Anwartschaftsversicherung

Du brauchst mal eine Pause? Die Anwartschaftsversicherung in der privaten Krankenversicherung garantiert dir die Wiederaufnahme deines Versicherungsvertrags zu den ursprünglichen Bedingungen. Unter welchen Voraussetzungen ist das möglich – und wann ist es sinnvoll?

Je früher du dich für die private Krankenversicherung entscheidest, desto besser. Denn wenn du länger Altersrückstellungen aufbaust, bleibt dein Beitrag länger stabil. Doch dein Leben ist ein Abenteuer und steckt voller Überraschungen – was, wenn du beispielsweise aus beruflichen Gründen eine vorübergehende Pause von der PKV brauchst? Genau für diesen Fall gibt es die Anwartschaftsversicherung.


Was ist die Anwartschaftsversicherung?


Mit einer Anwartschaftsversicherung bietet dir die private Krankenversicherung die Möglichkeit, deinen Vertrag eine Zeit lang „auf Eis“ zu legen, wenn du ihn vorübergehend nicht nutzen kannst. Reaktivierst du deinen Vertrag später, läuft er weiter, als ob nichts gewesen wäre: ohne erneute Gesundheitsprüfung und zu den ursprünglich vereinbarten Bedingungen. 
Wichtig: Die Anwartschaftsversicherung sichert nicht deine Gesundheit ab. Während der Anwartschaft muss dein Versicherungsschutz zum Beispiel durch die gesetzliche Krankenversicherung gewährleistet sein.


Was bewirkt die Anwartschaft?

Um nachzuvollziehen, welche Vorteile eine Anwartschaft dir bietet, betrachten wir noch einmal die Faktoren zur Aufnahme in eine PKV:

  • dein Eintrittsalter
  • dein Gesundheitszustand beim Eintritt
  • dein gewünschter Leistungsumfang

Je älter du bei deinem Einstieg in die PKV bist, desto größer sind deine Gesundheitsrisiken, die wiederum deinen Beitrag erhöhen. Denn dein Gesundheitszustand ist mit Anfang 20 in der Regel besser als mit Ende 20. Bei einer Unterbrechung und einer späteren Rückkehr in die PKV hättest du durch deinen guten Gesundheitszustand keine Beitragsvorteile – jedenfalls, wenn du keine Anwartschaft hast.

Es gibt in der PKV die kleine und die große Anwartschaft. Diese beiden Formen der Anwartschaftsversicherung bieten dir die folgenden wertvollen Vorteile:

Kleine Anwartschaft:

Sie friert deinen Gesundheitszustand ein, zum Beispiel, wenn du dich voraussichtlich erst später in deinem Leben endgültig für die PKV entscheidest. Du kannst dann bequem ohne erneute Gesundheitsprüfung einsteigen und sparst dir eventuelle Risikozuschläge und eine Wartezeit. Die kleine Anwartschaft bildet allerdings keine Rückstellungen fürs Alter.

Große Anwartschaft:

Sie friert zusätzlich zu deinem Gesundheitszustand auch noch dein Eintrittsalter ein. Das kann vor allem für Beamte eine sinnvolle Option sein, wenn sie aufgrund der freien Heilfürsorge erst in der Rente einen Anspruch auf Beihilfe haben. Mit der großen Anwartschaft werden Rückstellungen fürs Alter gebildet.



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Wann und für wen ist die Anwartschaft sinnvoll?


Es kann im Leben Ereignisse geben, durch die du dich vorübergehend von deiner PKV verabschieden musst. Wenn absehbar ist, dass dies nur temporär der Fall sein wird, kann der Abschluss einer Anwartschaftsversicherung eine sehr gute Option für deine Gesundheit sein.


3 typische Situationen, in denen die Anwartschaftsversicherung sinnvoll ist:

