7. August 2019

Was hilft wirklich gegen Sonnenbrand, was ist sogar schädlich?

Deine Haut glüht, ist krebsrot und schmerzt? Die gute Nachricht bei Sonnenbrand: Einfache Hausmittel helfen, ihn zu lindern. Aber nicht alles, was in diesem Zusammenhang angepriesen wird, ist auch empfehlenswert. Was hilft also wirklich gegen Sonnenbrand?

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Das Mittagessen auf der Sonnenterrasse deines Lieblingscafés hat länger gedauert als gedacht? Oder du warst dir ganz sicher, im Schatten bekommt man keinen Sonnenbrand, und hast dich nicht eingecremt? Ein Sonnenbrand ist schnell passiert. Zwar gilt es, Hautschäden dieser Art möglichst zu vermeiden. Denn Sonnenbrand ist laut Bundesamt für Strahlenschutz die Hauptursache von Hautkrebs. Aber wenn die Haut bereits rot wird, bleibt dir nur noch, gegenzusteuern und deiner Haut etwas Gutes zu tun. Zum Glück gibt es einfache Hausmittel, mit denen du deinen Sonnenbrand schnell wegbekommen kannst. Schließlich willst du nicht tagelang wie ein Krebs herumlaufen und Hautschäden vermeiden.

Kühlung, die beste Erste-Hilfe-Maßnahme bei Sonnenbrand

Du wolltest nur kurz Musik auf dem Balkon hören, bist aber dummerweise eingeschlafen und jetzt am ganzen Körper rot? Dann nichts wie unter die kalte Dusche!

Denn der beste Erste-Hilfe-Tipp bei Sonnenbrand lautet: Kühle deine Haut. So dämmst du die Entzündung ein und linderst die Schmerzen. Der Dermatologe Professor Dr. Proksch empfiehlt, dass sich Betroffene innerhalb der ersten Stunde nach der Verbrennung für 5 bis 10 Minuten unter die kalte Dusche stellen. Sie sollte nicht eiskalt sein, 8 bis 25 °C reichen aus. Wenn nur dein Arm rot geworden ist, kannst du ihn einfach unter den Wasserhahn halten.

Falls du dir den Sonnenbrand am See oder am Stand geholt hast und ihn an Ort und Stelle behandeln willst, ist ein Sprung ins Wasser leider keine Alternative. Denn die Keime können auf deiner strapazierten Haut zu einer Infektion führen. Du brauchst für die Behandlung deines Sonnenbrands also Trinkwasser. Vielleicht gibt es eine öffentliche Toilette in der Nähe.

App: UVLens

Voraussagen zum UV Index helfen dir dabei, einem Sonnenbrand vorzubeugen.

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Du machst gerade eine Städtereise und hast dir die Haut im Biergarten verbrannt? Wenn du nicht minutenlang vor dem Waschbecken stehen kannst, weichst du am besten auf Wickel aus. Mache dafür ein Baumwolltuch nass und lege es auf die verbrannte Stelle. Es gibt aber noch mehr Mittel, mit denen du Sonnenbrand kühlen kannst.

Essig oder Kamille:
Wenn du gerade zu Hause bist und noch etwas Essig in der Speisekammer hast, kannst du ihn für die Behandlung deines Sonnenbrandes nutzen. Mische ihn mit Wasser und mach feuchtkalte Umschläge daraus. Essig zieht die Blutgefäße zusammen und wirkt so der Entzündung entgegen.

Eine Alternative ist Kamillentee. Kamille ist ein altes Heilkraut und dafür bekannt, Entzündungen zu lindern. Warte, bis der Tee abgekühlt ist, stelle ihn dann in den Kühlschrank und tunke ein Baumwolltuch ein, das du um die verbrannte Haut wickelst.

Was noch gegen Sonnenbrand hilft? Quark! 

Joghurt oder Quark:

Joghurt und Quark sind alte Hausmittel bei Sonnenbrand. Denn auch sie kühlen überhitzte Haut. Trage eines von beidem fingerdick auf ein Baumwolltuch auf und lege es auf die verbrannten Hautareale. Wenn die Kompresse warm wird, erneuere sie. Kühle deine Haut mindestens ein bis zwei Stunden lang, so der Rat der Stiftung Warentest.

