Vorsicht Anstieg! – GKV Beiträge 2020

Deutschland wird immer älter, der demografische Wandel ist in vollem Gange. Das bedeutet auch, dass die Mitglieder der Krankenversicherungen immer älter werden und die Pro-Kopf-Kosten im Gesundheitswesen steigen. Die gesetzlichen Krankenkassen werden aber Expertenschätzungen zufolge bis 2040 in ein Defizit von etwa 50 Mrd. Euro laufen, die Kassenbeiträge also perspektivisch steigen.

Beitragssteigerung Gkv B

Warum genau kommt es zu diesen Beitragssteigerungen? Und betrifft das nur die GKV? Wir versuchen deine Fragen zu klären.

Wie setzen sich die GKV Beiträge zusammen? 

Die Beiträge zur GKV wirken auf den ersten Blick zwar als hätten sie sich nicht erhöht, da sie seit 10 Jahren bei etwa 15,5 Prozent liegen. Auf den zweiten Blick lässt sich aber feststellen, dass die Beitragsbelastung für die einzelnen Versicherten keineswegs gleichgeblieben ist. Denn die steigende Einkommensentwicklung wirkt sich auf die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung aus. Ganz im Gegensatz zur privaten Krankenversicherung, wo das Einkommen keinen Einfluss auf den Beitragssatz der Versicherten hat.

Denn: Bei jedem Einkommenszuwachs steigen also auch die Beiträge zur GKV bis hin zum Höchstsatz. Diesen zahlen freiwillig gesetzlich Versicherte, wenn ihr Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Im Jahr 2020 liegt sie bei 4.687,50 €.

Die Beitragsbemessungsgrenze wurde neun Jahre in Folge nach oben verschoben, was bedeutet, dass der Höchstsatz, den freiwillig Versicherte zahlen jedes Jahr gestiegen ist. 
Insgesamt ist der Höchstbetrag von 2010 bis 2020 um 32 Prozent gestiegen, von 559 € (2010) auf 736 € (2020). 


Was kostet Gesundheit?

So finanzieren sich GKV und PKV.


Allerdings kann die Steigerung des Höchstsatzes privat Versicherte freuen. Denn mit der Erhöhung steigt der Zuschuss, den Versicherte in der PKV von ihrem Arbeitgeber bekommen. Dieser ist von Arbeitgeberanteil und der Beitragsbemessungsgrenze in der GKV abhängig.

Auch der Höchstbetrag der Sozialen Pflegeversicherung ist mit der Ausweitung von Versicherungsleistungen durch verschiedene Pflege-Reform-Gesetze kontinuierlich angestiegen. In den letzten zehn Jahren ist also eine Entwicklung zu beobachten: nämlich die nach oben. Es wurden jährlich Beitragsanpassungen vorgenommen. 

Das Vorurteil, dass die PKV-Beiträge stärker steigen als in der GKV ist ein Mythos. Das Wissenschaftliche Institut der PKV hat analysiert, dass die PKV-Beiträge von 2010 bis 2020 langsamer gestiegen sind, als in der GKV. So sind sie in der GKV um 3,8 Prozent stärker gestiegen als die der PKV mit 2,3 Prozent. Auch bei den Ausgaben stehen private Versicherungen besser da als Krankenkassen.

Anstieg der Beiträge: PKV vs. GKV im Jahresverlauf

Beitragsentwicklung Pkv Gkv B

Warum und wann kommt es zu Beitragserhöhungen?

Ob es schon im nächsten Jahr zu Beitragserhöhungen in der GKV kommt, hängt von der einzelnen Krankenkasse ab. Einige Krankenkassen sind schlechter finanziert als andere. 

Laut eines Berichtes in der „FAZ“ sind auch einige größere Krankenkassen wie die Barmer, DAK, KKH oder AOK Bayern eher finanzschwach, wodurch hier vor allem die Zusatzbeiträge steigen dürften. Zusatzbeiträge sind die Beiträge, die gesetzliche Krankenkassen zusätzlich zum gesetzlich festgelegten Beitrag erheben dürfen. Je nachdem wie hoch ihre finanzielle Belastung ist. Das hängt davon ab, wie finanzstark sie sind und wie hoch die Pro-Kopf-Ausgaben der Beitragszahler.

