13. Februar 2019

Vorsorgeuntersuchung für Männer: 6 Check-ups, die wirklich wichtig sind

Obwohl sie in der Regel weniger gesund leben als Frauen, schwänzen 75 % aller Männer die Gesundheitschecks der Krankenversicherungen. Doch das kann Folgen haben. Wir verraten dir, woran Mann im Alter am häufigsten erkrankt und welche Vorsorgeuntersuchungen unverzichtbar sind.

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Männer werden statistisch gesehen seltener krank als Frauen und wenn, dann haben sie höchstens mal einen Männerschnupfen. Wozu also ein medizinischer Check-up? Laut Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) nehmen in Deutschland gerade mal ein Viertel von ihnen die Vorsorgeuntersuchungen der Krankenversicherung wahr. Kurz: Männer sind ziemlich resistent, wenn es um Besuche beim Arzt geht. Ein biblisches Alter erreichen sie damit nicht – im Durchschnitt sterben sie fünf Jahre früher als Frauen.

Herz, Lunge, Darm und Prostata: Männliche Problemzonen

Du hältst dich mit regelmäßigem Training fit und im neuen Hochbeet auf dem Balkon baust du Bio-Grünkohl an? Gesundheitsmuffel sollten sich von dir eine Scheibe abschneiden – besonders die Herren. Statistisch gesehen rauchen Männer öfter, trinken mehr Alkohol und sind häufiger übergewichtig als Frauen. Dank dieses Lebensstils sind sie auch anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

2015 starben insgesamt 58.565 Männer an einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) oder einem akuten Herzinfarkten. Das macht Erkrankungen am Herzen zur Todesursache Nummer 1 für sie.

Gleich dahinter folgen Krebserkrankungen. Interessanterweise liegt die Wahrscheinlichkeit für Männer, an Krebs zu sterben, im Vergleich zu Frauen, um 35 % höher. Das fand eine Studie der britischen Krebsforschungsgesellschaft aus dem Jahr 2013 heraus. Männer, die 2014 in Deutschland an Krebs erkrankten, erhielten dem Robert Koch Institut zufolge am häufigsten Diagnosen auf:

  • Prostatakrebs (23 %)
  • Lungenkrebs (13,9 %)
  • Darmkrebs (13,3 %)

Während Männer im Alter oft an diesen Krebsarten erkranken, ist bei Männern zwischen 20 und 40 der Hodenkrebs die häufigste Krebsart. In Relation kommt er mit etwa 4.000 diagnostizierten Fällen pro Jahr in Deutschland zwar recht selten vor. Doch weil er zum Großteil erblich bedingt ist, kann er zum Problem werden: Der Hodenkrebs betrifft oft die jungen Männer – und das ist eine Zielgruppe, die selten zur Vorsorge geht.

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Krebsvorsorge für den Mann – unbedingt, aber wann?

Vorsorgeuntersuchungen für Darmkrebs, Hautkrebs oder urologische Vorsorge sind immer sinnvoll, jedoch nicht in jedem Alter gleich empfehlenswert. Je älter der Patient, desto höher ist sein Risiko, Prostatakrebs zu bekommen. Ein 35-Jähriger hat bis zu seinem 45. Lebensjahr mit einer Diagnosewahrscheinlichkeit von weniger als 0,1 % zu rechnen. Hingegen liegt das Risiko bei einem 65-Jährigen, innerhalb von zehn Jahren daran zu erkranken, bei 5,4 %. Gerade ab 40 solltest du deshalb Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Krebs wahrnehmen.

Schnellcheck: Mann, diese Vorsorgeuntersuchungen lohnen sich!

Wer bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, für den werden alle grundlegenden Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung und Vorbeugung von Herzkreislaufproblemen und gängigen Krebsarten, aber auch anderer Erkrankungen wie Diabetes übernommen. Gesetzlich Versicherte, die darüber hinaus eine weitere Untersuchung wünschen, können diese als kostenpflichtige Zusatzleistungen (IGeL) in Anspruch nehmen. In der Regel können Privatversicherte ihre Behandlungen aus einem größeren Leistungsspektrum wählen. Was jedoch konkret erstattet wird, hängt vom individuellen Versicherungstarif und den darin verankerten Leistungen ab.