  • Auslandsaufenthalt
    Gerade Freelancer, Digital Nomads oder junge Menschen mit Reisefieber zieht es oft für mehrere Monate oder länger ins Ausland. Planst du fest damit, wieder nach Deutschland zurückzukehren, wenn dein Reisehunger gestillt ist? Willst du dann wieder deinen alten PKV-Schutz genießen und erfüllst weiterhin die Voraussetzungen für die PKV? Dann lohnt sich die Anwartschaft für dich.
  • Berufliche Veränderungen
    Kaum jemand bleibt heute bis zur Rente in ein und demselben Job. Einige probieren die Selbstständigkeit aus, andere finden ihre Erfüllung in einem neuen Job und nehmen dabei ein geringeres Gehalt in Kauf. Willst du als Selbstständiger vorübergehend in ein Angestelltenverhältnis oder fällt dein Gehalt einmal unter die Versicherungspflichtgrenze, musst du in der Regel in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Willst du später aus der GKV wieder zurück in die PKV, kannst du mit einer Anwartschaftsversicherung problemlos wechseln.
  • Beamte
    Es gibt Beamte, die ihre Ausgaben für Gesundheit mit der PKV ideal ergänzen können. Einige von ihnen, vor allem Polizisten, erhalten die freie Heilfürsorge – bei ihnen übernimmt der Dienstherr die gesamten Gesundheitskosten. Sie brauchen deshalb erst nach ihrer Dienstzeit eine Beihilfeergänzung von der PKV. Dann endet die Heilfürsorge und es besteht Anspruch auf Beihilfe. Eine Anwartschaftsversicherung sorgt dafür, dass du für diese Zeit finanziell gerüstet bist und schützt dich vor hohen Risikozuschlägen.


Ist die Anwartschaft das gleiche wie ein ruhender Vertrag?


Auch wenn dein Vertrag in der Anwartschaft ruht, ist er kein ruhender Vertrag. Von einem ruhenden Vertrag spricht man, wenn ein Versicherter nicht mehr in der Lage ist, seine Beiträge zu zahlen. Gerade die andauernde Corona-Krise hat gezeigt, dass das jedem passieren kann. 

Stuft die PKV den Versicherten im Notlagentarif ein, wird der Vertrag ruhend gestellt. Es besteht zwar weiterhin ein Versicherungsschutz, allerdings ist dieser dann stark eingeschränkt.



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Was kostet die Anwartschaftsversicherung?


Genau wie dein herkömmlicher Beitrag zur PKV hängt die Anwartschaft vom Tarif, der Versicherung und weiteren Faktoren ab. Die kleine Anwartschaft ist günstiger als die große, denn sie bildet keine Altersrückstellungen. Während der Anwartschaft deckst du mit deinem Beitrag in der Regel nur anfallende Verwaltungskosten. Du kannst mit etwa 10 Prozent deines ursprünglichen Beitrags rechnen.

Die große Anwartschaft bietet dir mehr Vorteile als die kleine und hat einen entsprechend höheren Preis. Hier können im Schnitt ungefähr 25 Prozent des eigentlichen Beitrags anfallen.


Gibt es die Anwartschaft auch in der GKV?


Es ist auch für gesetzlich Versicherte möglich, eine Anwartschaftsversicherung abzuschließen, etwa wenn sie eine Zeit lang im Ausland leben. Die Anwartschaft umfasst auch eine Anwartschaft für die Pflegeversicherung.

Da der Beitrag in der GKV nicht vom Gesundheitszustand abhängt und keine Altersrückstellungen gebildet werden, ist es in der Regel nicht erforderlich, eine GKV-Anwartschaft zu haben. Sinnvoll ist es nur dann, wenn der Versicherte selbst entscheiden möchte, in welche GKV er nach seiner Auszeit von der Versicherung in Deutschland eintritt.

FAQ

Was ist eine Anwartschaftsversicherung?

Mit einer Anwartschaftsversicherung in der privaten Krankenversicherung kannst du deinen Vertrag vorübergehend pausieren. Reaktivierst du deinen Vertrag später, läuft er ohne erneute Gesundheitsprüfung und zu den ursprünglich vereinbarten Bedingungen weiter. Ob weiterhin Altersrückstellungen gebildet werden hängt davon ab, ob du die kleine oder die große Anwartschaft wählst. Während deine Anwartschaftsversicherung aktiv ist, hast du keinen Anspruch auf Leistungen.

Für wen lohnt sich die Anwartschaft in der privaten Krankenversicherung?

Bist du länger im Ausland oder steht eine berufliche Veränderung an, kann eine Anwartschaftsversicherung sinnvoll sein. Beamte, die während ihrer Dienstzeit die freie Heilfürsorge erhalten, sichern sich mit der großen Anwartschaft erstklassigen PKV-Schutz für den Ruhestand – und das zu unschlagbaren Konditionen.

Was kostet die Anwartschaft?

Für die kleine Anwartschaft kannst du ungefähr mit Kosten in Höhe von 10 Prozent rechnen, bei der großen kann der Wert bei etwa 25 Prozent liegen. Wie viel die Anwartschaftsversicherung kostet, hängt von deinem ursprünglichen Beitrag ab. 

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