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Portrait: Thomas Oßwald

Me. We.

Menschlichkeit, das einfach-Motto dieses Monats: Ich mache mich auf die Suche bei ottonova nach einem geeigneten Ansprechpartner für dieses Thema. Natürlich könnte jeder etwas dazu sagen. Aber Thomas Oßwald, unser Leiter der Rechtsabteilung, kann es vielleicht am besten.

5 Min.


Das Portrait vorlesen lassen

Me. We. Das Portrait von Thomas Oßwald lesen wir auch gerne vor. Einfach auf den Playbutton klicken.

Da sitze ich ihm also nun gegenüber in unserem Tafelraum. Präsent ist er, groß, breitschultrig. Einer der auffällt. Im Boxen wäre er wahrscheinlich als Schwergewicht unterwegs. Im Gespräch lässt Thomas nach und nach die Deckung runter, offenbart auch andere Seiten als nur die juristische. Als Türsteher und TZ-Kolumnist hat er in jüngeren Jahren Schauspielergrößen wie Arnold Schwarzenegger und Danny De Vito getroffen. Oder den Box-Champion Muhammad Ali. Aber dazu später mehr.  

Wir geben uns eine Stunde Zeit, um über seine Arbeit zu reden und generell darüber, wie er mit Menschen zusammenkommt und sie dabei wahrnimmt. Hier bei ottonova und ebenso da draußen, im privaten Leben.

Als ich ihn zum warm werden nach seiner Berufsbezeichnung frage, nennt er sich General Counsel, Prokurist und Syndikus-Anwalt. Das ist einer, der seine Tätigkeit beim Arbeitgeber fachlich unabhängig und eigenverantwortlich ausübt.

Das macht unser Legal Department

Thomas und sein Legal-Team Jacqueline Fliege und Thomas Schlagintweit sind bei uns für rechtliche Fragen und Compliance-Themen zuständig. Das umfasst z.B. die Erstellung von Versicherungsbedingungen und Verträgen, Vertragsprüfungen, Fragen zum Datenschutz, die Koordination externer Kanzleien bis hin zur Gremienarbeit mit dem Aufsichtsrat.

Für mich hört sich das nach sehr viel Formalismus an, staubig, trocken, viel PC-Arbeit. „Ganz falsch!“ sagt er fast leidenschaftlich, als ich ihm das so entgegen wedele. Ich spüre, das Bild gefällt ihm nicht. „Da ist kein Sachverhalt wie der andere, und viele Fragen müssen gerade am Anfang kreativ gelöst werden. Da kommen viele Kollegen zu uns, die brauchen eben Verträge und Rechtsberatung. Auf die muss man eingehen und ihnen auch mal vermitteln, was nicht geht.“ 

Wie er sich denn selber so beschreiben würde, frage ich ihn. „Kreativ eben, zuverlässig, loyal.“ Er zögert ein bisschen. „Negatives müssen andere sagen.“ Wir lachen. Was ihm denn wichtig ist, wenn er Menschen im Unternehmen oder generell berät, frage ich ihn weiter. „Dass ich ihn überzeugen kann, dass er diese Meinung teilt und dass er versteht, dass alles einen guten Grund hat.“ 

„Ohne Vertrauen geht das nicht“, sage ich - „kannst du das schnell aufbauen?“ „Schon“, haut er einfach so raus. Ich nehme ihm das ohne zu zweifeln ab. 

Während er mir so gegenüber sitzt, bestätigt sich mein erster Eindruck. Thomas Oßwald bleibt zuerst etwas auf Abstand, aber wenn er jemanden beäugt hat, macht er es der Person nicht schwer, einen Zugang zu ihm zu finden.    

Bei ottonova hat er am 1. April 2016 angefangen, als Mitarbeiter Nummer 5. Dass er mal fest angestellt arbeiten würde, hätte er sich nie vorstellen können. „Das hat was mit ottonova und speziell seinem Gründer Roman Rittweger zu tun“, erzählt er mir. Den hat er schon vor dem Start von ottonova beraten, er war über 20 Jahre als selbstständiger Anwalt unterwegs. Roman hat ihn dann irgendwann gefragt, ob er fest für ottonova in seiner jetzigen Position arbeiten möchte. 

