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Das Krankentagegeld

Definition Krankentagegeld: Betrag, den du bei Arbeitsunfähigkeit von deiner Krankentagegeldversicherung ausgezahlt bekommst.

Was ist Krankentagegeld?

Ob komplizierter Armbruch oder Borreliose vom Zeckenbiss - vieles kann dazu führen, dass du nicht mehr arbeiten kannst. Bei Krankheit erhält ein Angestellter normalerweise sechs Wochen reguläre Lohnfortzahlungen. Wenn du länger krank oder durch einen Unfall arbeitsunfähig bist, dann drohen Verdienstausfälle. Jetzt ist nicht mehr der Arbeitgeber in der Pflicht, sondern die Krankenversicherung.

Definition arbeitsunfähig:

  • Kurz: Der Arzt sagt, du kannst gerade nicht arbeiten.
  • Korrekt: Als arbeitsunfähig giltst du, wenn du mit ärztlichem Attest nicht mehr in deinen Job arbeiten kannst und du auch keiner anderen bezahlten Arbeit nachgehst.

Definition teilweise arbeitsunfähig:

  • Kurz: Der Arzt sagt, du kannst nur stundenweise arbeiten.
  • Korrekt: Als teilweise arbeitsunfähig giltst du, wenn du mit ärztlichem Attest nur noch eingeschränkt im Rahmen einer stufenweisen Wiedereingliederung in deinem Job arbeiten kannst und du zudem keiner anderen bezahlten Arbeit nachgehst.

Definition berufsunfähig:

  • Kurz: Der Arzt sagt, du kannst wahrscheinlich für sehr lange Zeit nicht mehr voll arbeiten.
  • Korrekt: Als berufsunfähig giltst du, wenn der Arzt feststellt, dass du in deinem bisher ausgeübten Beruf auf nicht absehbare Zeit zu mehr als 50 % erwerbsunfähig bist.

Brauche ich das wirklich?

In der gesetzlichen Krankenversicherung ist das Krankentagegeld mit drin. Aus gutem Grund hat der Gesetzgeber beschlossen, diese Leistung nicht wie viele andere zu streichen, sondern als essentiell anzusehen. Dieser Meinung schließen wir uns an. Das Krankentagegeld zählt zu den wirklich wichtigen Dingen, denn hier geht es um deine Existenzsicherung. Wenn du nämlich nicht arbeiten kannst, der Arbeitgeber aber nicht mehr zahlt, dann kann selbst ein Zeitraum von wenigen Wochen finanziell kritisch werden. Als privat Versicherter musst du in dieser Zeit deinen Beitrag voll weiterzahlen. Auch in die gesetzliche Rentenversicherung solltest du weiterhin einzahlen, damit dir daraus keine Nachteile entstehen. Deine Arbeitslosenversicherung zahlt übrigens der PKV-Verband.

Die Krankentagegeldversicherung sichert dich bei Arbeitsunfähigkeit ab. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) greift erst, wenn du voraussichtlich für immer oder über einen sehr langen Zeitraum (min. 6 Monate) zu mindestens 50 % berufsunfähig bist. Bei einem Knochenbruch oder einer längeren Krankheit ist es oft absehbar, dass du wieder in deinem Beruf arbeiten wirst. Daher hilft dir hier die BU nicht weiter. Bis die Berufsunfähigkeit von der BU festgestellt und anerkannt wurde, vergehen häufig einige Monate. Diese Zeit gilt es finanziell zu überbrücken.

Als privat Versicherter hast du beim Krankentagegeld die Wahl. Das sollte dich jedoch nicht zum Sparen an falscher Stelle verleiten. Frage dich ehrlich: Habe ich so viele finanzielle Reserven, dass ich im Zweifelsfall mehrere Monate Verdienstausfall überbrücken kann? Nur wenn du hier mit gutem Gewissen ja sagen kannst und das Geld auch schmerzfrei dafür ausgeben möchtest, brauchst du keine Krankentagegeldversicherung. In allen anderen Fällen gehört sie zum Pflichtprogramm.

Krankentagegeldversicherung bei ottonova.