Doch egal, wie du versichert bist: Es gibt gewisse Vorsorgeuntersuchungen, die jeder Mann ab 35 Jahren in Anspruch nehmen sollte. Wenn du mehr Informationen dazu haben möchtest, kannst du jederzeit mit deinem Arzt sprechen. Welche Untersuchung mit wie vielen Jahren ansteht, zeigt dir unsere Übersicht:

Was?

Check-up 35: Bestimmung der Cholesterin- und Blutzuckerwerte anhand von Blutproben, Urintest zur Vorsorge gegen Diabetes und Nierenerkrankungen

Wann?

Ab 35 J.

Wie oft?

Alle zwei Jahre

Gesetzlich oder privat?

Gesetzlich und privat*

*tarifabhängig
Was?

Untersuchung und Screening der Haut auf Melanome und Karzinome zur Vorsorge von Hautkrebs

Wann?

Ab 35 J.

Wie oft?

Alle zwei Jahre

Gesetzlich oder privat?

Gesetzlich und privat*

*tarifabhängig
Was?
Was?

Tastuntersuchung der Prostata sowie der Lymphknoten und äußeren Geschlechtsorgane

PSA-Test mittels Blutprobe, bei der die Menge an „Prostata-spezifischem Antigen“ bestimmt wird

Wann?
Wann?

Ab 45 J.

Ab 45 J.

Wie oft?
Wie oft?

1x jährlich

Bei Bedarf

Gesetzlich oder privat?
Gesetzlich oder privat?

Gesetzlich und privat*

Privat*

*tarifabhängig
Was?
Was?

Tastuntersuchungen von Dickdarm und Rektum, Test auf Blut im Stuhl

Darmspiegelung (Koloskopie)

Wann?
Wann?

50 bis 54 J.

Ab 55 J.

Wie oft?
Wie oft?

1x jährlich

Alle 10 Jahre

Gesetzlich oder privat?
Gesetzlich oder privat?

Gesetzlich und privat*

Gesetzlich und privat*

*tarifabhängig

Urologische Vorsorge: Wann lohnt sich ein PSA-Test?

Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei älteren Männern. In einem frühen Stadium ist er gut heilbar, deshalb ist diese Krebsfrüherkennung so sinnvoll. Gesetzliche Krankenversicherungen bezahlen jährlich eine Tastuntersuchung für den Mann ab 45. Ist in der Familie des Patienten schon häufiger Prostatakrebs aufgetreten, wird die Leistung sogar schon ab dem 40. Lebensjahr übernommen.

Vielen Männern ist die Vorstellung einer solchen Untersuchung über den Enddarm allerdings ziemlich unangenehm. Eine Alternative bietet der PSA-Test: Anhand einer Blutprobe bestimmen Labormediziner den Wert des prostataspezifischen Antigens (PSA). Dieses Eiweiß wird in der Prostata gebildet, um die Samenflüssigkeit zu verdünnen. So können die Spermien sich flinker bewegen. Krebszellen produzieren jedoch bis zu zehnmal mehr PSA als gesunde Zellen. Liegt der Wert im Blut bei drei Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) oder darüber, empfehlen Ärzte weitere Untersuchungen. Da die Prostata gut durchblutet ist, gelangen jedoch ständig kleinere Mengen PSA ins Blut. Das macht den Test umstritten, denn obwohl ein erhöhter Wert ein Indikator für Krebs sein kann, gibt es auch viele andere mögliche Ursachen – etwa eine entzündete Prostata, eine Harnwegsinfektion oder sogar eine gutartige Vergrößerung.

Der PSA-Test ist eine Leistung, die nicht von gesetzlichen, häufig jedoch von privaten Krankenversicherungen übernommen wird. Für die Untersuchung des Bluts im Labor müssen gesetzlich Versicherte etwa 20 Euro einkalkulieren. Mit einem begleitenden Aufklärungsgespräch summieren sich die Kosten der urologischen Vorsorgeuntersuchung auf etwa 50 Euro.

Das Mann und seine Gesundheit: Key-Takeaways

Herz, Lunge, Darm und Prostata – das sind die Bereiche des Köpers, auf die du als Mann besonders achten solltest. Ab 40 Jahren ist die Gesundheitsvorsorge ein Muss, dann solltest du bei der Krebsfrüherkennung, Herzkreislauf-Checks und Co. keine Abstriche mehr machen und jeden angebotenen Check in Anspruch nehmen.

Steh deinen Mann und lass dich vom Arzt checken – dein Körper wird es dir danken.

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