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11. Juli 2019

Betroffene in jedem Lebensalter: Haarausfall durch Stress

Haarausfall kommt nur bei älteren Männern vor. Oder doch nicht? Haarausfall mit 20 ist in der modernen Gesellschaft keine Seltenheit mehr. Täglich fordern Job und Familie 100 % Leistungsfähigkeit von deinem Körper und Geist. Für ausreichende Ruhephasen ist oft keine Zeit übrig. Die Folge davon: Haarausfall durch Stress. Aber woran liegt das genau und kannst du bei Haarausfall tun? 

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Ein paar Haare im Kamm deuten noch nicht auf einen massiven Haarausfall hin. Bis zu 100 Haare am Tag verliert der Mensch durchschnittlich. Haare sterben ab und fallen aus, neue Haare wachsen nach. Ein Vorgang, der sich täglich wiederholt. Dennoch ist jeder dritte Mann und jede zehnte Frau von Haarausfall betroffen.  

Die Ursachen für Haarausfall 

Jeder Mensch besitzt normalerweise 80.000 bis 120.000 kräftige Haare auf dem Kopf. Jedes Haar besteht aus Keratin und wird vom Haarfollikel gebildet. Von Haarausfall spricht man erst, wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen und wenn das Verhältnis von ausfallenden und nachwachsenden Haaren nicht mehr ausgeglichen ist. Verstärkter, täglicher Haarverlust wird Effluvium genannt, sichtbare Haarlosigkeit Alopezie.  

Die häufigsten Formen von Haarausfall bei Männern sind der hormonell-erbliche Haarausfall, kreisrunder Haarausfall und diffuser Haarausfall.


Der diffuse Haarausfall tritt unabhängig von Alter und Erbanlagen auf. Er kündigt sich nicht durch Geheimratsecken oder andere Vorboten an. Zudem ist diese Art des Haarausfalls nicht auf einen bestimmten Teil des Kopfes beschränkt, die gesamte Haarpracht wird dünner. Die Ursachen für diffusen Haarausfall sind so zahlreich wie die Haare, die er auslässt. Oft ist eine Kombination mehrerer Faktoren für einen diffusen Haarausfall verantwortlich. 

Mögliche Auslöser:  

  • emotionaler Stress 
  • hohes Fieber 
  • grippale Infekte 
  • chronische Entzündungen 
  • Nährstoffmangel 

Plötzlicher Haarausfall ist ein Phänomen des kreisrunden Haarausfalls. Er macht 1 bis 2 % der Haarausfälle bei Männern aus. Erkennungszeichen sind kreisrunde Lücken im Haar. Es bilden sich plötzlich verschiedene kahle Stellen am Kopf oder auch an anderen Körperstellen wie dem Bart, den Wimpern oder der Genitalbehaarung. Die Haare können bei dieser Art des Haarausfalls auch vollständig ausfallen. Typisch für den kreisrunden Haarausfall ist nicht nur der plötzliche Verlust von Haaren, sondern auch, dass er oft bei völliger Gesundheit auftritt.  

Bei den meisten Betroffenen stellt sich innerhalb eines Jahres das Haarwachstum wieder ein. Die Follikel sterben bei dieser Art von Haarausfall nicht ab, lediglich befinden sie sich in einer Art Ruhephase ihres Wachstums. Die Haare können also jeder Zeit, auch ohne Behandlung, wieder anfangen zu wachsen. Die Ursachen hierfür sind noch nicht zu 100 % geklärt. Man vermutet, dass folgende Auslöser Abwehrzellen falsch an die Haarwurzel weiterleitet. Dadurch wird diese gelähmt, sodass das Haarwachstum temporär zum Stillstand gebracht wird. 

Als Ursache vermutet man: 

  • Störungen des Immunsystems 
  • Schilddrüsenerkrankungen 
  • Allergien 
  • psychische Belastungen 

Die mit Abstand häufigste Form des Haarausfalls ist mit 95 % der anlagebedingte Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt. Hormonell-erblicher Haarausfall tritt meist schon im Alter von 20 bis 30 Jahren ein. Je nach individuellen Erbanlagen zeigt sich der Haarausfall zunächst meist in Form der sogenannten Geheimratsecken. 

Mit der Zeit lichtet sich auch das Haar am Hinterkopf. Ein Halbkranz bildet sich. In seltenen Fällen entwickelt sich eine komplette Glatze, oft bleibt ein schmaler Kranz am Hinterkopf stehen. Die Ursache für den kontinuierlichen Haarverlust ist das männliche Hormon Testosteron. Sein Abbauprodukt Dihydrotestosteron sorgt für eine Verkürzung der Wachstumsphase der Haare, bis die Haarfollikel endgültig absterben. Sind die Haarfollikel einmal zerstört, wird an dieser Stelle nie wieder ein Haar wachsen. 


