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Meinung - 15. Januar 2019

Von Äpfeln und Birnen: GKV- vs. PKV-Leistungen

Immer wieder hörst du Kritik an dem Modell der privaten Krankenversicherung. Gleichzeitig genießen Privatversicherte Leistungen auf hohem Niveau – oder nicht? Eine neue Studie lässt Zweifel laut werden. Wir machen den Faktencheck.

6 Min.

Als das Jahr 2018 sich dem Ende neigte und zwischen Weihnachtsvöllerei und Silvesterböllerei besinnliche Ruhe einkehrte, ließ eine Studie der Beratungs- und Informationsgesellschaft Premiumcircle Deutschland (PCD) im Auftrag der Grünen Bundestagsfraktion noch einmal aufhorchen. Vielleicht sind dir die folgenden Schlagzeilen im Ohr: „Deshalb sollten Sie sich gesetzlich krankenversichern – und nicht privat“, titelte die TZ; „Gesetzliche Krankenkasse soll privaten überlegen sein“, formulierten Der Spiegel und die Welt etwas vorsichtiger.

Die Studie verglich die Tarife der privaten Krankenversicherer (PKV) mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). Das Ergebnis: Viele PKV-Leistungen reichen nicht an das GKV-Niveau heran – und das nicht einmal in den Top-Tarifen, in denen die überwiegende Mehrheit der Versicherten übrigens gar nicht versichert sei. 

Faktencheck

Darum ist die Studie mit Vorsicht zu genießen

Schwierige Vergleichbarkeit

Die GKV bietet eine solide Grundversorgung – von jedem etwas. Eine PKV kann ihr Leistungsangebot weitgehend selbst gestalten. Dieser Gestaltungsspielraum macht den Vergleich komplex.

Unterschiedliche Leistungssicherheit

Einmal vertraglich zugesichert, sind dir die Leistungen bei einer PKV ein Leben lang garantiert. In der GKV kann der Gesetzgeber den Leistungskatalog jederzeit  anpassen und Leistungen ergänzen aber auch kürzen. 

Der Hintergrund der Studie

PCD hat die Studie im Auftrag von Bündnis 90/Die Grünen erstellt. Die Partei befürwortet die Bürgerversicherung und damit die Abschaffung der PKV.  

Obwohl es sich um zwei unterschiedliche Systeme handelt, hat PCD insgesamt 103 eigene „Mindestkriterien“ definiert und daran die PKV-Leistungen gemessen. Die Liste dieser Mindestkriterien setzt sich aus 100 GKV-Leistungen und drei Zusatzleistungen für Zahnersatz und Sehhilfen zusammen – dies sei der Mindeststandard für den Krankenversicherungsschutz.

Während die GKV-Tarife logischerweise 100 der 103 Mindestkriterien erfüllen und damit 97 % der Anforderungen abdeckten, rangieren die privaten Versicherungen zwischen 96 % und 30 %. Große Schwächen seien unter anderem in Bereichen wie Rehabilitation, Kuren oder häuslicher Krankenpflege zu finden. Zudem seien viele Tarife der privaten Krankenversicherungen undurchsichtig und damit für die überwiegende Anzahl der Versicherten schlecht verständlich.

Das sagt die Branche

Der GKV-Spitzenverband zeigt sich nicht überrascht. Schließlich würden in der GKV 90 % der Bevölkerung „ohne Ansehen des Einkommens oder den Ausschluss von Vorerkrankungen versorgt“, erklärte die Vorstandsvorsitzende Doris Pfeiffer. Deshalb punkte die GKV mit Standardleistungen und einer qualitativ guten Versorgung wie Rehabilitation, Vorsorgemaßnahmen, Psychotherapie oder häuslicher Krankenpflege.

