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26. März 2020

Planetary Health Diet: Der klimafreundliche Ernährungsplan

13 Gramm Ei, 28 Gramm Fisch und 14 Gramm Fleisch darfst du laut der Planetary Health Diet pro Tag essen: Damit sollst du nicht nur gesünder leben, sondern gleichzeitig auch unseren Planeten, die Erde, schützen. Wie 37 Forscher jetzt die nachhaltige Ernährung entwickelt haben und wie du Teil davon sein kannst.

5 min

„Wie schaffen wir es, dass auch in 2050 noch gesunde Lebensmittel für alle da sind?“

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Im Jahr 2050 sollen laut Prognosen 10 Milliarden Menschen auf unserer Erde leben. Nur, wenn wir unsere Ernährungsgewohnheiten umstellen, kann es möglich sein alle zu ernähren. Um das zu schaffen, hat eine US-amerikanische Kommission einen Speißeplan entwickelt, der die Umwelt schont und gleichzeitig die Menschheit gesünder werden lässt. Aber wie funktioniert das?

Planetary Health Diet: Was steckt dahinter?

Wie können wir es schaffen, die Weltbevölkerung auch in 30 Jahren noch gesund zu ernähren, ohne dabei unseren Planeten zu zerstören? 2019 hat sich dazu eine 37-köpfige Expertenkommission, die EAT-Lancet Comission, zusammengefunden und die Planetary Health Diet entwickelt. Das ist, grob gesagt, ein Ernährungsplan, der die Gesundheit der Menschen und gleichzeitig auch die unseres Planeten beachtet. Denn: Die weltweite Nahrungsproduktion bedroht unsere Erde, unser Klima und unsere Ökosysteme. Und das gilt es, zu stoppen.

Die Kommission setzt sich aus Experten aus verschiedenen Fachbereichen wie Landwirtschaft, Klimawandel oder Ernährung zusammen. Für die Planetary Health Diet hat sie drei Jahre lang wissenschaftliche Daten rund um Gesundheit, Umwelt und Ernährung ausgewertet und so versucht, eine optimale Ernährung zu definieren. Das Ergebnis ist eine Formel für die ideale Ernährung der Weltbevölkerung.

Die Ziele dieser Ernährungsreform sind:

  • die Verringerung des weltweiten Treibhausgasausstoßes
  • die Erhaltung der Artenvielfalt
  • das Stoppen des Ausbaus von Ackerland
  • die Bekämpfung der Wasserknappheit 
  • die Eindämmung der Hungersnöte und Zivilisationskrankheiten

Nachhaltige Ernährung: Wie unsere Ernährung Klima und Umwelt beeinflusst

Wie sieht diese nachhaltige und gleichzeitig gesunde Ernährung nun konkret aus? Schlechte Nachrichten für alle leidenschaftlichen Fleischesser, denn die Planetary Health Diet sieht Folgendes vor: 

Der Verzehr von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen muss sich verdoppeln, der von Zucker und rotem Fleisch dagegen halbieren. 

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Konkret heißt das, dass du nicht mehr als 14 Gramm rotes Fleisch pro Tag zu dir nehmen solltest. Stattdessen empfehlen die Experten, dass vor allem pflanzliche Lebensmittel auf deinem Ernährungsplan stehen. Denn tierische Produkte sind nicht nur für unsere Gesundheit schlecht, sondern auch für unsere Umwelt und den Planeten. 

Die Tierzucht ist vor allem für eine sehr große Menge an Treibhausgas-Emissionen verantwortlich und damit ein großer Treiber des Klimawandels. Eine Studie des WWF bestätigt, dass rund 70 % der direkten Treibhausemissionen auf die Ernährung durch tierische Produkte zurückzuführen sind. Gleichzeitig trägt diese auch zum Verlust der Artenvielfalt bei und schädigt so unseren Planeten zusätzlich. 
Wenn du das genaue Ausmaß deiner Mahlzeit auf die Umwelt erfahren willst, kann dir die Web-App KlimaTeller zu jedem Lebensmittel eine Art Klimabilanz aufzeigen. Dabei kommt eine Lasagne für vier Personen ganz schnell mal auf 10 Kilogramm CO2-Ausstoß, das einer Autofahrt von 75 Kilometer entspricht. 

Schon lange steht fest, dass zu hoher Fleischkonsum auch für unsere Gesundheit eine Bedrohung sein kann. Rotes Fleisch erhöht laut zahlreicher Studien das Risiko, an Krebs zu erkranken und kann Herzkrankheiten, Schlaganfälle und andere chronische Krankheiten begünstigen. 

