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Lifestyle - 11. März 2019

Grippeimpfung: und jährlich grüßt das Murmeltier

Während der kalten Jahreszeit ist sie dein gefährlichster Gegner – die Grippe. Eine Woche im Bett zu liegen, kann sich kaum jemand leisten. Du weißt zwar, dass es dagegen auch eine Impfung gibt, fühlst dich aber nie angesprochen? Wir zeigen dir, wann ein Piecks sinnvoll ist und was eigentlich die Grippe von einem grippalen Infekt unterscheidet. 

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Wenn ein Problem alle Jahre wieder auftritt, sollte es doch eigentlich möglich sein, sich darauf einzustellen oder eine Lösung zu finden. Doch wieso gelingt das nicht immer? Jedes Jahr wieder, wenn die Grippewelle anrollt und du ein paar Tage ausfällst, fragst du dich, was du dagegen tun kannst. Denn mit einer echten Virusgrippe ist nicht zu spaßen. Es handelt sich dabei nicht nur um eine einfache Erkältung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung. Manchmal kann sie sogar einen tödlichen Verlauf nehmen.

Grippe oder Erkältung?

Grippaler Infekt, Grippe, Erkältung – schon bei den verschiedenen Begriffen rauscht dir der Kopf. Du fragst dich: Gibt es hier Unterschiede und wenn ja, welche? Die „echte“ Grippe, auch Influenza genannt, ist etwas anderes als eine gewöhnliche Erkältung, die mit einem grippalen Infekt gleichgesetzt wird. Die Grippe wird von einer bestimmten Art von Viren ausgelöst, wohingegen sich hinter einer Erkältung verschiedene Erreger verstecken können. Kein Wunder, dass es hier oft zu Verwirrung kommt: Die Symptome ähneln sich so stark, dass manchmal sogar Ärzte sich bei der Diagnose schwertun. Darauf solltest du achten:

  1. Krankheitsbeginn: Eine Grippe kommt meist plötzlich, du warst eben noch gesund und auf einmal plagen dich Kopfschmerzen und Fieber. Hast du eine Erkältung, beginnt diese eher schleichend. Es kratzt ein bisschen im Hals, die Nase läuft etwas und so weiter.
  2. Symptome: Viele Symptome kommen bei Grippe und Erkältung gleichermaßen vor. Etwa Halsschmerzen oder ein trockener Husten. Doch wenn Fieber über 38,5 °C im Spiel ist, handelt es sich eher um eine Grippe. Das gilt auch bei Gliederschmerzen und starker Abgeschlagenheit.
  3. Verlauf: Eine Grippe verläuft in der Regel langwieriger, wohingegen sich bei einer Erkältung meistens innerhalb weniger Tage eine Besserung einstellt. Grippe-Erkrankte müssen teilweise bis zu sieben Tage im Bett liegen, manchmal braucht die Genesung sogar einige Wochen.

So wird die Grippe übertragen

Warum ist die Grippe eigentlich so berühmt und wie kommt es, dass so viele Menschen sie durchmachen müssen? Die Viren, die die Influenza verursachen, können auf zwei Wegen von Mensch zu Mensch übertragen werden:

  1. Durch die bekannte Tröpfcheninfektion, bei der kleinste Tropfen eingeatmet werden, die beim Niesen oder Husten entstehen.
  2. Durch Schmierinfektion, bei der z. B. durch Berühren des Mundes Erreger von den Schleimhäuten aufgenommen werden.

Für ältere Menschen und solche mit Grunderkrankungen stellt die Grippe ein hohes Risiko dar. Es können lebensbedrohliche Komplikationen wie eine Lungenentzündung entstehen.

Wann die Grippewelle auf dich zukommt

Meistens startet sie im Januar und Februar, so richtig vorhersagen lässt sich die Grippewelle aber nicht. Genauso wenig wie ihre Schwere. Warum sie vor allem im Winter auftritt, stellt selbst die Forschung noch vor Rätsel. Es wird aber bereits davon ausgegangen, dass die Viren zum Ausbreiten kühle Temperaturen benötigen. Ein weiterer Aspekt, den du garantiert nachvollziehen kannst: Im Winter ist es drinnen schöner als draußen. Wenn sich viele Menschen auf kleinem Raum versammeln, hat die Grippe es leicht, sich auszubreiten.

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Was macht die Grippeschutzimpfung?