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wird jedes Jahr neu errechnet. Und ist auch 2020 erneut gestiegen. Von 0,9 Prozent im Jahr 2019 auf 1,1, Prozent 2020.

Die Krankenkassenbeiträge 2020 in der GKV im Überblick

  • Beitrag zur Krankenversicherung in der GKV bleibt 2020 bei 14,6 %
  • Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitrags zur GKV auf 1,1 % (2019 lag er bei 0,9 %)
  • Der durchschnittliche Beitragssatz steigt also von 15,5 % in 2019 auf 15,7 % im Jahr 2020

Vor allem durch Reformgesetze, wie das Terminservicegesetz und Pflegepersonal-Stärkungsgesetz kommen 2020 zusätzliche Belastungen auf die Krankenkassen zu. Nach Einschätzungen von Experten handelt es sich um rund fünf Milliarden Euro.

Die gesetzlichen Kassen haben zwar – vor allem auch durch die gute wirtschaftliche Konjunktur in der Vergangenheit – 20 Milliarden als Reserve angespart. Also könnte Beitrag eigentlich gesenkt werden, Finanzreserven müssen aber schrittweise gesetzlich abgebaut werden.

Die Rücklagen von etwa 50 Prozent der Krankenkassen sind so hoch, dass sie über eine Monatsausgabe hinaus gehen. Wenn diese Grenze überschritten wird, müssen Krankenkassen ab 2020 die Rücklagen schrittweise innerhalb von drei Jahren abbauen.


Was kannst du tun, wenn deine Beiträge steigen?

So kündigst du deine gesetzliche Krankenversicherung.


Wie sieht es mit den PKV Beiträgen in Zukunft aus?

In der PKV wird dein Beitrag individuell berechnet. Im Gegensatz zur GKV richtet er sich nämlich nicht nach deinem Einkommen, sondern nach deinem Gesundheitszustand, deinem Alter beim Eintritt in die Private Krankenversicherung und dem Tarif, den du für deine ganz individuellen Bedürfnisse auswählst. Hast du die PKV zu einem bestimmten Beitrag abgeschlossen, wird er in Zukunft weder von deinem Alter noch deinem Gesundheitszustand beeinflusst.

Doch auch in der PKV kann es vorkommen, dass die Beiträge angepasst werden müssen und steigen. Du fragst dich jetzt sicher, warum.

Auch wenn dein Beitrag so geschätzt wurde, dass er voraussichtlich deine Gesundheitskosten auch im Alter abdeckt, kann es natürlich zu unvorhergesehenen Entwicklungen kommen. Deshalb werden Beiträge regelmäßig geprüft. Möglicherweise nimmst du medizinische Leistungen öfter in Anspruch als kalkuliert, die Niedrigzinsphase verschlechtert die prognostizierten Zinseinnahmen oder der medizinische Fortschritt bringt effektivere aber auch kostenintensivere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten hervor.

Obwohl die steigenden Kosten für das Gesundheitssystem natürlich auch Auswirkungen auf die private Krankenversicherung haben, hängt hier die Beitragsanpassung viel mehr von dir individuell als von der demografischen Entwicklung ab.

Gesundheit vor Geld (Health before Wealth)

Die Beiträge können natürlich in beiden Systemen steigen. In der GKV werden die Beitragssteigerungen voraussichtlich aber stärker sein als in der PKV. Du solltest bei deiner Entscheidung vor allem bedenken: Am Ende geht es um deine Gesundheit. Mit der PKV bist du individueller auf deine Bedürfnisse hin versichert. Während dir Leistungen in der GKV gestrichen werden können, kann dir das in der PKV nicht passieren. Denn hier sind die Leistungen, die in deiner Versicherungspolice stehen, garantiert! Profitiere mit der PKV als Innovationsmotor von den besten und effektivsten Behandlungen für deine Gesundheit!


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