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6. Juni 2019

Diese Erste-Hilfe-Maßnahmen solltest du unbedingt kennen

Unverhofft kommt oft, heißt ein bekanntes Sprichwort. Eine kleine Unaufmerksamkeit kann über Leben und Tod entscheiden – deshalb ist schnelle Hilfe vonnöten. Die Rede ist von Erste-Hilfe-Maßnahmen: Wir verraten dir, warum sie so wichtig sind und wie du sie richtig durchführst.

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Eine ausgiebige Partynacht mit Folgen, ein überarbeiteter Körper, der den Stress nicht mehr aushalten kann oder ein Autounfall mit Schwerverletzten – während es in vielen Büros ausgebildete Ersthelfer gibt, ist man bei Notfällen außerhalb der Arbeitsstätte oft auf sich allein gestellt. Wie wichtig erste Hilfe sein kann, merkt man dann erst, wenn ein Notfall eintritt.  

Klar, wer erst vor kurzem die Führerschein-Prüfung absolviert hat, weiß noch gut Bescheid, aber wie auch beim Lernen von Sprachen muss das Gehirn regelmäßig trainiert werden. Gerade weil wir Erste-Hilfe-Maßnahmen im echten Leben so selten anwenden müssen vergessen wir viele Sachen im Laufe der Zeit wieder. Umso dramatischer ist es dann, wenn der Ernstfall eintritt und man nicht mehr in der Lage ist zu helfen.

Fakten über Erste Hilfe 

  • Nur 20 % der Deutschen haben einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Schlimmer noch: Nur 10 % trauen es sich zu, im Notfall wirklich einzugreifen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass du in der Lage bist zu helfen. 
  • Man ist gesetzlich verpflichtet, erste Hilfe zu leisten. Niemand mag Schaulustige, die sich um das Opfer sammeln und womöglich sogar noch Handy-Aufnahmen machen und ins Netz stellen. Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar. Seit Mai 2017 wird auch die Behinderung von Einsatzkräften durch Schaulustige strafrechtlich verfolgt. 
  • Falsche erste Hilfe ist immer noch besser als unterlassene erste Hilfe. Aus Unsicherheit, etwas Falsches zu tun und dem Opfer noch mehr Schaden zuzufügen, unterlassen viele Menschen erste

Erste-Hilfe-Maßnahmen, die Leben retten 

Wer an erste Hilfe denkt, hat oft Mund-zu-Mund-Beatmung oder Herz-Rhythmus-Massage im Kopf. Doch weit gefehlt: Schon mit kleinen, unscheinbaren Maßnahmen kannst du Leben retten.  

Hilfeleistung Erste Hilfe B

Noch bevor du irgendetwas anderes unternimmst solltest du die Unfallstelle absichern. Oftmals befinden sich die Opfer noch in Gefahrenzonen. Stelle sicher, dass sich der Geschädigte nicht mehr in einer Gefahrenzone befindet. Gerade auf vielbefahrenen Autobahnen oder Landstraßen ist eine gute Sicherung das A und O.

Im Haushalt oder im Büro solltest du elektronische Geräte in der Nähe ausschalten (etwa bei Stromschlägen) oder potenzielle Brandquellen beseitigen (zum Beispiel bei Verbrennungsschäden). Mit „Sicherung“ ist aber nicht nur die Sicherheit der Unfallopfer gemeint, sondern auch deine eigene Sicherheit – die eigene Sicherheit hat stets Vorrang.

Hast du es noch nicht getan, stelle ein Warndreieck in ausreichendem Abstand zur Unfallstelle auf. Es gilt: Je schneller die erlaubte Geschwindigkeit, desto größer sollte der Abstand sein.

Jetzt solltest du den Notruf wählen. Auch wenn der Unfallort an einer vielbefahrenen Straße liegt oder von vielen Menschen frequentiert wird: Unterliege nicht der Annahme, dass andere schon den Notruf gewählt haben. Wähle 112 oder begib dich, falls dein Smartphone keine Verbindung zum Mobilfunknetz herstellen kann, zur nächsten Notrufsäule. Diese stehen an Autobahnen in Abständen von 1 bis 2 km. 