Besonders wichtig sind also folgende Komponenten bei einer klimafreundlichen Ernährung:

  • Vitamine und Mineralien aus saisonalem und frischem Gemüse und Obst (5 Portionen am Tag)
  • Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten und stärkehaltigen Gemüsesorten 
  • Proteine aus Nüssen und Hülsenfrüchten 
  • Ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen (aber Vorsicht bei Palm- oder Kokosöl)
  • Moderate Mengen Fisch und Geflügel
  • Wenig rotes Fleisch und verarbeitete Fleischprodukte

Du denkst darüber nach dich vegan zu ernähren?

Was du dabei beachten musst


Wie sieht der Speiseplan bei der Planetary Health Diet aus?

Eins vorweg: Es gibt keinen festgelegten, starren Ernährungsplan. Die Kommission erarbeitete vielmehr einen Referenzrahmen, der flexibel gestaltet ist, damit er so nicht nur an individuelle Ernährungsstile, sondern auch an lokale und kulturelle Traditionen angepasst werden kann, denn auch die Lebensmittelproduktion wäre hier betroffen. Denn schließlich unterscheidet sich die Ernährung eines Mitteleuropäers von der eines fernöstlichen Inselbewohners enorm. Außerdem geht es bei dieser Ernährungsform nicht darum, abzunehmen – auch wenn das der Name vielleicht vermuten lässt. Die Planetary Health Diet sieht durchschnittlich 2.500 Kalorien pro Person am Tag vor, was einer ausgewogenen Ernährung entspricht.

Um dir die Umstellung auf die nachhaltige Ernährung zu erleichtern, zeigen wir dir im Folgenden anhand einer übersichtlichen Liste auf, welche Menge welcher Lebensmittel du zu dir nehmen solltest.

Planetary Eating B@2X

Liste Speiseplan-Empfehlungen der Kommission pro Tag (die umweltverträgliche Spanne in Klammern):

1. Kohlenhydrate

  • Vollkorngetreide: 232g
  • Stärkehaltiges Gemüse wie Kartoffeln, Maniok: 50g (0-100g)
  • Gemüse: 300g (200-600g)
  • Obst: 200g (100-300g)


2. Proteinquellen

  • Rind-, Lamm, oder Schweinefleisch: 14g (0-28g)
  • Geflügel: 29g (0-58g)
  • Eier: 13g (0-25g)
  • Fisch: 28g (0-100g)
  • Hülsenfrüchte: 75g (0-100g)
  • Nüsse: 50g (0-75g)
  • Milchprodukte (Vollmilch oder aus dieser Menge hergestellte Produkte): 250g (0-500g)


3. Fette

  • Ungesättigte Fette (Oliven-, Raps-, Sonnenblumen-, Soja-, Erdnuss-, Traubenkernöl): 40g (20-80g)
  • Gesättigte Fette (Palmöl, Schmalz, Talg): 11,8g (0-11,8g)


4. Zugesetzter Zucker

  • Alle Süßungsmittel: 31g (0-31g)

Anhand dieser Angaben kannst du dir selbst einen Speiseplan zusammenstellen. Du brauchst etwas Hilfe? Die App Planet Health Diet unterstützt dich dabei: Sie zeigt dir, von welchen Lebensmitteln du welche Menge essen darfst und wie du bestimmte Defizite wieder ausgleichst.

Kritik an der Planetary Health Diet

  • Die empfohlene Kalorienzufuhr von 2500 Kalorien pro Tag ist für Schwerstarbeitende oder Leistungssportler zu wenig, für sitzend tätige Büroangestellte zu viel
  • Die empfohlene Ernährungsweise würde stellenweise radikale Veränderungen bedeuten, die nicht überall schnell umzusetzen sind:
  1. In Nordamerika wird siebenfach so viel rotes Fleisch verzehrt
  2. In vielen afrikanischen Ländern wird ein Siebenfaches der empfohlenen Menge an stärkereichen Pflanzen verzehrt, wo sollen die fehlenden Kalorien herkommen?

  • Die Diät lässt sich nicht allerorts schnell und einfach umsetzen und kann nur als Orientierung dienen

Du weißt nicht, was du kochen sollst? Hier gibt es Kochinspiration

Wenn du gerne Teil dieser Ernährungsbewegung sein möchtest, aber keine Ahnung hast, was du nun kochen sollst: Schau doch mal bei Eatforum.org vorbei. Dort findest du jede Menge Rezepte für deine klimafreundliche Ernährungsumstellung. Unter dem Hashtag #planetaryhealthchallenge findest du außerdem jede Menge Inspiration!

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