13. Januar 2020

Ätherische Öle: Wirkung & Anwendung für die Gesundheit

Eine Massage nach einer stressigen Phase wirkt entspannend. Das liegt allerdings nicht nur an der körperlichen Ausführung, sondern auch an deinem Geruchssinn. Bestimmte ätherische Öle können sich positiv auf deine Muskeln auswirken, aber auch auf dein Wohlbefinden und deine Gesundheit. Wie das funktioniert – im Aromatherapie-Guide.

4 Min.

Mehr Entspannung, Linderung von gesundheitlichen Beschwerden und eine bessere Stimmung – all diese Auswirkungen soll das Verwenden von ätherischen Ölen haben. Bestimmte Gerüche haben einen Einfluss auf deine Psyche – und deinen Körper. Wie das funktioniert? Ein Überblick:

Was ist Aromatherapie?

Als Teil der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) sollen ätherische Öle zur Behandlung von Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen beitragen. In dieser Hinsicht geläufig sind dir sicher bereits Erkältungsbäder, Duftlampen und Massageöle.

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Ätherische Öle – Wirkung?

Duftstoffe haben die Möglichkeit, auf verschiedene Art und Weise auf dich einzuwirken. So zum Beispiel über deinen Geruchssinn.

 

Geruchssinn

Die Sinneswahrnehmung bringt mehrere Nebeneffekte mit sich: Gefühlseindruck, Erinnerungen und reflektorische Beeinflussung. Ein Grund, weswegen sie bei der Aromatherapie-Massage eingesetzt wird.


Inhalation

Dazu können ätherische Öle auch eine direkte Wirkung auf dich und deine Organe haben, wenn du sie zur Inhalation oder Einnahme verwendest. Orangen- und Zitronenöl sollen so zum Beispiel stimmungsaufhellend und Lavendelöl beruhigend wirken.

 

Haut 

Direkt auf die Haut aufgetragen, sollen einige ätherische Öle bei Wunden heilungsfördernd sein. Beispielsweise bei unreiner oder trockener Haut und auch bei Akne können ätherische Öle durch die antioxidative Wirkung tolle Resultate erzielen. Auch im Kampf gegen Falten sind sie besonders hilfreich.

 

„Biologische Antibiose"

Unter „biologischer Antibiose“ verstehen sich reine Aromaöle und Kräuter, sowie Gewürze mit antibiotischen Eigenschaften, die sich zur Behandlung leichter Infektionen eignen. Du kannst sie oral einnehmen, inhalieren oder angereichert in der Raumluft genießen.

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Woraus bestehen ätherische Öle?

Die natürlichen Substanzen sind hochkonzentriert und leicht verdampfend. Über Wasserdampfdestillation werden winzige Öltröpfchen aus dem Gewebe von bestimmten Pflanzen herausgelöst. Das können Blüten, Nadeln, Samen und Blätter sein.

Die Geschichte der Aromatherapie

Es scheint, als würde die Aromatherapie wie so viele alternative Heilmethoden ein Comeback erleben, oder sich eher noch wie ein Trend entwickeln. Betrachtet man die Anfänge der Verwendung von ätherischen Ölen, so stößt man zunächst auf das alte Ägypten, wo Pflanzenteile und Duftstoffe als Räucherwerk nicht nur für rituelle, sondern auch therapeutische Zwecke eingesetzt wurden. Abgeleitet wurde dadurch die Bezeichnung „Parfum“. Plinius der Ältere berichtet unter anderem, von der Anwendung von Minzblättern zur Reinigung von Krankenräumen.

Es heißt, der Gründer der Aromatherapie sei ein französischer Chemiker, der 1910 nach einem Unfall in seinem Labor seine Verätzungen und Verbrennungen erfolgreich mit Lavendelöl versorgte und anschließend Nachforschungen betrieb. Schon im Ersten Weltkrieg wurde mit ätherischen Ölen behandelt. Gattefossé war es, der sich dem Studium der medizinischen Eigenschaften ätherischer Öle widmete und später dann auch der Kosmetik zuwandte. Seine Werke „Aromatherapie“ und „Essentielle Antiseptika“ sind die ersten ihrer Art und prägten den Begriff der Aromatherapie erstmals.

Heute ist die Aromatherapie vor allem auch eine attraktive Möglichkeit für Apotheken, sich gegenüber ihrer Konkurrenz zu profilieren. Die Versuche, die Aromatherapie auf ein naturwissenschaftliches Fundament zu stützen, sind noch nicht ausgereift. Wirkungen, die über die Gefühls- und Sinnesebene erzeugt werden, lassen sich nur schwer messen und objektiv untersuchen. Hinzukommt immer das Wechselspiel mit weiteren Inhaltsstoffen. Auch placebokontrollierte Studien zum Beleg der Wirksamkeit fehlen bisher.

Fragt man sich, ob ätherische Öle auch giftig sein können, so ist die Antwort „Ja“. 

