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Der Selbstbehalt

Definition Selbstbehalt, auch Selbstbeteiligung oder Eigenanteil genannt: Betrag, den du zu deinen anfallenden Rechnungen beisteuerst.

Was ist Selbstbehalt?

Du hast eine Krankenversicherung, damit sie für dich zahlt, wenn du krank wirst. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie übernimmt deine Gesundheitskosten zu 100 % - dann spricht man von voller Kostenübernahme. Oder du vereinbarst einen Selbstbehalt mit dem Versicherer - dann beteiligst du dich selbst an den Kosten.

Selbstbehalt kommt bei fast allen Versicherungen in verschiedenen Formen vor und ist keine Erfindung der privaten Krankenversicherer. In der gesetzlichen Krankenkasse ist es schon lange üblich, dass die Versicherten für ihre Medikamente oder Leistungen zuzahlen müssen. Ob der Eigenanteil bei Zahnersatz, die Rezeptgebühr oder die abgeschaffte Praxisgebühr - all das sind Beispiele für Selbstbehalte.

In der privaten Krankenversicherung gibt es hauptsächlich die zwei folgenden Varianten:

Absoluter Selbstbehalt: Wie bei den meisten anderen PKV-Tarifen üblich.

"Absoluter Selbstbehalt" bedeutet: Du zahlst immer einen festen Betrag, z. B. 500 € im Jahr selbst. Erst danach greift die Versicherung. Es kann also sein, dass du im Januar eine Arztrechnung über 500 € bekommst und diese komplett selbst zahlen musst. Dafür übernimmt alle weiteren Rechnungen die Versicherung.

Beispiel 1: Übliche PKV Tarife
Absoluter Selbstbehalt: Maximal 500,00 € im Jahr.
Betrag
Eigenanteil
Arztrechnung
Betrag500,00 €
Eigenanteil500,00 €
Erstattung
0,00 €
Du trägst in diesem Fall die vollen 500,00 € selbst.
Beispiel 2: Übliche PKV Tarife
Absoluter Selbstbehalt: Maximal 500,00 € im Jahr.
Betrag
Eigenanteil
Facharztrechnung
Betrag400,00 €
Eigenanteil400,00 €
Medikamente
Betrag150,00 €
Eigenanteil100,00 €
Physiotherapie
Betrag250,00 €
Eigenanteil0 €
Erstattung
300,00 €
Du trägst in diesem Fall 500,00 € von insgesamt 800,00 € selbst.

Prozentualer Selbstbehalt: The ottonova way :)

"Prozentualer Selbstbehalt" bedeutet: Du zahlst immer nur einen kleinen Anteil, z. B. 10% von einer Rechnung selbst. Das gilt für jede weitere Rechnung, bis der jährliche Maximalbetrag erreicht ist.

Die Vorteile des prozentualen Selbstbehalts liegen auf der Hand: Erst bei 5.000 € Kosten pro Jahr kommt der maximale Eigenanteil zum Tragen. So hohe Kosten sind gerade in jungen Jahren ungewöhnlich. Daher kostet dich der prozentuale Selbstbehalt in vielen Fällen weniger als der absolute. Fallen geringere Rechnungsbeträge an, zahlst du auch weniger Selbstbehalt.

Außerdem kommt nicht bei der ersten Rechnung eine große Summe auf Dich zu, sondern verteilt über das Jahr mehrere kleine Beträge. Selbstbehalt auf Raten sozusagen.

Beispiel 1: ottonova Tarife
Prozentualer Selbstbehalt: Selbstbehalt von 10%, maximal 500,00 € im Jahr.
Betrag
Eigenanteil
Arztrechnung
Betrag500,00 €
Eigenanteil50,00 €
Erstattung
450,00 €
Du trägst in diesem Fall nur 50,00 € selbst.
Beispiel 2: ottonova Tarife
Prozentualer Selbstbehalt: Selbstbehalt von 10%, maximal 500,00 € im Jahr.
Betrag
Eigenanteil
Facharztrechnung
Betrag400,00 €
Eigenanteil40,00 €
Medikamente
Betrag150,00 €
Eigenanteil15,00 €
Physiotherapie
Betrag250,00 €
Eigenanteil25,00 €
Erstattung
720,00 €
Du trägst in diesem Fall nur 80,00 € von insgesamt 800,00 € selbst.

Wie hoch der Selbstbehalt eines Tarifes ist, legt der Versicherer fest. Oft kannst du aus verschiedenen Selbstbehalts-Stufen wählen.

