27. September 2019

Was tun gegen die lästige Magen-Darm-Grippe?

Einen Zusammenhang zwischen der Magen-Darm-Grippe und der echten Grippe gibt es nicht. Das heißt aber nicht, dass sie deswegen weniger unangenehm ist. Im Gegenteil: Wen die Erreger erwischen, der traut sich kaum noch aus dem Haus. Das hilft dir jetzt wirklich.

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Eine durch Krankheitserreger verursachte Magen-Darm-Entzündung, auch Gastroenteritis genannt, wird in der Umgangssprache oft als Magen-Darm-Grippe bezeichnet. Treffen kann sie jeden und der Gedanke, sich während eines wichtigen Projekts damit anzustecken, macht mehr als Angst. Was viele dabei nicht wissen: auch nach der Genesung einer Magen-Darm-Grippe ist man noch ein paar Tage bis Wochen ansteckend.

Was passiert bei einer Magen-Darm-Grippe?

Die Erkrankung ist Folge einer Ansteckung mit bestimmten Erregern. Diese greifen die Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt an, in der Regel handelt es sich dabei um Bakterien oder Viren. Über den Mund gelangen sie in den Magen, vom Magen zum Darm und vermehren sich dann genau hier bis sie sich letztendlich mit dem Stuhlgang wieder verabschieden.


Oder ist es der Stress, der dir auf den Magen schlägt?

Die Symptome von Gastritis


Schnell, aber heftig: Welche Magen-Darm-Symptome gibt es?

So wie der Weg der Keime ist, äußern sich auch die Beschwerden. Am Anfang der Erkrankung haben Symptome wie Übelkeit und Erbrechen die Überhand und werden später dann von Durchfall abgelöst. Die Beschwerden halten zwar meist nur ein paar Tage an, sind aber dennoch sehr unangenehm. Ist der Verdauungstrakt erst einmal von Krankheitserregern besiedelt, entwickeln sich die Symptome schnell und innerhalb weniger Stunden. Je nachdem, um welchen Erreger es sich handelt und wie die körperliche Verfassung und das Alter sind, verlaufen die Beschwerden des Magen-Darm-Virus unterschiedlich stark.

Magen-Darm-Symptome

Die Erkrankung an sich ist sehr kräftezehrend, Magen und Darm sind so sehr gereizt, dass der Körper nichts in sich behält. Dadurch gehen große Mengen an Flüssigkeit und Elektrolyten verloren. Begleitet wird das Ganze von intervallartigen Bauchschmerzen und Bauchkrämpfen. Hinzu kommen allgemeine Krankheitszeichen wie:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen 
  • Gliederschmerzen
  • Müdigkeit

Komplikationen nach einer Magen-Darm-Ansteckung

Der Verlust von zu viel Flüssigkeit sowie von Natrium und Kalium lässt sich auch als Dehydration beschreiben. Schreitet diese voran, kann es ohne weitere Behandlung sogar tödlich enden. Gerade Babys, Kleinkinder und ältere Menschen sind dabei gefährdet. Durch die Zufuhr verloren gegangener Flüssigkeit und der entsprechenden Elektrolyte lässt sich das aber einfach vermeiden. Einen starken Flüssigkeitsverlust nennt man in der Fachsprache Exsikkose, die Anzeichen sind:

  • Trockene Haut und Schleimhäute
  • Plötzlicher Gewichtsverlust
  • Schlechter Allgemeinzustand 
  • Schläfrigkeit
  • Starkes Durstgefühl
  • Schwindel
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Stehende Hautfalten
  • Nierenschmerzen
  • Krampfanfälle
  • Eingesunkene Augen
  • Kalte Extremitäten

Magen-Darm-Ansteckung

Als Magen-Darm-Inkubationszeit bezeichnet man den Zeitraum zwischen der Ansteckung mit einem Keim und dem Auftreten der ersten Symptome. Je nach Erreger dauert sie von wenigen Stunden bis hin zu Tagen. Das sind die Inkubationszeiten der häufigsten Auslöser einer Magen-Darm-Grippe:

Schnell, zwischen 6 und 50 Stunden

Zwischen 6 und 72 Stunden

1 bis 3 Tage

2 bis 5 Tage

Leidest du länger als vier Wochen unter dem Durchfall, sprechen Ärzte von einem chronischen Verlauf der Magen-Darm-Grippe.