Dieses Arbeiten für ein Start-up, ungewöhnliche Momente, die man miterleben und gestalten kann, dieses Teamwork in einem Unternehmen, wo man das Wachstum von der Idee bis hin zu einem starken Gesundheitspartner direkt miterlebt, das hat ihn überzeugt.  

„Festanstellung? Glaube nicht, dass ich das für eine andere Firma gemacht hätte.“

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Ich will mehr über diese ungewöhnlichen, magischen Momente bei ottonova wissen. Thomas nennt wie bereits Roman Rittweger die BaFin-Zulassung als absolutes Highlight, kommt dann aber auf den Bezug der Büroräume in der Ottostraße 4 in München zu sprechen. „Da hatte ich das Gefühl, jetzt werden wir als Unternehmen erwachsen, das war wirklich etwas Besonderes, in diese Räumlichkeiten zu kommen.“ 

Schon die Unterzeichnung des Mietvertrags für die Büroräume bei einem bekannten Münchner Unternehmer aus der Filmbranche hat ihm gefallen, da stand nämlich ein echter Oscar rum, den er dann mal in die Hand nehmen durfte. „Das war tatsächlich magisch. Mit ottonova ein Büro in der Ottostraße zu finden, und dann unvermittelt einen Oscar in der Hand halten.“ Oscar heißt schließlich auch die US-Variante von ottonova.

Hält man nicht oft in der Hand: Thomas Oßwald mit einem echten Oscar Hält man nicht oft in der Hand: Thomas Oßwald mit einem echten Oscar

Hier kommt sie jetzt langsam durch, diese Neigung zum Besonderen, Außergewöhnlichen, die Reaktion auf den Reiz des Neuen. „Stillstand ist nicht meines“, hat er zwischendrin mal gesagt.

Die private, andere Seite unseres General Counsels

Das Gespräch dreht sich in eine andere, private Richtung, in die Zeit vor ottonova. Was für ein Anwalt er denn vorher gewesen ist, will ich wissen. „Ein guter!“ platzt es kraftvoll aus ihm raus, er grinst. Vertragsrecht, Wirtschaftsrecht, Start-ups, „die volle Bandbreite.“ 

Und dann erzählt er mir, wie er sich das Studium finanziert hat. Da hat er als Türsteher gearbeitet im Parkcafé, P1, Roses, Wolkenkratzer. Hat gemacht, was er jetzt macht, nur auf eine andere Weise. Für Ordnung gesorgt und dafür, dass alles in rechten Bahnen verläuft. 

Als Türsteher ist er auf die Idee gekommen, über die Partyszene zu schreiben - dazu gab es damals noch nichts in München, die TZ ist auf das Konzept angesprungen. Für sie hat er daraufhin zahllose Kolumnen über das Nachtleben verfasst, ebenfalls lange Jahre, inzwischen nur noch ab und zu, weil‘s Spaß macht.

Auf die Frage, wen er denn so getroffen hat in diesen Jahren, beginnt zwangsläufig das Namedropping. 

Dabei fallen neben vielen anderen Namen die der Oscar(!)-Preisträger Al Gore und Jack Nicholson. Den hat er mal auf einer Party getroffen, naja, was man so treffen nennt. Mit den meisten gab es nur kurze Momente, in denen er wenig Zeit hatte, diese Personen zu erfassen. „Ich kann Menschen relativ schnell einschätzen und mich dann auf sie einstellen“, sagt er und ergänzt: „Um den Leuten so zu begegnen, wie sie es gerne hätten.“  

Da ist die freundliche Seite von Tom, wie ihn Freunde nennen. „Du bist keiner, der gerne aneckt?“ „Nicht um des Aneckens willen“, und er fügt schelmisch hinzu „aber wenn‘s jemand braucht, gerne.“

Highlights waren für ihn Danny de Vito, der war „super lustig, dabei ganz normal und interessiert“, und Arnold Schwarzenegger. Arnie erklärte ihm - „leider nur im Scherz“ sagt Thomas -, er wolle ihn in seinem nächsten Film dabei haben, „als Bösewicht“.

