Kreativitätstechniken: Wie du für Kribbeln im Kopf sorgst

Du glaubst, Kreativität ist eine Gabe, mit der du nicht gesegnet bist? Wir haben gute Nachrichten: Kreativität kann man trainieren! Und mit der richtigen Kreativitätstechnik werden auch bei dir schon bald die Ideen nur so sprudeln.

Inhalt des Ratgebers

Da-weg-da-weg-da-weg ... Unaufhörlich blinkt der Cursor links oben, auf der immer noch leeren, strahlend weißen Seite deines Schreibprogramms. Als wollte diese feine senkrechte Linie dich ärgern! Da-weg-da-weg-da-weg ... Schon vor einer gefühlten Ewigkeit hast du die Datei geöffnet und immer noch nichts zu Papier gebracht. Dabei sitzt dir doch dein Chef, dein Kunde oder ganz einfach die Deadline im Nacken. Du sollst Ergebnisse liefern – und das möglichst bald und bitte kreativ. Es ist zum Verzweifeln! Wie machen das nur kluge Köpfe wie Elon Musk oder Bill Gates, die mit ihren genialen Innovationen die Welt verändern? Die plagen sich sicher nicht mit dem blinkenden Cursor rum, oder? Es muss doch einen Weg geben, deinen Kopf zum Kribbeln zu bringen, damit die Ideen nur so sprudeln.

Den gibt es tatsächlich – und nicht nur einen! Mithilfe verschiedener Kreativitätstechniken kannst du Denkblockaden lösen und dein geistiges Potenzial voll entfalten. Doch was ist Kreativität überhaupt? Albert Einstein befand:

„Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat.“

Jetzt twittern
ottonova Mentale Selbstfürsorge
Diese Liste hilft dir dich selbst zu checken!

Lade dir unsere Checkliste zur Selbstfürsorge herunter und lerne, wie du dich in stressigen Zeiten um dich selber kümmerst.

Oder etwas wissenschaftlicher ausgedrückt: Kreativität ist die Fähigkeit, in phantasievoller und gestaltender Weise zu denken und zu handeln. Diese Gabe schlummert in jedem von uns: Sie ist das Ergebnis eines Zusammenspiels von individuellen Voraussetzungen wie Wissen, Können, Motivation und Charakter sowie den äußeren Umständen. Es gibt also eine Menge Stellschrauben, an denen man drehen kann, um die eigene Kreativität zu fördern. Los geht’s!

Der kreative Prozess: Wo stehen wir und wo wollen wir hin?

Interessanterweise laufen kreative Prozesse in allen Branchen ähnlich ab – ganz egal ob es nun darum geht, eine Werbekampagne für Cornflakes zu entwickeln oder das Design eines Sportwagens zu optimieren. Am Anfang steht die Analysephase, in der die Ausgangslage beleuchtet, das zu lösende Problem definiert und das gewünschte Ziel festgelegt wird. Erst danach beginnt die kreative Phase, in der Ideen und Lösungsvorschläge gesammelt werden – meist im Team. 

Übrigens: Kritik und Denkverbote haben in der Ideenfindung nichts verloren, alle Beiträge sind willkommen. Erst im nächsten Schritt, der Selektionsphase, werden die eingebrachten Vorschläge bewertet und in Bezug zur festgelegten Problemstellung beziehungsweise zum vorab definierten Ziel gesetzt: Welche Ideen sind besonders vielversprechend? Und wie lassen sie sich am besten umsetzen?

Methoden zur Ideenfindung: So klappt’s im Team

Vom Start-up bis zum multinationalen Konzern: Die meisten Firmen setzen bei der Ideenfindung auf Teamwork. In Meetings oder kreativen Workshops soll gemeinsam an innovativen Produkten, neuen Vertriebswegen oder ungewöhnlichen Marketing-Strategien gearbeitet werden. Um die Köpfe der Mitarbeiter so richtig schön zum Rauchen zu bringen, kommen verschiedene Kreativitätstechniken zum Einsatz. 

Eine der bekanntesten ist das Brainstorming: Dabei werden in der großen Runde zunächst einmal alle Ideen und Gedanken zu einem Thema gesammelt. Jeder darf sich beteiligen, herumphantasieren und bereits geäußerte Gedanken aufgreifen und ergänzen. Auch hier gilt: Bitte keine Beurteilung oder Kritik, es ist alles erlaubt. Nur so kommt in kürzester Zeit möglichst viel Input zusammen, der erst im zweiten Schritt sortiert und bewertet wird. 

Die Vorteile:

Ein Brainstorming erfordert kaum Vorbereitung, lässt sich ganz unkompliziert durchführen und lebt von der Gruppendynamik. Doch es gibt auch einen entscheidenden Nachteil: Introvertierte Kollegen werden schnell untergebuttert, sodass ihre Ideen kaum Gehör finden. Hier setzt die Kreativitätstechnik des Brainwritings an, sie bezieht alle Mitarbeiter ein. Und so funktioniert sie: Jeder bekommt ein Blatt Papier und notiert darauf seine Idee. Anschließend wird das Papier an den Sitznachbarn weitergereicht, damit dieser den Gedankengang ergänzen kann. Das geht so lange, bis jeder alle Ideen erweitern konnte. Das durch diese Methode entstandene Material dient im Anschluss als Diskussionsgrundlage.