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Doch es kommt dabei immer auf die Menge, die Langzeitergebnisse, die Verunreinigung und weitere Stoffe an. Du darfst nicht vergessen, dass alles, was eine Wirkung hat, auch Nebenwirkungen haben kann. Akut giftig sind die meisten ätherischen Öle in der Regel nicht, sodass du Öle von hoher Qualität und in kleiner Menge ohne Sorge testen kannst, vielleicht helfen sie dir ja – und wenn es nur bei Muskelkater oder Müdigkeit ist.

Anwendungsmöglichkeiten bei Symptomen wie

  • Stress, Angst, Unruhe
  • Erkältungen
  • Übelkeit und Verdauungsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden
  • Schlaflosigkeit und Antriebslosigkeit

Aromatherapie-Guide: Wo & wie kannst du ätherische Öle anwenden?

Aromatherapie B@2X

Auf der Haut

Nicht nur als Massageöl, sondern auch in der Gesichts- und Körperpflege können ätherische Öle bei dir zum Einsatz kommen. Wichtig dabei ist, dass du sie nur verdünnt auf der Haut anwendest. Die Nebenwirkungen können sich in Hautirritationen oder allergischen Reaktionen äußern. Bei Kleinkindern sollte deswegen gänzlich auf ätherische Öle verzichtet werden. Für die Gesichtspflege kannst du verschiedene Öle miteinander vermischen, je nach Hauttyp kommt eine andere Basis und ein anderes Spezialöl zum Einsatz. Für die Basis eignen sich vor allem Mandel- und Jojobaöl

Körper- oder Gesichtsöl

Stellst du ein Öl für den Körper her, ist das Mischungsverhältnis ein anderes als für das Gesicht. So kommen auf 50 Milliliter Basis-Öl für das Gesicht nur rund ein bis zwei Tropfen ätherisches Öl, bei einem Massageöl können es bis zu zehn Tropfen sein.

Als Raumduft

Raumdüfte duften nicht einfach nur gut, du kannst sie auch gezielt nutzen, um dein Wohlbefinden zu verbessern. Dafür gibst du ein paar Tropfen des Öls in eine Duftlampe oder einen Diffuser. Durch die zugegebene Wärme entfaltet sich der Duft im ganzen Raum.


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Überblick: Wirkung & Anwendungsgebiete ätherische Öle


Stimmungsaufhellend

Hier kommen alle Arten von Zitrusöl zum Einsatz, egal ob Orange, Grapefruit, Zitrone, Bergamotte, Limette oder Mandarine. Diese Duftnoten heben die Stimmung, fördern die Konzentration und wirken gegen Stress und Antriebslosigkeit. Ylang-Ylang-Öl kurbelt sogar die Produktion des Glückshormons Serotonin an – ein Schub für die Leistungsfähigkeit.


Stärkung der Abwehrkräfte

Wer während der Grippesaison fit bleiben oder eine Erkältung lindern will, kann Teebaumöl inhalieren, da es zur Stärkung der Abwehrkräfte beiträgt. Das Inhalieren von Salbeiöl verschafft Linderung bei den typischen Erkältungssymptomen und Eukalyptus-Essenz ist Balsam für gereizte Atemwege, befreit von lästigem Husten und Schnupfen. Zudem wirkt Eukalyptus antibakteriell und durchblutungsfördernd.


Schmerzlindernd

Das entzündungshemmende Kamillenöl findet Anwendung bei Magenbeschwerden, Menstruationsschmerzen, Muskelschmerzen und - weil es die Wundheilung fördert - auch bei Zahnschmerzen. Der Allrounder Pfefferminzöl ist erfrischend, hilft bei Kopfschmerzen, Schwindel und Bauchschmerzen. In einem Gemisch kann es auch bei Muskelkater, Verstauchungen und Prellungen guttun. Da Lavendelöl und Salbeiöl krampflösend wirken und die Durchblutung fördern, können sie bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt werden.


Ruhe, Ausgleich & guter Schlaf

Lavendelöl verschafft innere Ruhe, beruhigt und wirkt ausgleichend. Deswegen wird es auch vor allem bei Unruhezuständen und Einschlafstörungen verwendet. Rosenöl wirkt harmonisierend, hilft bei Schlafproblemen und soll einen positiven Effekt auf depressive Verstimmungen haben. Kamillenöl hat eine entspannende und beruhigende Wirkung und wird bei Schlafstörungen und Angstzuständen eingesetzt. Bei Anspannung, Stress und Überlastung soll Sandel- und Zedernholzöl helfen.


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Regeneration der Haut & entzündungshemmend

Aufgrund der entzündungshemmenden Eigenschaften eignet sich Teebaumöl zur Bekämpfung von Hautunreinheiten. Die antiseptischen und antibakteriellen Vorteile finden außerdem Anwendung bei Insektenstichen, Sonnenbrand und gereizter Haut. Gegen einen Sonnenbrand und Juckreiz hilft übrigens auch Lavendelöl. In der Gesichtspflege beliebt ist vor allem Rosenöl. Der zarte Duft sowie die regenerationsfördernden Eigenschaften sind verantwortlich dafür, dass es sich nicht nur bei Naturkosmetik, sondern auch im Drogerie- und Luxuskosmetikbereich finden lässt. Diese Beliebtheit allein lässt eine gewisse Wirkung annehmen.

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