Ob er darauf aus ist, solche berühmten Personen zu treffen, frage ich ihn, und ob es sich besonders anfühlt für ihn? Er schüttelt den Kopf: „Das ist im Jobkontext passiert. Da ist man nicht Teil des Ganzen, sondern Chronist und Beobachter. Wenn ich das nicht gemacht hätte, hätte es eben jemand anders gemacht.“

 

Punch und Gegenpunch

Ich habe das Gefühl, dass nun nicht mehr aus ihm rauszuholen ist, um ihn weiter zu entdecken. Da ist eine Schutzmauer, die man im Job als Kolumnist wahrscheinlich immer aufbaut, vielleicht versteckt man sich auch ein bisschen hinter dem Mikro. Als ich noch etwas über „Tieferes“ fasele, antwortet er nur, dass er gerne mich mal interviewen könnte. 

Das ist wie ein Gegenpunch, autsch. Es kann auch unangenehm sein, im Rampenlicht zu stehen - das entspricht nicht meinem Typus, wie ich merke.

Muhammad Ali auf der Couch

Aber dann kommt Thomas doch noch mit einer sehr eigenen Geschichte aus der Ecke. Er erzählt, dass er einmal Muhammad Ali getroffen hat, in einer geschützten und privateren Umgebung. Als großer Ali-Fan steige ich in solche Gespräche immer mit einem Gedicht von Ali ein, das er vor Studenten in Harvard aufgesagt hat und das mich immer wieder sehr beeindruckt, weil es für mich reinste Poesie ist. Aber bevor ich den Satz zu Ende sprechen kann, kommt von Thomas schon ein „Me. We. Das kürzeste Gedicht der Welt.“ 

Me. We. Zwei Worte, mit einer unfassbaren Tiefe. Der kürzeste Weg zur Gemeinschaft.

Muhammed Ali präsentierte das wegen seiner Kürze bekannte Gedicht während seiner Rede 1975 vor Studenten in Harvard.

Dass er Ali treffen konnte, verdankte Thomas einem guten Kontakt ins Hotel Bayrischer Hof, wo die Legende bei jedem seiner München-Besuche abstieg – auch bei seinem letzten. Zwei Stunden musste er in der Hotellobby warten und wurde dann in die Suite von Ali gebeten. Der saß auf einer Couch, von Parkinson gezeichnet. 

Was seine Eindrücke waren, frage ich Thomas etwas neidisch. „Beim Handshake war ich überrascht, wie viel Kraft Ali noch hatte und wie groß seine Pranken waren. Geistig war der topfit. Ich habe irgendwas von Champ gestammelt, ihm aus der Couch geholfen und dann gab es noch ein gemeinsames Foto. “ 

Tom mit Muhammad Ali 2008 in München Tom mit Muhammad Ali 2008 in München

Hier blitzt es dann doch auf, das Menschliche. Dieser ungewöhnlichen Persönlichkeit so nah sein zu dürfen, in einem geschützteren Umfeld, nicht wirklich öffentlich. Da war kein Bedürfnis von Ali, ihn zu treffen, sagt Thomas, es ging nicht um ein Interview, er hat das einfach so gemacht. „Ich glaube, Ali war zutiefst menschlich. Und für die schwarze Bevölkerung nicht viel weniger bedeutend als Martin Luther King. Er war auch ein Großmaul, aber das hat er mit einem Augenzwinkern rübergebracht, charmant eben.“

„Was empfindest du, wenn du jetzt an das Treffen denkst?“ frage ich Thomas. Sein Blick geht nach innen, er braucht ein bisschen. „Dankbarkeit, ganz klar.“

Als ich nachlege, ob ich über die Person schreiben darf, die er mitgenommen hat zu Ali, über dieses Geschenk von ihm an sein Familienmitglied, lehnt er ab, da geht seine Deckung wieder hoch. Kein Infight. Er sorgt für Ordnung. Kann ich irgendwie verstehen. Nicht alles muss ans Licht. Wir schütteln uns zum Abschied die Hände. Große Pranken. Me. We.

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ÜBER DEN AUTOR

Stefan D'Amore

Content Marketing Team Lead bei ottonova.

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