Grundvoraussetzung für eine Krankentagegeldversicherung ist eine abgeschlossene Krankenvollversicherung bei ottonova. Die Höhe des Krankentagegeldes richtet nach deinem Einkommen, bzw. bei Selbstständigen nach Beruf und Anzahl der Mitarbeiter. In diesem Rahmen kannst du die Höhe selbst bestimmen, maximal sind es jedoch 300 € am Tag. Diese Summe wird dir nicht ab dem ersten Tag der Krankheit, sondern erst nach der festgelegten Karenzzeit ausgezahlt. Als Karenzzeit bezeichnen wir einen Zeitraum, in dem trotz Arbeitsunfähigkeit kein Krankentagegeld gezahlt wird. Danach bekommst du es täglich, auch an Sonn- und Feiertagen. Bei einer Wiedereingliederung (teilweiser Arbeitsunfähigkeit) hast du maximal drei Monate lang Anspruch auf das Krankentagegeld. Das Krankentagegeld ist steuerfrei, wird also netto ausgezahlt.

Die Krankentagegeldversicherung greift bei Arbeitsunfähigkeit in diesen Fällen:

  • Nicht vorsätzlich verursachte Krankheiten und Unfälle
  • Behandlungen und Untersuchungen aufgrund von Schwangerschaft

Selbstständige Frauen mit KTS42 bekommen Krankentagegeld unabhängig davon, ob Arbeitsunfähigkeit besteht, in Zeiten des gesetzlichen Mutterschutzes.

In diesen Fällen kannst du kein Krankentagegeld beziehen:

  • Für Angestellte: Im Zeitraum des gesetzlichen Mutterschutzes, also 6 Wochen vor und 8 Wochen nach dem Entbindungstermin (In dieser Zeit zahlt der Arbeitgeber das Gehalt).
  • Bei Verlegung des gewöhnlichen Aufenthaltes ins Ausland, es sei denn, es handelt sich um ein Nachbarland von Deutschland

Du benötigst auf jeden Fall eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit.

ottonova unterscheidet zwischen Krankentagegeld für Angestellte und für Selbstständige (hierzu zählen auch geschäftsführende Gesellschafter und Vorstände von Unternehmen).

Angestellte können zwischen drei Tarifstufen wählen, die sich durch ihre Karenzzeit unterscheiden - 42, 91 oder 182 Tage (KTA42, KTA91 und KTA182). KTA steht hierbei für Krankentagegeld für Angestellte - die Zahl legt die Karenzzeit fest. Das KTA42 greift nach sechs Wochen, also in der Regel ab dem Zeitpunkt, ab dem Angestellte keine Lohnfortzahlungen mehr bekommen. Es schließt sich somit nahtlos an, ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit erhältst du das vereinbarte Geld. Günstiger werden die Beiträge, wenn du eine längere Karenzzeit wählst und den Verdienstausfall in der Zwischenzeit selbst trägst. Erhöht sich dein Gehalt, kannst du beantragen, dass sich auch das Krankentagegeld entsprechend erhöht.

Für Selbstständige gibt es aktuell nur eine Tarifstufe mit einer Karenzzeit von 42 Tagen: KTS42 (Krankentagegeld für Selbstständige ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit). Wir haben uns dazu entschieden, weil für diese Gruppe ein über 42 Tage hinausgehender Verdienstausfall oft nicht zu tragen ist. Während des Mutterschutzes gilt die Karenzzeit nicht, du erhältst sofort einen Gehaltsersatz.

Welches Krankentagegeld soll ich wählen?

Die Höhe des Krankentagegeldes sollte sich nach deinem persönlichen Bedarf richten. Berechne sorgfältig, wie viel Geld du monatlich für Fixkosten plus Lebensunterhalt benötigst. Zumindest deine Existenz sollte mit dem Krankentagegeld abgesichert sein. Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt maximal ca. 100 € pro Tag. Diesen Wert solltest du nicht unterschreiten. Eine längere Karenzzeit bietet sich an, wenn du über eigene Finanzreserven verfügst oder du mit deinem Arbeitgeber eine längere Lohnfortzahlung vereinbart hast. So lässt sich auch der monatliche Beitrag senken. Eine zusätzliche Berufsunfähigkeitsversicherung ist in den meisten Fällen sinnvoll. Berufsunfähigkeitsversicherungen gibt es in Deutschland nur bei einem Lebensversicherer.

Achtung: Wenn du private Krankentagegeldversicherungen bei mehreren Anbietern abschließt, sind diese ggf. nicht verpflichtet, das Krankentagegeld in voller Höhe auszuzahlen.

Alles klar?

Uns ist es wichtig, dass du genau verstehst, worum es beim Krankentagegeld geht. Bist du dir noch unsicher, sind wir richtig gerne für dich da. Schreib uns einfach eine Nachricht und lass dich persönlich beraten.