubereitungsformen scheinen unendlich, meistens werden die Insekten jedoch gegrillt, getrocknet oder geröstet verzehrt.


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Ist Insekten essen eine Lösung für die Zukunft?

Alternative Fleisch: Insekten als Nahrungsmittel mögen für dich vielleicht ineffizient wirken, schließlich sind sie doch so klein. Doch wusstest du, dass der „essbare“ Anteil bei Insekten grundsätzlich höher ist? Bei einer Heuschrecke sind etwa 80 % essbar, bei Schweinen und Hühnern werden üblicherweise hierzulande nur ungefähr 55 % und bei Rindern sind es sogar nur etwa 40 % gegessen.

Insekten essen hat nicht nur gesundheitliche Vorteile. Die kleinen Tiere punkten auch in Sachen Ressourceneffizienz: sie produzieren deutlich weniger Treibhausgase als Rinder oder Schweine, sind in der Aufzucht ziemlich anspruchslos und benötigen nur ein Zehntel weniger Land als ihre „Konkurrenz“. Die Produktion und Zucht von Heuschrecken verbrauchen deutlich weniger Futter als die von der gleichen Menge Rindfleisch. Zudem passen sich Insekten der Umgebungstemperatur an, sie müssen ihre Körpertemperatur also nicht selbst regeln – das spart Energie.

In der Insektenzucht wird mittlerweile ein interessantes wirtschaftliches und ökologisches Potenzial gesehen. Die Nährstoff- und Energiekreisläufe sind aufgrund der oben genannten Punkte äußerst effizient.

Auch wenn das Essen von Insekten bisher nicht üblich ist – und sicher einiges an Überwindung kostet – so wartet der Food-Trend doch mit einigen überraschenden Vorteilen auf. Was denkst du? Werden Insekten in den nächsten Jahren eine echte Alternative zu herkömmlichem Fleisch? Und liegt in ihnen vielleicht sogar das Potenzial, eine umweltschonende Lösung für die Zukunft zu sein?

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Marie-Theres Rüttiger
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Marie-Theres Rüttiger

Marie-Theres ist Online Redakteurin für Gesundheits- und Versicherungsthemen bei ottonova. Sie konzipiert den Redaktionsplan, recherchiert und schreibt vor allem über (E-)Health und Innovation, die das Leben besser machen.

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