Bloß nicht:

Du meinst es gut und greifst zum Cool-Pack, um deiner Haut eine besonders intensive Abkühlung zu verschaffen? Lieber nicht, sonst droht eine Kälteschädigung. 

Spezielle Lotionen, um Sonnenbrand in den Tagen danach zu lindern

Was hilft noch gegen Sonnenbrand? Wenn du deine Haut gekühlt hast, kannst du zum zweiten Schritt übergehen. Sogenannte Öl-in-Wasser-Emulsionen mit hohem Wassergehalt stärken die Haut, damit sie nicht weiter austrocknet. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass die Haut weiter gekühlt wird. Diese Emulsionen gibt es als Spray oder als Lotion. Sie enthalten zum Beispiel Hydrocortison, eine schwache Form des Cortisons, oder Dexpanthenol, das Feuchtigkeit in der Haut speichert und die Wundheilung unterstützt. Wenn Vitamin A oder Vitamin E zugesetzt sind, fangen sie auch krebsfördernde freie Radikale ein. In der Apotheke erfährst du mehr darüber und kannst dich beraten lassen.

Die Lotion solltest du je nach Ausmaß der Verbrennung zwei bis fünf Tage lang zwei- bis dreimal täglich auftragen. Bei starkem Sonnenbrand kannst du die Lotion zwei Wochen nutzen, da die Regeneration der Haut erst dann abgeschlossen ist. 

Bloß nicht:

Eine klassische Bodylotion ist übrigens erst in der Abheilphase angesagt. Denn sie ist fettig und bildet einen Film auf der Haut, der zum Hitzestau führen kann. After-Sun-Lotions sind ebenfalls kritisch zu sehen. Sie enthalten zwar weniger Fett, aber sie können die Haut irritieren. Außerdem verfliegt die angenehme Kühle bereits kurz nach dem Auftragen.

Professor Dr. Proksch rät auch von Antihistaminika-Gelen ab, deren Effekte begrenzt oder gar nicht belegt ist. Außerdem sind sie nicht risikofrei. Auch Antiseptika sind keine gute Wahl, denn sie sind schweren Verbrennungen vorbehalten. Sonnenbrand-Präparate mit Aloe Vera sind zwar weniger aggressiv, aber auch umstritten. Denn die Zusammensetzung schwankt und die Haut könnte sensibel darauf reagieren.

Verhaltenstipps gegen Sonnenbrand 

Dich hat die Sonne gestern richtig erwischt und heute steht die nächste Grill-Party an? Kein Problem, solange du dir einen Platz im Schatten suchst. Denn das Letzte, was deine Haut jetzt brauchen kann, ist noch mehr Sonne. Wenn du es gar nicht vermeiden kannst, in die Sonne zu gehen, bedecke die verbrannten Stellen mit einem Shirt oder einer langen Hose. Falls du gerade im Urlaub bist, wäre eine Museen-Tour zumindest am Folgetag des Sonnenbrands eine Idee. Die Deutsche Apotheker Zeitung empfiehlt sogar, die Haut einen Monat lang zu schonen.

Denke außerdem daran, viel zu trinken. Denn nicht nur deine Haut hat jetzt an Feuchtigkeit verloren, sondern der ganze Körper. Greif also zu Wasser oder Schorle, um deine Speicher wieder aufzufüllen. So unterstützt du auch die Regeneration der Haut.

Wenn der Sonnenbrand mit Blasenbildung und Fieber oder Übelkeit einhergeht, solltest du laut Pharmazeutischer Zeitung zum Arzt. Denn dann hast du eine Verbrennung zweiten Grades. Die ist zwar selten, aber jetzt brauchst du stärkere Mittel, um die Entzündung einzudämmen und den Sonnenbrand schnell loszuwerden.

Am besten ist es immer noch, sich gar nicht erst einen Sonnenbrand einzufangen. Wenn du dich an ein paar einfache Regeln hältst, klappt das und du kannst in Ruhe braun werden.

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