3. Dezember 2019

Schuppenflechte: Ursachen bekämpfen, symptomfrei leben

Wenn deine Haut immer wieder Rötungen zeigt, Schuppen bildet und juckt, kann eine Schuppenflechte dahinterstecken. Diese Krankheit ist angeboren und nicht heilbar – doch du kannst eine Menge tun, um die Symptome zu mildern. Erfahre mehr über die Ursachen und die Behandlung von Schuppenflechte!

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Während du über dieser superwichtigen Power-Point-Präsentation sitzt, die heute unbedingt noch fertig werden muss, wandert deine Hand unterbewusst immer wieder zu deinem Ellenbogen. Gedankenverloren beginnst du zu kratzen, die Haut fühlt sich trocken, rau und schuppig an. Kommt dir das bekannt vor? Dann solltest du dir die betroffene Hautpartie mal genauer ansehen und vielleicht sogar einen Arzt aufsuchen. Es könnte nämlich sein, dass du an Schuppenflechte leidest. Dabei handelt es sich um eine relativ häufige chronisch-entzündliche Hauterkrankung:

Etwa 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sind von Schuppenflechte betroffen.

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Die ersten Schuppenflechte-Symptome treten bei den meisten Patienten vor dem 40. Geburtstag auf. Die Ursache der Schuppenflechte ist genetisch bedingt. Trägst du die erbliche Veranlagung in dir, kann es früher oder später zum Ausbruch kommen – muss aber nicht. Die Krankheit ist nicht ansteckend und verläuft typischerweise in Schüben: Es gibt verschiedene Auslöser, die dafür sorgen können, dass deine Haut verrückt spielt. Welche das sind und wie du mit deinem Lebensstil die Erkrankung in Schach halten kannst, verraten wir dir hier.

Schuppenflechte: So sieht die Krankheit aus

Es gibt verschiedene Formen der Schuppenflechte, am häufigsten ist die gewöhnliche Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris). Sie ist die Folge einer Überreaktion deines Immunsystems: Wenn du einen Schuppenflechte-Schub hast, verhält sich dein Körper so, als hättest du eine Verletzung. Eine Entzündungsreaktion wird ausgelöst und die Zellen der obersten Hautschicht erneuern sich rasend schnell – sieben Mal schneller als bei gesunden Menschen. Innerhalb von drei bis vier Tagen bilden sich auf der geröteten Haut silbrig-glänzende Schuppen, Plaques genannt. Häufig sind Arme und Beine mit den juckenden Schüppchen bedeckt. Die Schuppenflechte kann sich aber auch auf die Hand, die Nägel, den Rücken, die Brust und sogar auf das Gesicht und die Kopfhaut ausbreiten.

Schuppenflechte Ursachen: Erkenne deine Trigger

Wenn nahe Verwandte von dir an Schuppenflechte leiden, besteht eine Wahrscheinlichkeit von 30 bis 40%, dass die Krankheit bei dir ebenfalls ausbrechen wird. Ursache der Schuppenflechte ist, wie bereits erwähnt, eine genetische Veranlagung. Deshalb ist diese Hautkrankheit auch nicht heilbar. Es gibt allerdings bestimmte äußere Faktoren, die einen Schub provozieren können. Dazu zählen Infektionen: Wenn du zum Beispiel eine Mittelohrentzündung, eine Magen-Darm-Infektion oder eine Erkältung hast, kann dies einen Schuppenflechte-Schub begünstigen.


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Auch äußere Verletzungen der Haut, etwa durch Schnitte, Kratzen, scheuernde Kleidung, Tätowierungen oder Sonnenbrand, können dazu führen, dass sich Schuppenflechte-Symptome zeigen. Bestimmte Medikamente, u.a. einige Blutdrucksenker, Schmerzmittel und manche Antibiotika, können ebenfalls einen Schuppenflechte-Schub verursachen. Daneben gibt es eine Menge persönlicher Faktoren, die sich auf diese chronisch-entzündliche Hautkrankheit auswirken, beispielsweise Übergewicht, ein hoher Alkoholkonsum und Rauchen. Stress spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

Schuppenflechte: Ursachen eliminieren, Symptome durch Ernährung lindern

Beobachte deinen Körper ganz genau: Wann treten bei dir Schuppenflechte-Schübe auf und welche Körperpartien sind betroffen? Durch das Tracken deiner Symptome und der auslösenden Schuppenflechte-Ursachen erfährst du viel über dein individuelles Krankheitsbild und kannst entsprechend gegensteuern, um weitere Ausbrüche abzumildern oder sogar zu verhindern.

