7. Juni 2019

Wie du einer Knieverletzung vorbeugst und wann eine OP notwendig ist

Das Knie ist ein wahres Naturtalent. Es muss nicht nur beim Sport, sondern auch im Alltag enormen Belastungen standhalten. Kein Wunder, dass da mit der Zeit einiges kaputt gehen kann. In diesem Text verraten wir dir, wie du deinem Knie Gutes tun kannst und wann eine OP bei einer Knieverletzung notwendig ist.

4 Min.

Neben unseren Füßen gehören die Knie wohl zu den am meisten beanspruchten Regionen in unserem Körper. Jeden Tag müssen sie zehntausende Bewegungsabläufe durchhalten. Wer deshalb an Knieschmerzen leidet oder eine Knieverletzung hat, für den stellt schon der Gang zum Doktor eine Höllenqual dar.

Höre deshalb rechtzeitig auf die Signale und ignoriere die Schmerzen nicht. Bei leichten, gelegentlich auftretenden Knieschmerzen reicht es aus, wenn du das Gelenk eine Zeit lang schonst. Wie du das am besten tust, verraten wir dir weiter unten. Wenn die Schmerzen jedoch länger anhalten oder plötzlich auftauchen, solltest du mit dem Arzt auf Ursachenforschung gehen. 

Wie Knieschmerzen entstehen

Klar, dass das Knie bei zehntausenden Belastungen am Tag gelegentlich mal zickt. Es gibt viele Ursachen für Knieschmerzen. Oft sind sie harmlos, wenn sie etwa in Form von Wachstumsschmerzen bei Kindern und Teenagern, oder nach einer Überbeanspruchung auftreten. Sie können aber auch schwerwiegender verlaufen, und sollten in diesem Falle auf jeden Fall ärztlich untersucht werden. Mögliche Ursachen für starke Schmerzen können unter anderem sein:

  • Verletzungen des Bandapparates
  • Meniskusverletzungen
  • Gelenkkapselerkrankungen
  • Rheuma
  • Arthrose

Was du bei Knieschmerzen tun kannst und wie du ihnen vorbeugst

Auch wenn es platt klingt, eine Möglichkeit, Knieschmerzen vorzubeugen ist Bewegung – nichts beugt Schmerzen besser vor.

Tipps, die du sofort umsetzen kannst:  

  • Nutze die Treppe statt Rolltreppe oder Fahrstuhl: Auch wenn es länger dauert, deine Knie werden sich freuen.
  • Im Alltag macht passendes Schuhwerk nicht nur deine Füße froh, sondern auch deine Knie. Schöne Markenschuhe sind nicht immer die bequemsten.
  • Mache nach Mittags- oder Geschäftsessen einen kleinen Spaziergang um den Block oder durch den Park. Das hält nicht nur die Gelenke wach.
  • Feierabend? Dann lass ab und zu das Fitnessstudio sausen und gehe stattdessen eine Runde schwimmen.

Wenn es dich bereits erwischt hat und du erst seit kurzem an leichten Knieschmerzen leidest, reicht es aus, wenn du stärkere Belastungen so gut wie möglich vermeidest. Das heißt: kein Extremsport, kein Heben und Tragen von schweren Sachen und keine langen Spaziergänge. Auch langes Stehen ist „Gift“ für deine Knie. 

Auch wenn die Versuchung groß ist: Finger weg von Schmerzmitteln. Frei erhältliche Schmerzmittel wie Aspirin oder Ibuprofen helfen zwar für eine kurze Zeit, sind aber keine Dauerlösung. Dein Körper gewöhnt sich an sie. Die Folge: Du musst die Dosis erhöhen und schädigst auf Dauer deine Organe. Denk dran: Organschäden richten viel mehr Schäden an als behandelbare Knieschäden. Nimm Schmerzmittel also nicht länger als drei Tage zu dir. 

Eine andere Möglichkeit stellen Bandagen und Orthesen da. Solche Hilfsmittel verringern den Bewegungsspielraum des Gelenks. Was sich auf den ersten Moment negativ anhört hat aber positive Effekte: Bandagen stabilisieren das Gelenk. Die Muskeln, Sehnen und Knorpel im Kniegelenk bleiben dort, wo sie hingehören und das Knie wird stabilisiert.

Typische Knieverletzungen: Wann ist eine OP notwendig?

Was ist das?

Eine typische Knieverletzung, die durch Sport entstehen kann, ist die Kniezerrung. Eine Kniezerrung tritt auf, wenn das Knie einer plötzlichen Überdehnung ausgesetzt ist. Eine Zerrung an sich ist ungefährlich – das Knie bleibt weiterhin belastbar, es entstehen keine Risse. Trotzdem sind Schwellungen und leichte Schmerzen möglich.

Wie behandelt man das?

Ein ärztlicher Besuch ist nicht notwendig, denn Zerrungen heilen in der Regel von allein. 

Kühle das Knie mit in Handtücher gewickelten Kühlkompressen oder Kühlakkus. Alternativ erfüllt auch Tiefkühlware wie Tiefkühlgemüse diesen Zweck. Halte das Knie anschließend ruhig und trage eine entzündungshemmende Salbe auf die betreffenden Stellen auf, um den Heilungsprozess zu beschleunigen.