Die Mitarbeiter in der Notrufzentrale werden dich unter anderem folgende Dinge fragen: 

  • Wo ist der Unfall passiert?  
  • Wie viele Betroffene gibt es? 
  • Welche Verletzungen haben sie? 
  • Was ist geschehen? 

Leg nicht gleich auf, wenn du die Informationen durchgegeben hast – warte auf Rückfragen. Gegebenenfalls werden dir die Menschen am anderen Ende der Leitung Anweisungen mitgeben. 

Tipp: Nimm ein Warndreieck mit, wenn du eine Notrufsäule entgegen der Unfallrichtung aufsuchst, und mache entgegenkommende Autofahrer auf den Unfall aufmerksam. Während du den Notruf absetzt können andere Menschen die Unfallstelle sichern oder erste, lebensrettende Sofortmaßnahmen durchführen. 

Hast du die Unfallstelle gesichert geht es ans Eingemachte – nun zählt jede Sekunde. Die Mitarbeiter in der Notrufzentrale stehen dir mit einer Erste-Hilfe-Anleitung zur Seite – befolge ihre Anweisungen, falls du dir unsicher bist.

Stabile Seitenlage oder Herzrhythmus-Massagen: Wann wendet man welche Maßnahmen an?

1. Stabile Seitenlage

Es gibt keinen Erste-Hilfe-Kurs, der nicht die stabile Seitenlage lehrt. Die Maßnahme sorgt dafür, dass die Atemwege im Falle von Bewusstlosigkeit frei bleiben und Flüssigkeiten wie Blut oder Erbrochenes nicht zurück in die Luftröhre wandern. 

  1. Lege den unteren Arm im rechten Winkel neben den Körper 
  2. Winkle den Oberschenkel des oberen Beines im rechten Winkel an und lege ihn vor den Körper 
  3. Schiebe die Hand des oberen Arms unter den Kopf  
  4. Strecke den Kopf des Opfers leicht nach hinten und öffne seinen Mund 

Wichtig: Bleibe bei dem Geschädigten und kontrolliere in regelmäßigen Abständen die lebenswichtigen Funktionen. Sorge außerdem dafür, dass der Geschädigte nicht auskühlt. 

Stabile Seitenlage Erste Hilfe B
Herzrythmusmassage Erste Hilfe B

2. Herzdruck-Massage 

Wenn du keine Atmung mehr feststellen kannst, handelt es sich möglicherweise um einen Herzstillstand. Jetzt zählt jede Sekunde – pro Minute sinkt die Überlebenschance um circa 10 %.

  1. Drücke 30 Mal schnell auf die Mitte des Brustkorbes  
  2. Führe dann zweimal Mund-zu-Mund-Beatmung durch. Halte dabei die Nase des Geschädigten zu.  
  3. Führe beide Schritte erneut durch, auch wenn es beim ersten Mal nicht geklappt hat.  
  4. Hab keine Angst, wenn eine Rippe bricht – denk daran: Rippen kann man heilen, Gehirnschäden nicht. 

Tipp: Wenn Beteiligte um den Betroffenen stehen, fordere sie auf, „La Macarena“ von Los Del Rio oder „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees zu spielen. Der Rhythmus dieser Lieder ist ideal für Herzdruck-Massagen.  

Wo du deinen Erste-Hilfe-Auffrischungskurs buchen kannst

Es ist gut, sich hin und wieder die Erste-Hilfe-Grundlagen ins Gedächtnis zu rufen. Wenn du jetzt Lust hast, dich näher mit dem Thema zu beschäftigen, unterhalte dich doch mal mit dem Ersthelfer in deinem Büro. Oder du machst einen Auffrischungskurs. Schau am besten noch heute auf der Internetseite des DRK oder des Arbeiter-Samariter-Bundes nach dem nächsten Auffrischungskurs in deiner Nähe.

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