Was hilft gegen Haarausfall? 

Es gibt nicht nur viele verschiedene Formen von Haarausfall bei Männern, es gibt auch viele verschiedene Ursachen. Die individuellen Ursachen kannst du beheben, wenn du herausfindest, um welche Art von Haarausfall es sich bei dir handelt. Am genausten kannst du dies gemeinsam mit einem Dermatologen bestimmen. 

Ist der Haarverlust bei dir erblich bedingt, wirst du ihn nicht ganz aufhalten können. Doch auch für diesen Fall kannst du vorbeugende Maßnahmen ergreifen, um den Haarausfall zu verlangsamen und dein Haar zu kräftigen.  

Wir haben für dich Methoden zusammengestellt, die dir dabei helfen können: 

1. Stress vorbeugen

Haarausfall durch Stress ist keine Seltenheit. Wenn Körper und Geist unter Stress stehen, schaltet dein Organismus automatisch auf Notversorgung um. Das hat zur Folge, dass nur noch wichtige Organe mit Mineralien und Vitaminen versorgt werden. Kopfhaut und Haare bleiben in diesen Phasen völlig unterversorgt. Die Haarfollikel bekommt nicht mehr ausreichend Nährstoffe zugespielt, deshalb fallen die Haare aus. Mit Stress umzugehen und Stress vorzubeugen kann man lernen: 

5 Tipps gegen Haarausfall durch Stress: 

  • Gesunde Work-Life-Balance 
  • Meditation 
  • Fitness als Stressabbau 
  • Achtsamkeit 
  • Media Detox 

2. Ernährung bei Haarausfall

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle dabei, wie kräftig dein Haar wächst. Haarausfall durch Mangel ist eine häufige Diagnose. Die Spurenelemente Eisen, Zink und Kupfer spielen eine wesentliche Rolle für das Wachstum des Haares. Selen, Silizium und Biotin sind auch in Bezug auf die Haarqualität nicht außer Acht zu lassen. Richtige Superfoods gegen Haarausfall sind unter anderem Nüsse. Die in ihnen enthaltenen Omega-3-Fettsäuren, das Kupfer und das Biotin sind wachstumsfördernd.  

3. Anregung der Durchblutung

Eine gute Durchblutung ist entscheidend für ein kräftiges Wachstum deiner Haare. Nur dann werden Haarwurzeln ausreichend mit Vitaminen und Mineralien versorgt. Mit Hilfe von Ausdauersport werden die Blutgefäße erweitert, die Durchblutung wird angeregt. Auch Kopfmassagen aktivieren die Durchblutung der Kopfhaut. Ein weiterer Tipp gegen Haarausfall ist Koffein. Hochdosiertes koffeinhaltiges Haarwasser kann in tiefere Schichten der Kopfhaut eindringen und dort die Durchblutung anregen. Die Haarwurzeln können so kräftigeres Haar produzieren, das Ergebnis ist ein fülligeres Haarbild. 

4. Kopfhaut und Haare sanft behandeln

Es hört sich banal an, aber auch im Alltag kannst du während der täglichen Routine etwas gegen Haarausfall tun. Achte nach dem Duschen darauf, dass du dein Haar nicht zu rabiat trocken rubbelst, drücke die Haare mit einem Handtuch lieber sanft trocken. Und auch beim Haare föhnen gilt es, nicht zu heiß zu trocknen, die lauwarme Stufe genügt. Starke Hitze und Reibung stressen Haar und Kopfhaut und je gestresster die Haare sind, desto schlechter sind die Wachstumsbedingungen. 

5. Richtige Haarpflege

Nein, die zahlreich verschiedenen Pflegelinien von Haarshampoos und Spülung sind nicht nur Marketingmasche. Die richtige Pflege für deinen Haar Typ unterstützt auch das Haarwachstum und hilft gegen Haarausfall. Hast du trockenes, fettiges oder ganz simpel normales Haar? Die verschiedenen Pflegeprodukte beinhalten individuelle Nähr- und Wirkstoffe, die gegen Haarausfall vorbeugen können. Inhaltsstoffe mit Koffein oder Minze regen allgemein die Durchblutung der Kopfhaut an, um das Haarwachstum zu beleben. 

Haarausfall mit 20 ist keine Seltenheit. Die gute Nachricht: Du kannst etwas dagegen tun! Die Formen und Ursachen von Haarverlust sind vielfältig, doch gerade Stress ist einer der häufigsten Auslöser. Hier kannst du ganz leicht anfangen: Denn Stress im Alltag zu reduzieren kannst du einfach lernen und somit Haarausfall beheben und vorbeugen. 

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