Wichtig: Der Selbstbehalt ist keine fixe Zuzahlung, die du grundsätzlich in voller Höhe zahlen musst. Sind am Ende des Jahres insgesamt nur 300 € Selbstbehalt angefallen, dann musst du selbstverständlich NICHT 200 € nachzahlen.

Selbstbehalt bei ottonova.

Bei ottonova wird der Selbstbehalt ausschließlich prozentual berechnet. Du hast bei beiden Tarifen - Business Class und First Class - die Wahl zwischen zwei Stufen. Tarife ohne Selbstbehalt gibt es bei ottonova nicht.

10% Selbstbehalt 25% Selbstbehalt
Du zahlst 10% von jeder Rechnung selbst, aber nur solange, bis du insgesamt das Maximum von 500 € pro Jahr* erreicht hast. Du zahlst 25% von jeder Rechnung selbst, aber nur solange, bis du insgesamt das Maximum von 1.250 € pro Jahr* erreicht hast.

* Beginnt deine Versicherung erst zur Jahresmitte, dann reduziert sich der Maximalbetrag natürlich entsprechend.

Das Prinzip des Selbstbehalts wird auf ambulate und stationäre Leistung angewandt. Ausnahme sind Hilfsmittel und ambulante Psychotherapie. Zusätzlich gibt es einige wenige pauschale Leistungsbegrenzungen. In den Tarifbedingungen ist genau festgelegt, welche Leistungen ottonova bis zu welcher Höhe übernimmt. 

Beispiel 1: Für Leistungen und Verordnungen eines Heilpraktikers erkennen wir maximal 1.000 € pro Jahr an. Beträge, die darüber hinaus gehen, zahlst du selbst. Diese Mehrkosten werden nicht auf den Maximalbetrag des Selbstbehalts angerechnet.

Beispiel 2: Für eine operative Sehschärfe-Korrektur erstattet ottonova ab dem 25. Monat nach Versicherungsbeginn maximal 750 € pro Auge. Alles, was über diesem Betrag liegt, zahlt der Versicherte selbst. Auch diese Kosten werden nicht auf den Maximalbetrag des Selbstbehaltes angerechnet.

Was bringt mir der Selbstbehalt?

Wir sind daran interessiert, dass du gesund bleibst und möchten dich dabei ein Leben lang darin unterstützen. Der prozentuale Selbstbehalt trägt dazu in verschiedener Weise bei.

Ab dem ersten Tag übernimmt ottonova den größten Teil deiner Rechnungen. Das ist gut für deinen Kontostand, denn du musst im Krankheitsfall nicht auf einmal die volle Höhe des Selbstbehaltes zur Verfügung haben. Du hast außerdem keinen Grund, wegen finanzieller Bedenken auf nötige Behandlungen und sinnvolle Vorsorgetermine zu verzichten. 

Durch die Selbstbeteiligung wird außerdem das Risiko zwischen dem Versicherer und den Versicherten verteilt – mit klaren Vorteilen für beide Seiten. Die Krankenversicherung ist stabiler, weil sie die Gesundheitskosten ihrer Versicherten besser einschätzen kann. Die Versicherten freuen sich, wenn die Beiträge langfristig ausgeglichen und günstiger bleiben. 

Wenn jeder etwas von seinen eigenen Kosten übernimmt, verhalten sich alle wirtschaftlicher. Das ist gut für die Gemeinschaft der Versicherten. Das Risiko für den Einzelnen bleibt jedoch überschaubar, denn der Selbstbehalt ist nach oben gedeckelt, also begrenzt. 

Was sollte ich bei der Wahl des Selbstbehalts beachten?

Der Selbstbehalt senkt den Monatsbeitrag. Besonders Selbstständige und Freiberufler profitieren von einem höheren Selbstbehalt, denn sie müssen ohne den Arbeitgeberzuschuss auskommen. Mit dem Eigenanteil können sie ihre Beiträge senken.

Angestellte sollten bedenken, dass der Selbstbehalt im Gegensatz zu den monatlichen Beiträgen nicht vom Arbeitgeber bezuschusst wird. Deshalb wählen sie häufig einen niedrigeren Selbstbehalt.

Zusätzlich hat der Selbstbehalt Einfluss auf die Steuerersparnis im Rahmen der Einkommensteuer. Du kannst deine Beiträge für die private Kranken- und Pflegeversicherung als Sonderausgaben absetzen. Weil der Selbstbehalt den monatlichen Beitrag senkt, hast du weniger steuerliche Vorteile. 

Alles klar?

Es ist uns wichtig, dich transparent zum Thema Selbstbehalt zu informieren. Deshalb sind wir bei Fragen sehr gerne im Chat für dich da.