Die Grippe kommt also immer wieder und kann schwer verlaufen. Wieso dann nicht impfen lassen? Deine Großeltern lassen das regelmäßig bei ihrem Hausarzt machen, aber du und deine Freunde sind zögerlich. Also Grippeimpfung ja oder nein? Auch hierzu hat die STIKO ihre Empfehlungen abgegeben. Wenn du nicht zu folgenden Risikogruppen gehörst, bei denen eine Grippe wahrscheinlich einen schweren Krankheitsverlauf hätte, kannst du dich fürs Erste entspannt zurücklehnen:

  • Menschen über 60 Jahre
  • Personen mit Grunderkrankungen
  • Personen mit Immundefekt
  • Schwangere
  • Bewohner von Pflegeheimen
  • Menschen, die Kontakt zu vielen Personen haben (medizinisches Personal, Lehrkräfte, Busfahrer)

Impfquote: Ziel verfehlt

Die Europäische Union hat das Ziel definiert, dass bis 2015 in allen Mitgliedstaaten unter älteren Personen eine Influenza-Impfquote von mindestens 75 % erreicht werden soll. Die Daten zeigen: 2010 war noch knapp die Hälfte von ihnen geimpft, jetzt ist der Trend rückläufig. 2017 lag die bundesweite Impfquote bei ca. 35 %. Damit erreicht kein einziges Bundesland die Zielvorgaben der EU.

Grippeimpfung: Die Fakten im Überblick

Grippeimpfung wann?

Die Grippeschutzimpfung sollte jedes Jahr, am besten im Oktober oder November, durchgeführt werden. Im Idealfall also noch vor Beginn der Grippewelle. Moment mal, wieso denn jedes Jahr? Sonst reicht doch auch eine Impfung mit Auffrischung ein paar Jahre später aus? Bei der Grippeschutzimpfung sieht das anders aus, nur die jährliche Grippeimpfung bietet den besten Schutz.

Das liegt daran, dass die Grippeviren echte Verwandlungskünstler sind und ihr Aussehen leicht verändern können, sodass der Impfstoff immer wieder an die jeweils aktuell zirkulierenden Viren angepasst werden muss. Außerdem erinnerst du dich wohl kaum daran, welcher Influenza-Typ für deine letzte Grippe verantwortlich war. 

Verbesserte Lebensbedingungen, Hygiene und Impfungen haben Infektionserkrankungen zurückgedrängt: Unter den zehn häufigsten Todesursachen in Deutschland fand sich im Jahr 2013 als einzige Infektionskrankheit die Lungenentzündung. 

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Die WHO beobachtet die Veränderungen weltweit und schätzt ab, welche Virusvarianten mit großer Wahrscheinlichkeit im nächsten Winter auftreten werden. Daraus resultieren dann vier Varianten, die bei der Impfherstellung berücksichtigt werden.

Und genau das ist auch ein Grund dafür, wieso die Grippeschutzimpfung keinen 100%igen Schutz bietet. Denn es kommt unter anderem darauf an, wie gut die Vorhersagen zur Zusammensetzung des Impfstoffes waren. Des Weiteren kann es passieren, dass man sich unbemerkt kurz vor oder nach der Impfung ansteckt. In diesem Fall ist noch kein Impfschutz vorhanden, denn dies dauert ca. 10 bis 14 Tage.

Gesunde Erwachsene sprechen auf die Grippeimpfung übrigens nicht ganz so stark an wie Kinder und Jugendliche. Die Schutzwirkung liegt bei den Erwachsenen zwischen 59 und 67 %.

Statistik Grippe B@1X Die Folgen der Grippe für das Gesundheitssystem

Grippeimpfung Kosten

Wie bei allen Impfungen richten sich die Krankenversicherungen bei der Kostenübernahme in der Regel nach den Empfehlungen der STIKO. Ob du die Grippeimpfung-Kosten tragen musst, wenn du nicht zu einer Risikogruppe gehörst und dich dennoch impfen lassen möchtest, besprichst du am besten mit deinem behandelnden Arzt und deiner Krankenversicherung.

Grippeimpfung Nebenwirkungen

Wie bei jeder anderen Impfung kann es zu Impfreaktionen wie Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle kommen. 9 von 100 Geimpften zeigen außerdem erkältungsähnliche Symptome wie leichtes Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und so weiter.

Vorteile der Grippeimpfung

1. Weniger Krankenhausaufenthalte durch Grippeerkrankungen 

2. Weniger schwere Grippeerkrankungen und Folgeerkrankungen 

3. Nicht nur das eigene Erkrankungsrisiko sinkt, auch nicht geimpfte Personen im Umfeld werden geschützt

Auch wenn du nicht unbedingt eine Grippeimpfung brauchst, kannst du das Risiko einer Grippe ganz einfach eindämmen. Und solltest du doch mal erkranken: Bitte im Bett bleiben, um andere nicht anzustecken.

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