Ist eine OP notwendig?

In der Regel nicht. Solltest du jedoch Blutergüsse bemerken oder sind die Schmerzen unnatürlich stark beziehungsweise ist das Knie deutlich angeschwollen, solltest du zum Arzt gehen. Hier kann eine schwerwiegendere Verletzung zugrunde liegen.

Was ist das? 

Die Knorpel in unseren Gelenken agieren wie Stoßdämpfer, besitzen eine glatte und elastische Oberfläche. Das Problem: Knorpelgewebe ist nicht regenerierbar, da es nicht durchblutet wird. Knorpelschäden heilen also in der Regel nicht von selbst, sondern werden nur noch schlimmer. 

Bei einem Knorpelschaden wird die Oberfläche des Knorpels rissig und spröde. Normalerweise ist er perfekt im Gelenksystem eingebettet – durch die rissige Oberfläche fängt der Knorpel jedoch an, auf den umliegenden Partien zu reiben. Mit der Zeit nutzt sich der Knorpel ab. Die Folge: Beide Knochenenden reiben aufeinander – starke Schmerzen und Arthrose sind die Folge.

Ist eine OP notwendig?

Knorpelschäden sind nur operativ behandelbar. Wenn du also schon über einen längeren Zeitraum an Knieschmerzen leidest, ist es jetzt an der Zeit, zum Doktor zu gehen.

Was ist das?

Von einem Kreuzbandriss spricht man, wenn das hintere oder vordere Kreuzband im Kniegelenk teilweise oder vollständig gerissen ist. Beide Kreuzbänder haben die Funktion, den Oberschenkelknochen mit dem Schienbein zu verbinden und somit für Bewegung zu sorgen. Ein Kreuzbandriss ist äußerst schmerzhaft – vor allem Spitzensportler wie Fußballer leiden oft darunter. Wie auch bei einer Zerrung ist es unmittelbar nach dem Auftreten wichtig, die betroffene Stelle zu kühlen.

Wie behandelt man das?

Ein Kreuzbandriss lässt sich entweder konservativ oder operativ behandeln. Bei ersterem trägst du mehrere Wochen lang eine Schiene. Diese Behandlungsform wird vor allem bei Rissen des hinteren Kreuzbandes eingesetzt. Egal ob du dich einer konservativen oder operativen Behandlung unterziehst: Im Anschluss ist eine Physiotherapie erforderlich, weil deine Muskulatur durch die ausbleibende Bewegung abgebaut hat und gestärkt werden muss. Dennoch: Spitzensport ist für die nächsten sechs bis neun Monate tabu!

Ist eine OP notwendig?

Bei einer Kreuzband-OP, die vor allem für jüngere Menschen und sportlich aktiveren Erwachsenen empfehlenswert ist, wird dir ein Kreuzbandersatz eingesetzt. Von dieser Operation wirst du nicht viel mitkriegen, denn du bist während der gesamten OP narkotisiert.  

Was ist das? 

Menisken teilen sich eine Menge Eigenschaften und Funktionen mit Knorpeln. Während Knorpel jedoch eher eine Gleitfunktion haben, vergrößern Menisken die Kontaktfläche und verteilen so das Gewicht. In jedem Knie gibt es zwei Menisken, den inneren und den äußeren. 

Meniskusrisse sind wie auch Kreuzbandrisse schmerzhaft. Die Schmerzen können entweder plötzlich, also „akut“ auftreten, oder zeigen sich über einen langen Zeitraum. Oft zeigen sie sich nach einem hörbaren, plötzlichen „Knacken“, gefolgt von Schwierigkeiten, das Knie nach hinten zu neigen oder in die Hocke zu gehen.  

Wie behandelt man das? 

Akut auftretende Meniskusrisse passieren vor allem nach Stürzen oder einer Sportverletzung. Hier reicht es meist, das geschwollene Bein hochzulegen und mit Eis zu kühlen.  

Treten die Schmerzen über einen langen Zeitraum auf, spricht man von chronischen Schmerzen. Hier sind meist degenerative Veränderungen im Gelenk schuld an den Schmerzen. Diese äußern sich schleichend. Oftmals begehen Betroffene den Fehler, erst bei extrem starken Schmerzen den Gang zum Doktor anzutreten. Stellst du bei dir Schmerzen fest, die auch nach einigen Tagen noch anhalten, solltest du zum Arzt gehen.  

Ist eine OP notwendig? 

Ist der Meniskusschaden erstmal fortgeschritten, muss er operativ entfernt oder durch einen künstlichen Ersatz ausgetauscht werden. 

Nimm das Knie nicht auf die leichte Schulter

Langanhaltende, starke Knieschmerzen sind nichts, was du auf die leichte Schulter nehmen solltest. Quäl dich und deine Gelenke nicht zu sehr, sondern trete lieber den Gang zum Arzt an. Leichten Knieschmerzen kannst du hingegen mit mehr Bewegung vorbeugen – und das lässt sich einfacher in den Alltag integrieren als du denkst.

Share