Was macht soziale Distanz mit uns?

Die Ausbreitung des Coronavirus lässt sich nur eindämmen, wenn wir Abstand halten und den Kontakt zueinander reduzieren. Dabei heißt es doch kuscheln ist gesund. Was genau macht soziale Distanz also mit uns? Und was ist erlaubt und was nicht?

Experten rieten schon vor den Ausgangsbeschränkungen, weitgehend zu Hause zu bleiben und soziale Kontakte zu minimieren. Da Menschen allerdings soziale Wesen sind und viele den Ernst der Lage nicht erkannten, wurde dieser Rat nicht ausreichend umgesetzt. Man traf sich noch immer in größeren Gruppen und genoss gemeinsam die ersten Strahlen der Frühlingssonne trotz oder gerade wegen der unsicheren Zeiten. 

Ein wenig Trotz, falsche Einschätzung der Situation und vielleicht Angst vor sozialer Isolation überlagerten den Rat der Wissenschaftler und Politiker. Die Konsequenz: Es folgten landesweite Ausgangsbeschränkungen. Bizarre Szenen wie Feuerwehrautos, die seit Samstag, 21. März 2020, durch Großstädte wie München fuhren und die Ausgangsbeschränkungen verkündeten, spielen sich ab.

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Good to know

Es wurde keine Ausgangssperre verhängt, lediglich Ausgangsbeschränkungen. Keine Angst, du machst dich nicht strafbar, wenn du das Haus – unter bestimmten Umständen – verlässt. Allerdings können empfindliche Geldstrafen bei Zuwiderhandlungen verhängt werden.

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Was in Zeiten sozialer Distanz immer noch erlaubt ist:

  • Zur Arbeit gehen
  • Lebensmittel einkaufen
  • Spazieren gehen (alleine oder mit den Menschen, mit denen du zusammenlebst)
  • Sport im Freien treiben (z.B. Joggen: alleine oder mit den Menschen, mit denen du zusammenlebst)
  • Lebenspartner besuchen

Nur wenigen fällt es leicht, soziale Kontakte sehr stark zu reduzieren auf Körperkontakt wie Umarmungen zu verzichten und die räumliche Distanz einzuhalten. Doch zu Hause bleiben, soweit es eben möglich ist, und sich nicht zu nahe zu kommen, ist derzeit der wichtigste Rat. Den sollte jeder allein schon aus Rücksicht auf Menschen mit Vorerkrankungen oder Ältere, die in die Risikogruppe des Coronavirus fallen, befolgen. Die Kontaktsperren einzuhalten, bedeutet nämlich nicht nur dich sondern auch deine Mitmenschen und deren Gesundheit zu respektieren.

Wir geben euch einen Überblick über die wichtigsten Regeln zum Social Distancing, die das Robert-Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aufgestellt haben. 

So funktioniert Social Distancing 


Die Theorie: Je weniger Menschen direkten Kontakt zueinander haben, umso weniger können sich auch gegenseitig anstecken und Covid-19 weiter ausbreiten. Denn das Corona-Virus verbreitet sich hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion. Das bedeutet, dass die Gefahr, sich mit dem Corona-Virus anzustecken, dann am größten ist, wenn sich zwei Menschen näher als 1,5 Meter kommen.

1. Ausreichend Abstand halten

Abstand und soziale Distanz halten ist nicht nur im Straßenverkehr sinnvoll, auch jetzt ist er wichtig. Denn keine Frage: Natürlich lässt sich der Kontakt zu anderen Menschen nicht vollends vermeiden. Das kann berufliche Gründe haben, wenn du einem Job nachgehst, der sich nicht aus dem Home Office erledigen lässt. Aber du musst ja schließlich auch noch einkaufen gehen und dich mit Lebensmitteln versorgen. Bei diesen Begegnungen ist es wichtig, ausreichend viel Abstand zu halten. 1,5 bis 2 Meter werden von Experten empfohlen. Entsprechende Hinweisschilder hängen mittlerweile auch an Supermarktkassen, wo es vielen nicht schnell genug gehen kann. Scheue dich auch nicht davor, Menschen darauf aufmerksam zu machen, wenn sie gegen die Abstandsregel verstoßen und schütze dich so und andere. Trotzdem: Regelmäßig Händewaschen ist auch in der Isolation angesagt.

Don‘t:

2. Kontakte minimieren

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, ist es sehr wichtig, den Kontakt zu anderen Menschen weitgehend zu reduzieren. Jeder einzelne kann dazu beitragen.

Tipp: Fahrradfahren hat den positiven Nebeneffekt, dass du dich an der frischen Luft bewegst und so dein Immunsystem stärkst.

Wie sich die Ausbreitung des Virus verhält, wenn soziale Distanzierung eingehalten wird, zeigt die folgende Grafik. 

Chart SocialDistancing Red

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3. Frische Luft tanken

Die Ausgangsbeschränkungen und die Forderung nach sozialer Distanz heißen nicht, dass du nicht mehr an die frische Luft gehen sollst. Denn ausreichend Sauerstoff und Sonnenlicht sind wichtig für deine Gesundheit. Zum einen für deine körperliche Gesundheit, denn fehlendes Sonnenlicht etwa kann zu Vitamin D-Mangel führen. Er kann das Immunsystem schwächen, du fühlst dich dauerhaft erschöpft und im schlimmsten Fall kann er zu Knochenerweichungen führen. Aber Vitamin D-Mangel kann auch Depressionen begünstigen. Zum anderen ist Rausgehen an die frische Luft ist auch für deine psychische Gesundheit wichtig und beugt dem Lagerkoller vor. Auch gemeinsam spazieren gehen ist eine Möglichkeit, wenn ihr genügend Abstand haltet.

