08. Juli 2019

Wie du brüchige Nägel pflegen kannst

Der erste Eindruck zählt, gepflegte Hände und Fingernägel sind dabei wie deine Visitenkarte. Brüchige Nägel hinterlassen allerdings kein gutes Bild. Aber woher kommen brüchige Fingernägel und was kannst du dagegen tun? 

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Schon 1844 zeigte der Nervenarzt Heinrich Hoffmann in seinem Kinderbuch „Der Struwwelpeter“, dass ungepflegte Fingernägel in der Gesellschaft als Zeichen für Vernachlässigung und als unhygienisch gelten. Brüchige Nägel und eine Nagelveränderung durch Farbe und Form können aber auch gesundheitliche Ursachen haben. 

Ursachen von brüchigen Fingernägeln

 Im Volksmund gelten Fingernägel als Spiegel der Gesundheit. Eine glatte Oberfläche ohne Dellen mit einem matten Glanz und einer leichten rosa Färbung sind Zeichen für gesunde Fingernägel. 0,5 bis 1,2 mm wächst ein Fingernagel im Durchschnitt pro Woche. Im Vergleich dazu wachsen Fußnägel nur circa 1 mm im Monat. Verfärbungen oder Verformungen der Nägel können verschiedene Ursachen haben. Viele Veränderungen haben harmlose Ursachen. Andere Auffälligkeiten müssen dagegen mit einem Arzt abgeklärt und behandelt werden. Die wichtigsten haben wir für dich zusammengetragen.

Nägel bestehen aus zahlreichen übereinander gelagerten Hornschichten, die vom Organismus durch den Blutkreislauf versorgt werden und dadurch wachsen können. Durch einen Nährstoffmangel kann der Nagel nicht mehr richtig versorgt werden. Die Folgen sind brüchige Nägel und Nagelveränderungen. Für ein gesundes Wachstum benötigen Nägel bestimmte Vitamine und Mineralien. Vor allem Vitamin A, Calcium, Eisen, Zink und Biotin sind für ein gesundes Nagelwachstum wichtig.

Gewölbte Fingernägel und verbreiterte Fingerspitzen können möglicherweise auf eine Herz- oder Lungenkrankheit hinweisen. Sind diese Organe nicht mehr voll leistungsfähig fällt zuerst die Sauerstoffversorgung von Nägeln und Haut ab. Der Nagel verändert sich durch diese Unterversorgung. Auch ein nach innen gewölbter Nagel, der an den Rändern nach außen ragt, kann auf eine Sauerstoffunterversorgung durch Eisenmangelanämie (Blutarmut durch Eisenmangel) deuten. Solltest du bei dir wellige Fingernägel mit extremen Wölbungen feststellen, bespreche das schnell mit deinem Arzt.

Wusstest du, dass sich auf Tastatur und Mousepad deines Laptops oft 400-mal so viele Bakterien befinden wie auf einer öffentlichen Toilette? Unter der Nagelhaut sammeln sich Bakterien gerne an. Zudem verursachen feinste Risse an den Fingernägeln unschöne Entzündungen im Nagelbett. Auch Chemikalien, die beim Putzen mit deinen Händen in Berührung kommen oder Substanzen wie Öl, mit denen man bei Reparaturen an Auto oder Fahrrad in Berührung kommt, können das empfindliche Nagelbett reizen. Dort können sich Bakterien einnisten. Die Folgen von entzündeten Nagelbetten sind sehr schmerzhaft. 

Wer mit Schere oder Knipser seine Fingernägel kürzt, riskiert dabei Kanten, die schnell wieder einreißen. Nach dem Duschen solltest du die Nägel nicht sofort kürzen. Die Nägel sind dann weich und besonders empfindlich, große Belastungen führen zu Spliss und Rissen. Brüchige und gespaltene Fingernägel sind das Ergebnis.

Sehr weiße Fingernägel können ein Anzeichen für starken Alkoholmissbrauch oder eine chronische Lebererkrankung sein. Gelbe Nägel hingegen treten oft bei starkem Rauchen oder häufigem Lackieren der Nägel auf. Bei sehr weißen Fingernägeln sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Wie du einer Nagelveränderung vorbeugen kannst

  • ausgewogene Ernärung mit Vitaminen und Mineralien
  • richtige Pflege von Fingernägeln und Händen
  • Schutz der Nägel bei starker Beanspruchung durch Schmutz oder Chemikalien

5 Schritte für die richtige Pflege, um brüchige Nägel zu behandeln

Die folgenden Pflegetipps für Fingernägel verhelfen deinen Nägeln zu einem frischen Aussehen. Diese Tipps kannst du auch ganz einfach bei brüchigen Fußnägeln anwenden.

1. Fingernägel kürzen

Zum Kürzen der Fingernägel benutzt du am besten eine Sandblatt- oder Mikrokristallfeile. Von Metallfeilen ist abzuraten. Genau wie durch Scheren und Knipser ist hier das Risiko hoch, weitere Risse zu verursachen. Deine Nägel sollten trocken sein, direkt nach dem Duschen sind die Nägel zu weich und empfindlich. Starte beim Feilen in der Mitte des Nagels und feile nur in eine Richtung.

2. Nagelhaut entfernen

Die Nagelhaut sollte wirklich nie abgeschnitten werden. Durch sanftes Zurückschieben mit beispielsweise einem Holzstäbchen, entfernst du überschüssige Nagelhaut, ohne eine Entzündung zu riskieren. Hast du kein passendes Holzstäbchen zur Hand, kannst du auch den Daumennagel benutzen. Das funktioniert am besten, wenn die Nagelhaut zuvor ein paar Minuten lang in warmem Wasser eingeweicht wurde.

3. Schmutz unter den Nägeln entfernen

Mit der Spitze der Feile kannst du ganz einfach Schmutz unter den Nägeln lösen. Beginne dabei außen und schiebe den Schmutz erst nach innen, um ihn dann vorsichtig herauszulösen.

4. Polieren

Polierfeilen beseitigen Hornhautreste, glätten Nagelrillen und bringen die Nägel ohne Lack zum Glänzen. Beginne mit der rauen Seite der Polierfeile um Unebenheiten zu Entfernen. Im Anschluss hilft die feine Seite, um einen gesunden Glanz zu erzeugen.

5. Rissen mit Hilfe von Öl vorbeugen

Sind Nägel und Haut sehr trocken, entstehen oft Risse. Diesen kannst du vorbeugen. Schon ein kleiner Tropfen Olivenöl aus der Küche hilft. Verteile das Öl gleichmäßig auf dem gesamten Nagel und der Nagelhaut. So sehen die Nägel gleich gepflegt aus. Alternativ zum Olivenöl findet man in Apotheken und Drogerien verschiedenste Nagelölprodukte. Nagelölstifte sind praktisch in der Handhabung und passen in jedes Handgepäck.

Brüchige Nägel können verschiedene Ursachen haben: Von einer unausgewogenen Ernährung mit Mangelerscheinungen bis hin zur falschen Pflege. Mit einer gesunden Ernährung und schnellen Pflegetipps, verleihst du deinen Fingernägeln im Handumdrehen ein frisches Aussehen-und das zählt, vor allem für den ersten Eindruck!

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