Gesetzliche vs. private Krankenversicherung

Grundsätzlich hast du in Deutschland zwei Möglichkeiten dich zu versichern: Es gibt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die private Krankenversicherung (PKV). Während die GKV erst einmal allen Versicherungspflichtigen offensteht, ist die PKV für Angestellte mit einem monatlichen Bruttoeinkommen ab 5.062,50 € interessant. 

Aber auch Selbstständige, Beamte und Studierende können unabhängig von ihrem Einkommen eine private Krankenversicherung wählen. Vielleicht hast du in Zusammenhang mit dem deutschen Gesundheitssystem schon mal den Vorwurf der „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ gehört: Gesetzlich Versicherte müssen häufig lange auf einen Termin bei einem Spezialisten warten und bekommen lediglich eine Basis-Versorgung. Dagegen genießen Privatpatienten – abhängig von ihrem gewählten Tarif – viele Vorteile wie Chefarztbehandlung und innovative medizinische Verfahren. 

Andererseits soll die PKV vor allem im Alter unverhältnismäßig teuer werden. Ist was dran an diesen Kritikpunkten? Wie so oft, wenn’s um komplexe Sachverhalte geht, lautet die (zugegebenermaßen etwas unbefriedigende) Antwort erst einmal: Kommt drauf an. Was genau die GKV von der PKV unterscheidet und wo jeweils die Unterschiede liegen, haben wir in unserem Artikel über die Vor- und Nachteile der privaten Krankenversicherung übersichtlich für dich zusammengestellt. 

Bevor wir einen Blick in die Zukunft wagen, lass uns in die Vergangenheit reisen: Hättest du gedacht, dass die Wurzeln des deutschen Gesundheitssystems bis ins Mittelalter zurückreichen? Damals schlossen sich Handwerker zu Zünften zusammen und bezahlten in eine gemeinsame Kasse ein. Aus diesem Topf wurden erkrankte und in Not geratene Zunftmitglieder unterstützt – das Prinzip der solidarischen Krankenversicherung war geboren! Später kamen weitere Formen der sozialen Absicherung dazu, etwa für Fabrikarbeiter

Das Ganze wurde mit der Zeit etwas unübersichtlich, also vereinfachte Reichskanzler Otto von Bismarck mit seiner Sozialgesetzgebung im Jahr 1883 die verschiedenen Systeme und schuf damit die gesetzliche Krankenversicherung. Diese berücksichtigte aber nicht die gesamte Bevölkerung, verschiedene Berufsgruppen wie Beamte, Geistliche, Lehrer und selbstständige Handwerker waren außen vor. Also wurde Ende des 19. Jahrhunderts eine privatfinanzierte Alternative zur GKV gegründet. Die Auswirkungen sind bis heute sichtbar.  

Doch ist diese Trennung zwischen gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen überhaupt noch zeitgemäß? 

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