Kreativität lernen: Tipps für Einzelkämpfer

Okay, Ideenfindung im Team gut und schön – aber was, wenn du alleine vor deinem Laptop sitzt? Wie kannst du deine Kreativität fördern, wenn du auf dich gestellt bist? Ganz einfach – auch in diesem Fall kannst du eine Art Brainstorming machen, um den Gedankenfluss anzukurbeln. Diese Kreativitätstechnik nennt sich freies Assoziieren: Notiere zunächst alle Begriffe, die dir zu deiner Aufgabenstellung einfallen. Das kann auf einem Blatt Papier sein, auf dem Computer oder auf dem Tablet. Irgendwann kristallisiert sich ein Schlüsselbegriff heraus, der für dein Problem von zentraler Bedeutung ist.

Mindmap Kreativitaet

Nimm dir ein weiteres Stück Papier – real oder digital – und setze diesen Begriff in die Mitte. Drum herum ordnest du die anderen Schlagwörter an, die untereinander und mit dem zentralen Motiv in Verbindung stehen. So entsteht Schritt für Schritt eine Art Gedächtnis-Landkarte, auf Englisch Mind-Map. Auch das sogenannte Mindmapping ist eine bewährte Kreativitätstechnik, die dir dabei hilft, deine Gedanken zu sortieren, auch mal quer zu denken und dem heiß ersehnten Geistesblitz auf die Sprünge zu helfen. Online findest du verschiedene Tools, mit denen du Mind-Maps anlegen kannst. Empfehlenswert ist zum Beispiel die Android-App SimpleMind.

App: SimpleMind

Mit Mind Mapping kannst du deine Gedanken ordnen und neue Ideen finden.

Download

Einfach mal die Perspektive wechseln

Du hast ein Brainstorming gemacht, du hast eine Mind-Map erstellt und trotzdem will dir einfach keine zündende Idee kommen? Dann ist es Zeit für einen Ortswechsel. Dein Schreibtisch mit seinem dauerklingelnden Telefon und dem überquellenden E-Mail-Postfach ist nämlich ein denkbar schlechter Platz für kreatives Arbeiten – denn Stress und Druck behindern deinen Einfallsreichtum. Die Lösung: Schon ein kleiner Spaziergang kann dabei helfen, deine grauen Zellen in Schwung zu bringen. Das belegt eine Studie der Universität Stanford. 

Oft ist also nur ein wenig Zerstreuung nötig, um dein Gedankenchaos in die richtigen Bahnen zu lenken. Diesen Effekt kennt wohl jeder, dem schon einmal unter der Dusche oder auf der Toilette der entscheidende Einfall kam. Willst du nicht nur den Ort, sondern auch die Perspektive wechseln, versetze dich in die Lage deines Kunden, deiner Zielgruppe oder deines Users: Was zeichnet ihn aus? Was will er? Wie kannst du seine Bedürfnisse erfüllen? Diese Kreativitätstechnik heißt Design Thinking und kommt in verschiedenen Branchen zum Einsatz. Sie wird zum Beispiel genutzt, um Prototypen zu entwerfen oder Beta-Versionen zu entwickeln.

Wie Kreativitätstechniken Kritiker mundtot machen 

Es gibt einen totsicheren Weg, jegliche Kreativität im Keim zu ersticken – und das ist vorzeitige Kritik. Deshalb ist es so unglaublich wichtig, während der Kreativphase auf Bedenken und Verurteilungen aller Art zu verzichten. Sätze wie: „Das ist viel zu teuer!“, „Das haben wir ja noch nie so gemacht!“ und „Das funktioniert doch eh nicht!“ haben während eines Brainstormings beziehungsweise während des freien Assoziierens nichts verloren. Da macht es keinen Unterschied, ob der Kritiker mit dir am Konferenztisch sitzt oder sich in deinem Kopf befindet. 

Wenn du die Kreativitätstechniken, die wir dir hier vorgestellt haben, richtig anwendest, zeigst du allen Bedenkenträgern die rote Karte und kannst deinen Gedanken freien Lauf lassen. Und zwar ohne Angst, dich zu blamieren, denn jede Idee ist wertvoll. Du siehst, jeder kann kreativ sein. Warum fängst du nicht gleich damit an, deine Kreativität zu fördern?

Marie-Theres Rüttiger
HIER SCHREIBT Marie-Theres Rüttiger

Marie-Theres ist Online Redakteurin für Gesundheits- und Versicherungsthemen bei ottonova. Sie konzipiert den Redaktionsplan, recherchiert und schreibt vor allem über (E-)Health und Innovation, die das Leben besser machen.

Weitere Artikel finden

Weitere Artikel