Der PKV-Verband kommentierte die Studie im Hinblick auf die politische Zielsetzung: „Die Grünen-Bundestagsfraktion fordert zwischen den Jahren mal wieder die Abschaffung der PKV“, hieß es Ende Dezember in einer Pressemitteilung – mit einer Studie, die nur wenig zu tun habe mit dem „realen Versorgungsgeschehen und den Erfahrungen der Versicherten beim Arzt oder im Krankenhaus.“

„Die Studie hat mit dem realen Versorgungsgeschehen und den Erfahrungen der Versicherten beim Arzt oder im Krankenhaus wenig zu tun.“

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Schauen wir uns den Unterschied zwischen Papier und Realität an einem Beispiel an:

  • Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) – also die Betreuung unheilbar kranker Menschen zu Hause – wird seit 2007 immer weiter ausgebaut. Sie ist seit 2015 Bestandteil der GKV-Regelversorgung. Eine gesetzliche Grundlage gibt es bei der PKV nicht. 
  • Trotzdem erwähnen neue PKV-Tarife explizit die SAPV. Und bei alten Tarifen ohne SAPV-Hinweis erstatten viele Versicherer dennoch die Kosten. 
  • Umgekehrt erstattet auch die GKV nicht alle Leistungen aus ihrem Leistungskatalog – wenn z. B. die medizinische Erforderlichkeit einer Behandlung strittig ist. Du siehst: Ein starrer Blick in die Bedingungen allein reicht manchmal nicht aus.

Das sagt ottonova

  1. Die Studie zeigt vor allem eines: Um den besten Schutz für deine Gesundheit zu finden, musst du genau hinsehen und die verschiedenen Angebote hinterfragen. Und das bedeutet im Umkehrschluss: Ein nicht erfülltes Kriterium in der vorliegenden Studie bedeutet nicht, dass eine PKV eine Leistung nicht anbietet.
  2. Tatsächlich ist es aber oft vor einer Behandlung nötig, die Zusage der PKV einzuholen – nicht um dich als Versicherten zu bevormunden, sondern um mit dir gemeinsam den besten Heilungsweg zu beschreiten. Denn – und das ist ein wichtiger Unterschied zur GKV, den die Studie vernachlässigt: Viele private Krankenversicherungen sind offen für medizinische Innovationen und bieten ihren Versicherten schneller Zugang, etwa zu neuen Behandlungsmethoden. Das ist auch bei ottonova so. 
  3. Und auch wenn die GKV mehr oder ähnliche Leistungen wie die PKV abdeckt, bleibt die Frage: Welche Qualität kannst du als Versicherter erwarten? In beiden Systemen kannst du z. B. frei wählen, zu welchem Arzt du gehst – allerdings gibt es hier bei der GKV deutlich mehr Einschränkungen. Das gilt auch für Krankenhausaufenthalte: Sowohl GKV als auch PKV erstatten stationäre Behandlungen – aber bei vielen PKV-Top-Tarife bekommst du dabei das Einzelzimmer statt eines Aufenthalts im Mehrbettzimmer. 
  4. Ein Blick in die Studienergebnisse zeigt: Während die GKV die Kriterien entweder erfüllt oder nicht erfüllt, werden bei der PKV viele Punkte übererfüllt – Stichwort Hilfs- und Heilmittel oder Zahnleistungen. Und wenn wir schon bei den Kriterien sind: Es ist die Rede von Mindestkriterien. Viele zusätzliche Vorteile einer PKV im Vergleich zur GKV werden dabei nicht berücksichtigt – wie die Tatsache, dass ottonova deine Gesundheit auch im Ausland absichert. 
  5. Übrigens wurden unsere Tarife auch schon von anderer Stelle auf Herz und Nieren geprüft: Die Assekurata – eine unabhängige Ratingagentur für Versicherungsprodukte – hat unsere Vollversicherungstarife First Class und Business Class für Angestellte und Selbstständige mit der Note „sehr gut“ bewertet. Das bedeutet, dass jede medizinisch sinnvolle Behandlung in einem großzügigen Umfang abgesichert ist.

Du willst es ganz genau wissen? 

Wir gehen offen mit unseren Tarifen um und navigieren dich sowohl transparent als auch verständlich durch das deutsche Gesundheitssystem. Deshalb kannst du dich mit all deinen Fragen und Bedenken direkt an uns wenden und darfst ehrliche Antworten erwarten.

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