Du weißt, dass der Kollege am Tisch gegenüber eine Magen-Darm-Grippe hinter sich hat und fragst dich, ob er noch ansteckend ist? Wie auch schon bei den Inkubationszeiten ist die Ansteckungsgefahr abhängig vom Auslöser:

Zwei Tage nach dem Abklingen der Symptome scheiden Erkrankte massiv Noroviren mit dem Stuhl aus, manche auch noch zwei Wochen später

Bis zu 4 Wochen lang

Bis zu 8 Tage nach dem Abklingen der Beschwerden

2 bis 4 Wochen nach Abklingen enthält der Stuhl noch Erreger

Betroffene müssen also auch nach einer überstandenen Magen-Darm-Grippe für einen längeren Zeitraum auf eine sorgfältige Hygiene achten – im Bad und beim Händewaschen.

Was hilft bei Magen-Darm und was essen bei Magen-Darm?

Was tun bei Magen-Darm? Unabhängig vom Keim, der dich befallen hat, gibt es Tipps, die du bei jedem Magen-Darm-Infekt befolgen solltest.

Ruhe dich aus, schone dich und vermeide körperliche Anstrengung. Dein Immunsystem ist sowieso schon beschäftigt. Trinke außerdem möglichst viel, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Das funktioniert am besten mit Wasser ohne Kohlensäure, Gemüsebrühe und Kräutertee. Auf Limos, Kaffee, Alkohol, gezuckerte Getränke wie Cola und Fruchtsäfte solltest du verzichten – sie reizen den Magen. Im Zweifel hilft auch eine Elektrolytlösung zum Anmischen.

Tee Bei Magen Darm Double B

Wer unter einem Magen-Darm-Infekt leidet, hat nicht unbedingt Lust, über Essen nachzudenken. Oft besteht die Angst, mit dem Essen Erbrechen und Durchfall nur zu fördern. Hast du aber Appetit, solltest du zu leichter, wenig fetthaltiger Kost greifen: Reis, Nudeln, Zwieback, Salzgebäck, Bananen, Haferbrei.

Während des Infekts:

Dehydrationslösung aus 1 l stillem Wasser, halben Teelöffel Kochsalz, drei Teelöffel Traubenzucker oder Haushaltszucker

Wenn das Schlimmste überstanden ist:

Geriebener Apfel, gekochte Karotten, Reis, Gerste und Haferschleim

Nach dem Infekt:

Joghurt, Skyr und Buttermilch, um die guten Darmbakterien wieder anzusiedeln

Während des Infekts vermeiden:

Scharfes, Süßes, Saures, blähendes Gemüse wie Kohl und Zwiebeln, Fettiges, Kaffee und Milchprodukte

Um Durchfall zu stoppen:

Zwieback, altes Brot, getrocknete Heidelbeeren und starken, schwarzen Tee

Der uralte Tipp auf Hausmittel wie Cola und Salzstangen zurückzugreifen, hat seinen Ursprung im Verlust von Mineralstoffen. Unkontrolliert Salz und Zucker zu sich zu nehmen, ist aber nicht empfehlenswert. Das funktioniert besser über eine Elektrolytlösung oder oben genannte Nahrungsmittel.


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Magen-Darm vorbeugen – so geht's

Am häufigsten handelt es sich bei der Magen-Darm-Grippe um eine Infektion mit Bakterien oder Viren, seltener auch Parasiten – vor allem auf Reisen. Du nimmst die Erreger meistens durch verunreinigte Nahrung oder kontaminiertes Trinkwasser auf. Eine Ansteckung erfolgt zum Beispiel durch Fisch, Eier, Geflügel, Milchprodukte. Nimm deswegen Lebensmittel erst aus dem Kühlschrank, wenn du sie benötigst – so bleibt die Kühlkette erhalten. Um anhaftende Keime abzuspülen, solltest du Gemüse, Salat, Sprossen, Eier, Fisch und rohe Lebensmittel vor dem Verzehr gründlich waschen. Wie du Magen-Darm noch vorbeugen kannst? Indem du Speisen ausreichend erhitzt (70 bis 100 °C), für die Zubereitung roher Lebensmittel unterschiedliche Schneidebretter und Messer verwendest und Spülschwämme regelmäßig austauschst.

Da aber die Ansteckung auch von Mensch zu Mensch über den Kontakt mit Erbrochenem oder Stuhl geschieht, ist eine gründliche Hygiene beim Vorbeugen das A und O.

Beachte das auch bei dir im Büro, wo sich viele verschiedene Menschen Küchenutensilien und Sanitäreinrichtungen teilen.

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