App: Psoriasis 360

Beim Überwachen deiner Schuppenflechte kann dir die iPhone-App „Psoriasis 360“ helfen. Gibt’s gratis im App-Store.

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Grundsätzlich gilt: Wenn du gesund lebst, dein Normal- bzw. Idealgewicht anstrebst und hältst, wenig oder keinen Alkohol trinkst und nicht rauchst, stärkst du dein Immunsystem und reduzierst dadurch deine Schuppenflechte-Schübe.

Insbesondere der Zusammenhang zwischen Nikotinkonsum und Schuppenflechte ist wissenschaftlich gut belegt.

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Wer jeden Tag über 15 Zigaretten raucht, hat ein dreifach erhöhtes Risiko, dass die Schuppenflechte ausbricht. Außerdem fallen die einzelnen Schübe schwerer aus.

Achte bei Schuppenflechte auf deine Ernährung. Da Entzündungsprozesse bei Psoriasis-Schüben eine entscheidende Rolle spielen, solltest du Lebensmittel meiden, die Entzündungen im Körper begünstigen. Das sind vor allem Fleisch und Wurstwaren von Schwein und Rind, da sie Linolsäure bzw. Gamma-Linolensäure enthalten. Setze stattdessen auf Fisch sowie frisches Obst und Gemüse.

Übrigens:

Als perfekte Schuppenflechte-Ernährung gilt die Mittelmeer-Diät: Die wertvollen Omega-3-Fettsäuren aus fettem Seefisch und Leinöl wirken entzündungshemmend.

Mittelmeerdiaet Double B

Schuppenflechte: Behandlung akuter Schübe

Du siehst, du kannst vorbeugend eine Menge tun, um deine Schuppenflechte in den Griff zu bekommen. Neben einem gesunden Lebensstil ist die Hautpflege das A und O. Versorge deine trockene Haut durch rückfettende Cremes, Lotionen und Öle mit einer Extra-Portion Feuchtigkeit. Und das auch in der symptomfreien Zeit! Vor allem im Winter ist das wichtig, da die Heizungsluft die Haut zusätzlich austrocknet und reizt. Für die tägliche Basis-Pflege kannst du auf bewährte Hausmittel zurückgreifen. Empfehlenswert sind naturbelassene Produkte wie Mandelöl, Jojobaöl und Sheabutter. Sie beruhigen die Haut, durchfeuchten sie und halten sie geschmeidig.

Wenn dich ein Schuppenflechte-Schub heimsucht, behandle deine Haut mit Cremes, Lotionen und Salben aus der Apotheke. Diese enthalten wirksame Stoffe wie Salizylsäure, Milchsäure oder Urea. Es gibt sogar spezielle Shampoos, um die Schuppen von der Kopfhaut zu lösen. Genügt diese äußere Behandlung nicht, um deine Schuppenflechte im Zaum zu halten, kannst du auf Entzündungshemmer wie Kortison setzen. In besonders schweren Fällen können Medikamente helfen, die das Immunsystem bremsen.

Gut zu wissen:

Die Therapie mit Sonnenlicht und Salzwasser verläuft in vielen Fällen vielversprechend.

Du hast Schuppenflechte? Tu deiner Seele etwas Gutes

Mal ehrlich: Schuppenflechte kann ganz schön nerven. Vor allem wenn die Plaques im sichtbaren Bereich deines Körpers auftreten, zum Beispiel an der Hand, im Gesicht oder auf der Kopfhaut. Denn viele Menschen wissen nicht, dass diese Hautkrankheit nicht ansteckend ist und behandeln Betroffene wie Aussätzige – und darunter leidet die Psyche. Wenn du Schuppenflechte-Patient bist, ist es deshalb besonders wichtig, dass du dich nicht nur um deinen Körper, sondern auch um deine Seele kümmerst. Fühlst du dich von deiner Krankheit stark beeinträchtigt, verkriechst du dich vielleicht sogar zu Hause, um neugierigen Blicken zu entgehen, solltest du dich nicht scheuen, eine Psychotherapie zu machen. Auch das Gespräch mit anderen Betroffenen kann helfen, um mit der Schuppenflechte besser klarzukommen.

Mit Entspannungstechniken wie Autogenem Training und Meditation kannst du versuchen, dem Stress, den die Schuppenflechte mit sich bringt, entgegenzuwirken. Positiver Nebeneffekt: Wenn du weniger gestresst bist, fallen die Schübe milder aus. Eine echte Win-Win-Situation! Stöbere ein wenig auf unserem Blog: Wir haben für dich recherchiert, wie du Druck in positiven Eustress verwandeln kannst und wie du durch die perfekte Work-Life-Balance dein Leben ins Gleichgewicht bringst.

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