Social Distancing

Vitamin D

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Hoffnungsschimmer von Virologen

In SWR aktuell erklärte Virologe Martin Stürmer vom IMD Labor in Frankfurt, dass es die Hoffnung gibt, dass sich das Coronavirus – ähnlich wie andere Grippeviren – im Frühling, wenn es wärmer wird, weniger schnell verbreitet. „Infektionen werde es aber auch im Sommer geben, nur eben hoffentlich weniger“, so der Virologe.

4. Nicht zu Stoßzeiten rausgehen

Auch wenn du natürlich früher oder später rausgehen musst, um etwa einzukaufen, mit den Kindern auf den Spielplatz oder in der Apotheke Medikamente abzuholen, solltest du dies antizyklisch tun. Vermeide es möglichst zu Stoßzeiten, wie der Mittagspause oder nach Feierabend einzukaufen, wenn Supermärkte in der Regel sehr gut besucht sind. So kannst du dir sicher sein, die soziale Distanz zu anderen Menschen leichter einzuhalten. Vielleicht wird der Einkauf am frühen Morgen eine neue Routine für den Start in den Tag. 

5. Unterstützung für Menschen aus Risikogruppen

Vor allem für Menschen, die besonders durch Covid-19 gefährdet sind, heißt es jetzt Abstand halten und Kontakte vermeiden. Zu den Risikogruppen gehören vor allem ältere Menschen ab 60 Jahren und Vorerkrankte beispielsweise mit Immunschwächen, Lungenkrankheiten oder Diabetes. Gerade diese Personengruppen sollten die eigenen vier Wände so selten wie möglich verlassen.

Jetzt ist gesellschaftliche Solidarität und deine Hilfe gefragt: Gehe doch zum Beispiel für sie einkaufen und stelle ihnen die Einkäufe einfach vor die Tür – ohne persönlichen Kontakt. 

Auf Webseiten wie Quarantänehelden etwa ist es möglich, sowohl ein Hilfegesuch als auch ein Hilfsangebot für deine Region einzustellen. Außerdem bieten sie Vorlagen, die du in den Hausgang hängen kannst, um deine Hilfe anzubieten. Wer weiß, vielleicht wohnt in deinem Haus eine ältere Dame, die du noch nicht kennst, die deine Hilfe gerade aber gut gebrauchen kann. 

Außerdem solltest du dir gerade auch Gedanken um Freunde und Verwandte machen, die an psychischen Erkrankungen wie Depressionen leiden. Diesen kann Isolation besonders schwer zu schaffen machen. Erkundige dich doch mal nach ihnen und mache ein Video-Treffen aus.


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Glückshormone: Warum fällt es uns so schwer, Kontakte zu minimieren?


Menschen sind soziale Wesen und damit auf Gesellschaft angewiesen. Babys etwa brauchen Körperkontakt und Ansprache, um Urvertrauen aufbauen zu können und sich gesund zu entwickeln. Körperliche Nähe zu befreundeten oder geliebten Menschen, löst positive Gefühle aus, denn sie führt sogar dazu, dass die als „Glückhormone“ bekannten Neurotransmitter Serotonin und Dopamin ausgeschüttet werden. Diese Neurotransmitter sind Botenstoffe, die der Kommunikation zwischen Nervenzellen im Gehirn dienen und so positive Gefühle wecken. Fehlender sozialer Kontakt und zu wenig Nähe kann zu Dopaminmangel und dem Gefühl von Einsamkeit und Unsicherheit führen, was ebenso krank machen kann auf lange Zeit. 

Einige von euch werden nach jetzt fast einer Woche Kontaktverbot und sozialer Distanz gemerkt haben, wie sich die Beschränkungen auf euer Gemüt schlagen. Wir haben ein paar Tipps für euch, wie das zu Hause bleiben leichter fällt.


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Wie das zu Hause bleiben gelingt 


Unser Bedürfnis nach sozialen Kontakten geht ja nicht automatisch verloren, nur weil gerade, das SARS-Cov-2-Virus umgeht und wir uns deshalb an Kontakteinschränkungen halten sollten. Die Zeiten sind ohnehin unsicher, vielleicht hast du Angst um deinen Job, da fällt es schwer auf die Konstante deines sozialen Umfeldes zu verzichten. 
Wie gut, dass es viele Ansätze gibt, um dir das zu Hause bleiben einfacher zu machen oder dich der Krise nicht ausgeliefert zu fühlen.

10 effektive Tipps für die Zeit zu Hause:

Social Distancing Brettspiel

Um einmal auf die positiven Seiten zu schauen: Die Pandemie könnte ein Motor für die dringend benötigte Digitalisierung sein. 

Bildungseinrichtungen versuchen, Lerninhalte möglichst digital aufzubereiten und räumliche Distanzen zu überbrücken. Auch in skeptischen Köpfen kommt so langsam an, dass das Home Office eine produktive Arbeitsform sein kann und Videomeetings ebenso effizient sein können. 

Es wird eine Zeit nach der Corona-Pademie geben. Wenn wir zusammenhalten und im Moment Abstand.

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Marie-Theres Rüttiger
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Marie-Theres Rüttiger

Marie-Theres ist Online Redakteurin bei ottonova. Sie konzipiert den Redaktionsplan, recherchiert und schreibt vor allem über E-Health, InsurTech und digitale Innovation, die das Leben besser machen.

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